Mit dieser Visualisierung zeigt der Agenda-AK die Dimensionen der aktuellen Planung fürs Parkhaus Krumpperstraße.
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Mit dieser Visualisierung zeigt der Agenda-AK die Dimensionen der aktuellen Planung fürs Parkhaus Krumpperstraße.

Stellungnahme des Arbeitskreises

Weilheimer Agenda 21 fordert: Parkhaus Krumpperstraße soll teils in die Erde

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Auch der beschlossene Kompromiss für das geplante Parkhaus an der Krumpperstraße ist laut AK „Stadtentwicklung“ der Weilheimer Agenda 21 noch viel zu massiv. Der Arbeitskreis fordert: Das Parkhaus muss niedriger und teils unter Geländeniveau gelegt werden.

Weilheim – Von einem „städtebaulichen Kompromiss“, einem „Zweckbau“ war die Rede, als Weilheims Stadtrat vergangenen Juli mit großer Mehrheit den geänderten Bebauungsplan für das knapp 80 auf 26 Meter große Parkhaus absegnete, das die Stadtwerke auf ihrem Grundstück an der Krumpperstraße errichten wollen. Dessen geplante Höhe war nach massiver Kritik von Anwohnern und Behörden um eine Etage reduziert worden – von 15,50 auf 12,50 Meter. Über den neuen Feuerwehrgaragen mit der Höhe zweier gewöhnlicher Etagen sind nun noch zwei Ebenen mit insgesamt 100 Autostellplätzen für Dauerparker vorgesehen (wir berichteten).

Demnächst werden in Bauausschuss und Stadtrat die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zu dem Bebauungsplan besprochen. Eine davon stammt vom AK „Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen“ der Weilheimer Agenda 21 – und der geht mit der Planung hart ins Gericht: „Auch nach dieser Reduzierung des gewaltigen viergeschossigen Bauwerks ist es im Verhältnis zur ein- bis dreigeschossigen Umgebung noch zu hoch“, schreibt der Arbeitskreis und fügt an: „Es drängt sich der Eindruck auf, dass der Bauwerber ein Pokerspiel versucht, dass er das Dreifache des Möglichen fordert, um letztlich das Doppelte zu bekommen.“

Projekt soll nicht verhindert, aber optimiert werden

Die beabsichtigten Dimensionen illustriert der AK per Vergleich mit dem geplanten Turnhallen-Neubau am Gymnasium: „Das Volumen des Parkhauses ist ca. doppelt so groß, wie das des vor fünf Wochen ob seiner Größe kritisierten Sporthallengebäudes am Gymnasium.“ Dabei betonen die Agenda-Aktiven: Man wolle das Projekt nicht verhindern, sondern „lediglich erreichen, dass dieses Parkhaus in Umfang und Gestaltung stadtbildverträglich und nachhaltig errichtet wird“.

Unverständlich ist dem Arbeitskreis, dass das Parkhaus gänzlich oberirdisch projektiert wird. „Sämtlichen anderen privaten und gewerblichen Bauwerbern wird seit Jahren der Bau von Tiefgaragen vorgeschrieben, selbst bei relativ kleinen Wohnanlagen und teilweise mehrgeschossig“, schreibt Sprecher Peer Prechtel in der Stellungnahme. So sollten den Stadtwerken als Kommunalunternehmen „keine ungerechtfertigten Privilegien zugestanden werden“, die Stadt vielmehr mit gutem Beispiel vorangehen. Der AK regt an, das Parkhaus um ein Obergeschoss zu verringern „und dafür zwei Pkw-Parkgeschosse unter Geländeniveau“ zu legen – was die Kapazität für Autos und damit die Rendite um 50 Prozent vergrößern würde. „Bei diesem hervorragenden, unproblematischen Baugrund auf dieser gewaltigen Fläche keine Untergeschosse zu erstellen, wäre aus statischer und baulicher Sicht eine unverantwortliche Nutzflächenverschwendung“, so Prechtel.

Zudem müsse der Bau aufgrund seiner Dimensionen und angesichts teils qualitätvoller Architektur im Umfeld „besonders gut gestaltet sein“. Deshalb sollte die Stadt nach Ansicht des AK einen Architektenwettbewerb oder zumindest ein Plangutachten durchführen.

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