1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Weilheim

„Straßenbau nicht mehr zeitgemäß“: Aktionsbündnis gegen B 2-Ausbau gegründet

Erstellt:

Kommentare

Zahlreiche Interessierte waren der Einladung von Felix Henkel (3.v.r.) gefolgt. Straßenbau „nicht mehr zeitgemäß“
Zahlreiche Interessierte waren der Einladung von Felix Henkel (3.v.r.) gefolgt. Straßenbau „nicht mehr zeitgemäß“ © gronau

30 Personen, die ein Dutzend Parteien, Bürgerinitiativen und Umweltschutz-Organisationen vertreten, die in Weilheim und Umgebung tätig sind, haben sich auf Einladung des SPD-Ortsvereins im Gasthaus „Schießstätte“ getroffen, um ein Bündnis gegen den B 2-Ausbau im Raum Weilheim zu gründen.

Weilheim – Der Weilheimer SPD-Ortsvorsitzende Felix Henkel, der die Veranstaltung moderierte, sieht angesichts der für den 13. September geplanten Befragung der Weilheimer Bürger zwei Notwendigkeiten. Erstens müssten alle Gegner des weiteren Straßenbaus „einen gemeinsamen Nenner finden“, und zweitens müssten sie handeln, und zwar schnell. Die meisten Weilheimer, die Mitte September das Schreiben der Stadtverwaltung mit dem Stimmzettel für oder gegen den Neubau der B2 um Weilheim herum bekommen werden, werden nach seiner Einschätzung sofort antworten. Eine entscheidungsbeeinflussende Information dieser Bürger habe also nur Sinn, wenn sie innerhalb der nächsten Wochen erfolge.

Ein langes Diskutieren von Detailfragen hält Henkel für nicht zielführend. Um Zeit zu sparen, müsse sofort gehandelt werden. Als kleinsten gemeinsamen Nenner schlug er ein klares „Nein zum Ausbau der B 2“ vor. Um auch eine positive Aussage zu haben, sollten alle Teilnehmer des Aktionsbündnisses auch ein klares „Ja zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, des Bahnverkehrs und zur Förderung des Radverkehrs in und um Weilheim“ aussprechen.

Chef des Bauernverbandes sieht Förderung des Radverkehrs kritisch

Grundsätzlich sprachen sich alle Anwesenden für das Aktionsbündnis aus. Nur der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Wolfgang Scholz, sieht die Förderung des Radverkehrs kritisch. Für den Bau von Radwegen würde Fläche gebraucht, die dann der Landwirtschaft fehlen. Auch die Ausweisung von Wirtschaftswegen als Radwege könnte aufgrund der geringen Breite dieser Wege zu Problemen führen. Hier müssten noch Lösungen gefunden werden. Die Landwirte würden vor allem eine oberirdischen Umfahrung von Weilheim ablehnen, da der Landwirtschaft zu viel Fläche verloren gehen würde.

Henkel rechnet damit, dass es in Weilheim eine engagierte Bürgerschaft gibt, die sich gegen übermäßigen Straßenbau ausspricht, weil sie erkennt, dass man das Verkehrsproblem nicht löst, indem man immer mehr Straßen baut. „Das CSU-Modell ist aus der Zeit gefallen“, so Henkel. Auch Annette Schulze von den „Grünen“ hält den weiteren Straßenbau für „nicht mehr zeitgemäß“. Dem schlossen sich die ÖDP-Kreisrätin Maiken Winter und ihr Kollege Peter Maier von den Linken an.

Flyer soll an alle Haushalte verteilt werden

Die anwesenden Vertreter der Weilheimer Agenda-Arbeitskreise und der Naturschutz-Organisationen sprachen sich grundsätzlich für eine Mitgliedschaft im Aktionsbündnis oder eine Mitarbeit in diesem aus, wollen dies aber zuerst noch in ihren Organisationen besprechen, bevor sie förmlich beitreten.

Um die Ziele des Aktionsbündnisses bekannt zu machen, soll Anfang September ein Flyer an alle Haushalte verteilt werden. Außerdem sind Infostände auf dem Marienplatz und Informationen in den sozialen Medien vorgesehen. Zu den geplanten Aktionen meinte Henkel: „Mein Gefühl ist, dass die Sache Spaß machen könnte.“

Das Aktionsbündnis ist laut Henkel keine geschlossene Gesellschaft. Mitmachen könne jede Organisation, die die freiheitlich demokratische Grundordnung achte. Wer teilnehmen wolle, kann unter „felix.henkel@spd-weilheim.de“ Kontakt aufnehmen. ALFRED SCHUBERT

Unser Weilheim-Penzberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an. 

Auch interessant

Kommentare