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Im vorweihnachtlichen Licht des Christbaums beleuchteten Vertreter von kirchlichen und und gewerkschaftlichen Arbeitnehmerorganisatioen das Thema „Rente“. 

Aktion auf dem Marienplatz

Länger arbeiten? Nein danke!

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Weilheim - Mit einer Aktion  machten Kirchen und Gewerkschaften auf ein wichtiges Thema aufmerksam. Es hieß „Rente darf kein Glücksspiel sein“. 

Katrin ist 38 Jahre alt, verdient als Kauffrau derzeit fast 4000 Euro brutto. Doch das war nicht immer so, früher arbeitete sie Teilzeit wegen der Erziehung ihrer Kinder, demnächst wird sie wohl Teilzeit wegen der Pflege ihrer Eltern arbeiten. Mit 65 könnte sie ohne Abschläge in Rente gehen, da sie 45 Beitragsjahre hat. 1400 Euro Rente bekäme sie nach heutigem Wert, im Jahr 2030 werden es aber nur noch 1230 Euro sein.

Der Fall von Katrin war eines von sechs Beispielen die am Montagabend bei der „Sozialaktion“ auf dem Marienplatz in Weilheim vorgestellt wurden. Sie sollten zeigen, wie sich die staatliche Altersversorgung entwickelt. Die seit vielen Jahren veranstaltete, rund einstündige „Sozialaktion“ stand 2016 unter dem Thema „Rente darf kein Glückspiel sein!“ Sie wurde gemeinsam von IG Metall, der Dienstleistungsgewerkschaft „Verdi“, der katholischen Betriebsseelsorge, der katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und vom DGB ausgerichtet. Mit der Aktion wollten sie den aktuellen Stand der Rentendebatte darstellen, denn von derzeit 48 Prozent soll das Rentenniveau bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent gesenkt werden, so die Organisatoren. Mit der Folge, dass die Altersarmut weiter steige, in Bayern seien 22 Prozent der Menschen über 65 Jahre davon bedroht. Die Forderung lautete: „Rente muss für ein würdevolles Leben im Alter reichen“.

Es ist kalt am Montagabend, als eine schicke Endfünfzigerin sich neugierig der „Sozialaktion“ nähert. Das Thema „Rente“ interessiert sie, Betriebsseelsorger Andreas Kohl nimmt sich ihrer Fragen an. Er geht mit ihr die einzelnen Stationen der Mitmach-Aktion durch. Vorbei an den drei auf einer Bank aufgestellten Pappfiguren hin zu der Umfrage, bei der die Besucher sich für einen Weg entscheiden sollen, mit dem dem sinkenden Rentenniveau Paroli geboten werden kann und zu was sie bereit wären, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern.

Länger arbeiten? Höhere Beiträge zahlen? (Noch) mehr privat vorsorgen? Trotz Rente noch einen Job annehmen? Politisch aktiv werden und für ein gerechteres Rentensystem kämpfen? So lauteten die Vorschläge. Länger arbeiten? Das kommt für die Endfünfzigerin nicht in Frage, wie sie bestimmt erklärt. Bis Mitte der Veranstaltung kann sich auch kaum ein anderer Besucher dies vorstellen. Die meisten Stimmen (in Form von Nüssen) entfallen auf das politische Engagement für ein gerechteres System.

Immer wieder bleiben Passanten stehen, zwei Frauen um die 30 lesen im Vorbeigehen die Schilder. Als sie weitergehen, unterhalten sie sich. „Meine Mama hat keine 700 Euro Rente“, sagt die eine, „das hält man im Kopf nicht aus“. „Ich möchte gar nicht wissen, wie viel ich mal kriege“, fügt die andere an.

Die „Sozialaktion“ ist im Lauf der vergangenen Jahre eine feste Einrichtung in der Vorweihnachtszeit geworden. Sie hat sich aber mit der Zeit von einer Kundgebung mit Reden hin zu einer Mitmach-Aktion mit der Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen gewandelt.

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