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Bei der Filmpremiere traf Lisa Dreer  in Andechs wieder auf Hauptdarsteller Simon Dornatz.

Aktuelles interview mit Lisa Dreer

Himmelfahrt mit Bierbichler

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Lisa Dreer (61) aus Weilheim  spielt die „alte Mare“ im Kinofilm „Zwei Herren im Anzug“. Wie sie dazu kam, erzählt sie im Interview.

Weilheim– Morgen ist Kinostart für „Zwei Herren im Anzug“, Josef Bierbichlers Verfilmung zu seinem eigenen Roman „Mittelreich“. Zu sehen ist in diesem Film auch die Weilheimer Laienschauspielerin Lisa Dreer (61). Ehe sie ab 21. April wieder mit der Weilheimer Gruppe „Die Almdudler“ auf der Bühne des Stadttheaters steht, sprachen wir mit Dreer über ihre Rolle in dem Kinofilm und die Zusammenarbeit mit Bierbichler.

Wie kamen Sie denn zur Filmrolle in „Zwei Herren im Anzug“?

Ich hab’ lange beim „Fischmeister“ in Ambach als Bedienung gearbeitet, deshalb kannte ich den Sepp Bierbichler, der ja dort auch wohnt. Und er wusste auch, dass ich über die „Almdudler“ mit Theater zu tun hab’. Irgendwann hat er mir mal erzählt, dass er sein Buch „Mittelreich“ verfilmen will, und gefragt: „Willst’ mitspielen?“. Es hat dann noch zwei, drei Jahre gedauert, bis wirklich klar war, dass der Film entsteht. Dann hat er mir nach der Arbeit einfach mal einen Satz gegeben, den ich sagen sollte, und das mit einer Kamera aufgenommen, wie bei einem Casting. Als ich überlegt hab’, welche Rolle ich mir zutrauen würde, hab’ ich mir gedacht: die „alte Mare“, die fromme Dienstmagd, die wäre was. Und irgendwann kam er von sich aus mit diesem Vorschlag, das hat mich schon sehr gefreut. Dann ist es aber noch lange hin und her gegangen, ich wusste eigentlich erst acht oder zehn Tage vor Drehbeginn im Februar 2017 so richtig Bescheid.

Wir würden Sie Ihre Rolle in dem Film beschreiben?

Die „alte Mare“ ist eine sehr gläubige Person, die Zeit ihres Lebens als Bedienstete in dieser Gastwirtsfamilie mitlebt und irgendwie dazugehört, sich aber ihres Dienststandes schon bewusst ist. Es ist keine Sprechrolle, es sind zwei, drei Szenen. Eine sehr eindrucksvolle Szene ist, wie die „alte Mare“ in den Himmel auffährt, nachdem sie die Papstkrönung miterlebt hat und so quasi die Erfüllung ihres Lebens gefunden hat.

Josef Bierbichler gilt ja nicht gerade als einfacher Mensch... Wie kamen Sie mit ihm zurecht?

Ich finde den Sepp auch sonst nicht schwierig, sondern eigentlich ganz normal. Aber so einfühlsam wie beim Drehen hab’ ich ihn noch nie erlebt. Ich hab’ ihn in keinster Weise als schwierig empfunden, das war im ganzen Team ein unglaublich harmonisches, konstruktives Zusammenarbeiten. Mir hat er bei den einzelnen Szenen bestimmte Stimmungen vorgegeben, in die ich mich hineinversetzen sollte – wunderbar einfühlsam und liebevoll. Und so war er auch bei den Profis.

Was war für Sie die schönste oder wertvollste Erfahrung bei den Dreharbeiten?

Die erstaunlichste Erfahrung war, dass Filmarbeit zu 80 Prozent aus Warten besteht. Man muss sich da unheimlich in Geduld üben, weil immer irgendwas hergerichtet werden muss und Szenen nochmal und nochmal gedreht werden – wobei sich mir als Laie nicht immer erschlossen hat, warum. Oder die vielen Details vor und hinter der Kamera, die Umbauten, der Riesenstab, der da beschäftigt ist – das hat mich sehr beeindruckt und begeistert. Das war mir nicht bewusst, wie viel Arbeit da dahinter steckt, obwohl ich ja ein bisschen die Theaterarbeit kenne.

Mit einem Satz: Warum muss man „Zwei Herren im Anzug“ sehen?

Es ist bayerischer Geschichtsunterricht im besten, aber nicht im üblichen Sinn: weit weg vom Klischeehaften und vom üblichen Heimatfilmniveau. Und mit ein paar skurrilen Bildern.

Macht es Spaß, den Film anzuschauen?

Spaß? Nein, um Spaß geht es da nicht. Es ist ein großartiger Film, der anregt, aufregt, nachdenklich macht. Aber er ist keine einfache Unterhaltung.

Zu sehen

ist „Zwei Herren im Anzug“ ab morgen im „Starlight“-Kino Weilheim (täglich außer So um 20 Uhr, So 17 Uhr; Info: Telefon 0881/ 901 14 10) und im „KinoP“ Penzberg (täglich um 17.30 und 20.30 Uhr; Info: 08856/80 20 882).

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