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Viel mehr als nur Kartoffeln; Thomas Schweyer (2.v.r.) erklärt den Besuchern seinen Garten. 

Hunderte Besucher 

Aktionstag „Gartenwonne“: Chemiefreie Erfolgsgeschichte

Beim Aktionstag „Gartenwonne“ des Netzwerks „Gartenwinkel-Pfaffenwinkel“ wurden am Samstag Führungen durch verschiedene Gärten angeboten.

Weilheim – Stolze 320 Kilogramm bringt Hazel auf die Waage. Das Mutterschwein der Rasse „Duroc“ hatte letztes Jahr elf Ferkel geworfen. Wie viele es diesmal sein werden, erfährt Thomas Schweyer in etwa sechs Wochen.

Auf seinem kleinen Hof in Unterhausen wollte er zunächst nur Kartoffeln anbauen. Mittlerweile hat er elf Kartoffel- und über 30 Gemüsesorten im Angebot, hält Schweine, Hühner, Enten und Kaninchen und wird demnächst einen Hofladen zum Direktverkauf samt Café eröffnen.

Aktionstag Gartenwonne: Reger Betrieb im Unterhauser Hofgarten

Einblicke in seinen Hofgarten bot er am Samstag im Rahmen des Aktionstags des Netzwerkes „Gartenwinkel-Pfaffenwinkel“. Die Besucher sollten „neue Ideen für den eigenen Garten mitnehmen und praktische Tipps aus erster grüner Hand erfahren“, so der Veranstalter.

In Thomas Schweyers Hofgarten in Weilheim-Unterhausen herrschte stundenlang reger Betrieb. „Das waren insgesamt sicher über 500 Leute“, schätzt der erschöpfte, aber sichtlich glückliche Haus- und Hofherr am späten Nachmittag. Weit über 100 Besucher hat er in mehreren Führungen in der prallen Sonne durch sein Reich geführt und ihnen seine Philosophie vermittelt.

Er arbeitet nach ökologischen Grundsätzen; alles darf hier so wachsen und gedeihen, wie es möchte – Tiere wie Pflanzen. Es wird weder gedüngt noch gespritzt, es kommt kein Glyphosat zum Einsatz. Damit das trotzdem Ertrag bringt, sind einige Voraussetzungen zu schaffen. Zunächst einmal hat Schweyer eine Hecke aus heimischen Hölzern wie Holunder, Schlehe und Weißdorn angelegt, die als Windschutz wie auch als Unterschlupf und Nahrungsquelle für Vögel und Insekten dient. „Sonst würde der scharfe Westwind Humus wegwehen“, erklärt er.

Zudem achtet er darauf, dass die Erde immer von Mulch oder Pflanzen bedeckt ist. Große Steine im Gelände dienen als Wärmespeicher und Temperaturregulatoren. Und wenn eine Pflanze wie die Kartoffel dem Boden Nährstoffe entzogen hat, müssen diese wieder zugeführt werden.

Den Kompost stellt der Landwirt selber her; auf dem Hof waltet ein großer Kreislauf von Erzeugung und Wiederverwertung. Vor zwei Jahren hat er damit begonnen, seine Erzeugnisse zu verkaufen. Da die Resonanz positiv ausfiel, wurde der Verkauf ausgeweitet und soll nun im Hofladen samt Café zum festen Standbein des Betriebes werden.

„Ich möchte, dass meine Kunden sehen und erleben, wo die Produkte herkommen und wie sie erzeugt werden“, betont Schweyer. So kann man das „Duroc“-Schwein zuvor persönlich kennen lernen, ehe man aus ihm erzeugte Wurst oder Fleisch auf den Teller bekommt. Und nur so kann man gewiss sein, dass dieses Tier zuvor das bestmögliche Leben hatte. Beim Aktionstag werden in der Dorfstraße 4 aber nicht nur Informationen, sondern auch die dazu gehörigen leiblichen Genüsse geboten. So gibt es hervorragende hausgemachte Limonade mit Holunder, Gurke-Minze und Himbeer sowie Kuchen und Gegrilltes. Bei dieser Qualität dürften Hofladen und Café zu einem Anziehungspunkt werden.

Von Sabine Näher

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