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Der Adler fliegt wieder – mit viel Gefühl

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Von: Magnus Reitinger

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Farbiger Auftritt bei „Kunst & Rad“ in Weilheims Oberer Stadt: Liedermacher Lui Knoll (Mitte) mit den „Klangwerkern“ Markus Brennauer (l.) und Matthias Röttger. foto: ruder
Farbiger Auftritt bei „Kunst & Rad“ in Weilheims Oberer Stadt: Liedermacher Lui Knoll (Mitte) mit den „Klangwerkern“ Markus Brennauer (l.) und Matthias Röttger. © Ruder

Weilheim - „Lui knoll & die klangwerker“ gaben sich in Weilheim die Ehre.  Viele Zuhörer wussten nicht, dass das Liederschreiben ein vertraute Seite von Knoll ist.

Für manchen Zuhörer war es eine ganz neue Seite, die Lui Knoll am Samstagabend in Weilheim zeigte. Der Redakteur und Moderator trat als Liedermacher in der hübschen Reihe „Kunst & Rad“ im Fahrradladen „Zeitlosmobil“ auf. Doch das Liederschreiben und -vortragen ist in Wahrheit eine ganz alte Seite des Mittfünfzigers. Schon in den 80er Jahren gab der Sohn eines Klavierbauers an die 300 Konzerte im Duo „Lui & Manfred“. Doch in den Jahrzehnten danach baute Knoll erst mal ein paar Privatradios mit auf (auch „Radio Oberland“), verantwortete dann den Evangelischen Rundfunk in Bayern, ehe er aus dem guten Job halb geschubst wurde, halb floh, wie er beim Konzert am Samstag freimütig bekannte.

Seitdem pflegt der Wahl-Wessobrunner wieder, was über die Jahre zu kurz gekommen war, schreibt Lieder mit viel Gefühl und poppigen Melodien. „Lass den Adler wieder fliegen“ ist eines der besonders programmatischen. Und nicht nur dieses hat beim Auftritt im rappelvollen Fahrradladen bewiesen: Er kann noch fliegen, der Adler namens Knoll. Über zwei Stunden lang bot er eigene Songs, und viele davon trafen ins Herz – was auch an den ausgezeichneten „Klangwerkern“ lag, die den singenden Pianisten begleiteten: Matthias Röttger steuerte feine Cello- und Gitarrenklänge bei, Markus Brennauer bereitete ein sensibles Percussion-Fundament. Darauf konnten die Texte bestens wirken, die Knoll „als überzeugter Christ und bekennender Mann“ schreibt, die von der Schönheit und den Grenzen der Liebe handeln, von Irrwegen, die das Leben nimmt, aber noch mehr von den Chancen, die es immer wieder bietet.

All das wirkte rundum stimmig und authentisch, ganz selbstverständlich klinkte sich auch Sohn Jan Lukas als Sänger mit ein, eines der vier längst erwachsenen Kinder des jungen Großvaters Knoll. Die gut 90 Zuhörer im Laden genossen, fühlten, lachten mit, bekamen nach ohnehin dichtem Programm noch zwei Zugaben. Schön, dass Lui Knoll dieser Seite wieder Raum gibt – und diesen wunderbaren Rahmen dafür fand. 

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