+
Hier fand der Prozess statt. 

Acht Jahre, fünf  Monate Haft wegen Kindesmissbrauchs

  • schließen
  • Kathrin Hauser
    Kathrin Hauser
    schließen

Zu einer Gefängnisstrafe von acht Jahren und fünf Monaten wurde ein 51-Jähriger verurteilt, der sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Landgericht München II verantworten musste. Er hatte gestanden, die Kinder seiner ehemaligen Lebensgefährtin sexuell missbraucht zu haben.

Landkreis – Am ersten Prozesstag hatte der 51-Jährige, der dereinst zu seiner Lebensgefährtin in den Landkreis gezogen war, über seinen Verteidiger Christian Gerber erklären lassen, dass er die in der Anklage zusammengetragenen Vorwürfe – bis auf den der Körperverletzung – vollumfänglich einräume. Damit gestand er die mindestens 40 Taten des schweren sexuellen Missbrauchs an den Kindern, die damals im Grundschul- und Kindergartenalter waren. Sein Mandant übernehme die Verantwortung für alles, was passiert sei und distanziere sich von früheren „Erklärungsmodellen, die die Schuld oder Mitschuld anderen geben“, so der Verteidiger am ersten Prozesstag.

Laut Anklage hatte der Mann die Kinder von Oktober 2015 bis Dezember 2017 schwer sexuell missbraucht und diesen jedes einzelne Mal „unendliche Schmerzen zugefügt“. Meist verging er sich im Schlafzimmer an den Kindern, wenn die Mutter nicht im Haus war, was in der Regel einmal pro Woche der Fall war. Zunächst an dem älteren Kind alleine, später dann an beiden Geschwistern gemeinsam.

Mit dem Geständnis wurde den Kindern eine Aussage vor Gericht erspart. Sie waren schon im Vorfeld des Prozesses von einem Richter vernommen worden. Aufnahmen dieser Vernehmungen wurden am ersten Verhandlungstag auf Leinwand im Gerichtssaal gezeigt. Die Kinder hatten mit klaren Worten und in kindlicher Sprache geschildert, was der Angeklagte mit ihnen gemacht hatte – immer und immer wieder. Vieles mussten sie umschreiben, weil sie die Worte dafür nicht kannten.

Während der 51-Jährige am ersten Prozesstag noch wenig über sich und seine Taten sagte, äußerte er sich am letzten Verhandlungstag kurz vor der Verkündung des Urteils: Für sein letztes Wort stand er auf – und brach in heftige Tränen aus. „Es tut mir aufrichtig leid, unsagbar leid“, sagte er. Es seien seine Unfähigkeit und sein Versagen gewesen. Am ersten Verhandlungstag hatte er von der „Zeit seines Versagens“ gesprochen, in der „eine übersteigerte Sexualität vorhanden“ gewesen sei. „Ich werde alles dafür tun, dass es nie wieder passiert“. Er könne sich selbst vieles nicht erklären, sagte der Angeklagte. „Ich war gefangen in mir.“ Er habe eine psychosoziale Reha beantragt, doch das hier sei ihm zuvorgekommen. „Ich hoffe, dass alles gut wird. Dass die Kinder nicht darunter leiden.“

Auch auf nochmalige Nachfrage des Gerichts konnte er nicht erklären, wie es soweit kommen konnte. „Ich war restlos überfordert“, sagte er. „Ich kann nur um Entschuldigung bitten.“ Immer wieder weinte der Angeklagte bitterlich. „Ich habe die Gefahr nicht gesehen, dass ich die Kontrolle verliere.“

Sein Verteidiger hatte zuvor in seinem Plädoyer eine Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren gefordert. Er hielt dem Angeklagten vor allem sein vollumfängliches Geständnis zugute, das den Kindern eine Aussage vor Gericht erspart hatte. Außerdem sei es das Geständnis, das eine Therapie erst ermögliche.

Der Staatsanwalt hatte in seinem Schlussvortrag noch ein Jahr mehr gefordert für den Angeklagten, der nicht vorbestraft war – nämlich achteinhalb Jahre Haft. Am Ende entsprach das Landgericht München II fast der Forderung des Staatsanwalts. Das Urteil lautete auf acht Jahre und fünf Monate Gefängnis.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Illegales Autorennen am Walchensee: Fahrer (18) rammt Audi kurz vor dem Tunnel
Nach einem illegalen Autorennen auf der B11 kam es zwischen Urfeld und Walchensee zu einem Unfall. Zwei junge Männer wurden verletzt.
Illegales Autorennen am Walchensee: Fahrer (18) rammt Audi kurz vor dem Tunnel
Am 11. 11., 18.11 Uhr: Machtwechsel im Peißenberger Rathaus
Schon Monate vor der Kommunalwahl gab es einen Machtwechsel im Peißenberger Rathaus: Der Faschingsverein „Frohsinn 2000“ hat die Regentschaft übernommen.
Am 11. 11., 18.11 Uhr: Machtwechsel im Peißenberger Rathaus
Penzberger City-Gutschein: Start ist am Freitag - rund 50 Geschäfte machen mit
Der „Penzberger City-Gutschein“ geht an den Start. Er ist ab kommenden Freitag erhältlich – im Wert von 10 und 25 Euro. Rund 50 Penzberger Geschäfte machen mit. Der …
Penzberger City-Gutschein: Start ist am Freitag - rund 50 Geschäfte machen mit
Weilheim will „Klima-aktiv“ sein - und keinen „Klimanotstand“
Die Stadt Weilheim will sich als „Klima-aktive Kommune“ positionieren, aber keinen „Klimanotstand“ ausrufen: Dafür hat sich der Bauausschuss des Stadtrates einmütig …
Weilheim will „Klima-aktiv“ sein - und keinen „Klimanotstand“

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion