Schlechte Straßenverhältnisse?

Schwestern sterben bei Unfall: So reagiert Behörde auf Vorwürfe

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„Absolut entsetzt“ war ein Paar über die Straßenverhältnisse auf der B 2 am Freitag - an jenem Tag, an dem zwei Schwestern bei einem schweren Unfall ihr Leben ließen. Haben die Räumdienste versagt?

Weilheim – Schnee und Schneeregen sorgen seit dem Wochenende in der Region für winterliche Straßenverhältnisse. Nach dem schweren Unfall am Freitagnachmittag am oberen Hirschberg, bei dem zwei junge Frauen starben, gab ein Ehepaar aus Starnberg gegenüber dem „Starnberger Merkur“ an, „absolut entsetzt“ über den Zustand der Straße gewesen zu sein. Uwe Fritsch, Leiter des Staatlichen Baumamtes Weilheim, äußert sich zu den Vorwürfen und erklärt, wie der Winterdienst in Weilheim und Umgebung arbeitet.

Halten Sie die Kritik an den Straßenverhältnissen auf der B 2 für gerechtfertigt?

Uwe Fritsch ist Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim.  

Uwe Fritsch: Ich war an diesem Freitag gegen 17 Uhr selbst mit dem Auto auf der Unfallstrecke unterwegs. Von Weilheim aus kommend kann ich nicht bestätigen, dass die Straße glatt war – aus dieser Richtung kamen ja auch die beiden verunglückten jungen Frauen. Zwar hatten sich Wülste aus Schneematsch am Straßenrand gebildet, doch die Fahrspur war frei. Es waren ganz normale winterliche Verhältnisse. Das Ehepaar aus Starnberg kam allerdings aus der anderen Richtung. Auf dieser Strecke gab es wohl tatsächlich Probleme mit festgefahrenem Eis auf der Fahrbahn. Hier musste die zuständige Straßenmeisterei Gilching intensiv Tausalz einsetzen.

Lassen sich solche Probleme mit Eis und Schnee auf den Straßen vermeiden?

Im Winter ist es leider so, dass nicht alle Straßen zu jedem Zeitpunkt komplett frei sein können. Bei sehr schwierigen Witterungsverhältnissen sind unsere Räumfahrzeuge vier mal täglich im Einsatz – sie fahren Schleifen von 120 bis 150 Kilometern und sind pro Runde etwa vier Stunden unterwegs. Wenn es durchgehend schneit, dauert es manchmal einfach etwas, bis unsere Fahrzeuge wieder vor Ort sein können. Trotzdem sind wir immer gut vorbereitet: Die Straßenmeisterei verwendet ein eigenes Wetterinformationssystem, das sehr detailliert arbeitet. Außerdem wird sowieso bei jedem Einsatz vorbeugend gestreut.

Wann beginnt der Arbeitstag in der Straßenmeisterei an einem typischen Wintertag?

In der Straßenmeisterei in Weilheim gibt es neun Räumfahrzeuge, die ab 3 Uhr morgens ihre erste Runde fahren. Die zweite Runde beginnt dann gegen 7.30 Uhr. Je nach Witterungsverhältnissen rücken die Fahrer dann im Laufe des Tages noch ein- bis zweimal aus. Zudem sind Späher im Einsatz, die in der Region unterwegs sind und uns über die Straßenverhältnisse informieren.

Haben Sie einen Rat für Autofahrer, die bei den winterlichen Verhältnissen unterwegs sind?

Viele Autofahrer verlassen sich zu stark darauf, dass ihnen schon nichts passieren wird. Schneeverwehungen zum Beispiel können aber immer plötzlich auftreten. Jeder sollte bei winterlichen Straßenverhältnissen Geduld mitbringen und defensiv und verantwortungsbewusst fahren. Wer auf einer stark verschneiten oder besonders glatten Straße unterwegs ist, kann auch selbst Informationen an die Straßenmeisterei Weilheim, Telefonnummer 0881/1223060, weiterleiten.

Fragen: Marion Neumann

Rubriklistenbild: © dpa

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