Aktuelles Interview mit Schauspielerin Giulia Beckmann

„Es geht weniger darum, berühmt zu werden“

Weilheim/Peiting - Schauspielerei ist für Giulia Beckmann (38) mehr als ein Hobby – Der erste Kinofilm mit ihr erschien soeben als DVD.

„Schauspielerei muss in erster Linie Spaß machen, und es geht weniger darum, berühmt zu werden“, sagt die Peitingerin Giulia Beckmann. Die 38-Jährige hat die „Internationale Schule für Schauspiel und Acting“ in München besucht, spielte die Hauptrolle in Markus Pelzls Alkoholiker-Drama „Tretbootfahrer“, das soeben als DVD erschienen ist – und ist ab 15. April mit der Theatergruppe „liber“ im Weilheimer Stadttheater in der Krimikomödie „8 Frauen“ zu sehen.

Giulia Beckmann aus Peiting steht ab 15. April mit „liber“ auf der Bühne des Weilheimer Stadttheaters.

Wie lange probt ihr bei „liber“ schon für das Stück „8 Frauen“?

Wir proben seit Herbst. Ich spiele die Rolle der 20-jährigen Susanne, und sie ist nicht einfach zu spielen, weil sie vom Charakter so anders ist als ich selbst. Aber ich mag Herausforderungen, denn genau darauf kommt es bei der Schauspielerei an: Sich nicht nur in die Rolle einer anderen Person hineinzuversetzen, sondern diese Person zu sein.

Wie sind Sie zur Schauspielerei gekommen, und was fasziniert Sie daran?

Schauspielerei muss in erster Linie Spaß machen, und es geht weniger darum, berühmt zu werden. Ich war und bin als Grafikdesignerin tätig. Aber vor ein paar Jahren wollte ich meinen Horizont erweitern und habe mich für einen Schauspielworkshop in München angemeldet. Dass dieser auch als Aufnahmeprüfung in die Schauspielschule bewertet werden konnte, war mir zunächst nicht klar. Und so bin ich bei der Schauspielschule hängen geblieben. Die Schauspielerei ist abwechslungsreich, man kann sich in den Rollen und den Geschichten verlieren und mal wieder ein Kind sein.

Im März ist der erste Spielfilm mit Ihnen in der Hauptrolle als DVD erschienen. Wie sind Sie zu der Rolle gekommen?

Ich hatte mit dem Produzenten von „Tretbootfahrer“, Markus Pelzl, über eine seiner ersten Ausschreibungen Kontakt aufgenommen. Gut zwei Jahre hat es dann noch gedauert, bis gedreht wurde. Der Film war für mich ein cooles Abenteuer. Ich fand es super, an der Hauptrolle zu arbeiten, da konnte ich mich richtig viel mit dem Charakter befassen. Ich würde mindestens zwei Filme im Jahr drehen, wenn sich die Möglichkeit ergibt.

Welche Eindrücke konnten Sie beim Drehen sammeln?

Der Drehalltag hängt an so vielen Faktoren. Ein Team kommt zusammen, lernt sich knapp kennen, und dann wird gearbeitet. Jeder trägt seinen Part bei. „Tretbootfahrer“ ist ein Independent-Projekt mit viel Herzblut und sehr kleinem Budget gewesen. Es waren stressige, nervenzerreißende, sehr volle und dennoch supertolle Tage.

Welche Projekte stehen in nächster Zeit bei Ihnen an?

Aktuell läutet es zu den letzten Proben für „8 Frauen“ mit der Theatergruppe „liber“ im Weilheimer Stadttheater. Parallel startet ein neues multimediales, internationales Theaterprojekt in der Schweiz von Uwe Peter, wo ich Regie führen werde. Und für das Weilheimer Ferienprogramm möchte ich wieder einen Schauspiel-Schnupper-Workshop vorbereiten.

Wie schwer ist es, in der Schauspieler-Welt Fuß zu fassen?

Hmm. Es gibt eine Handvoll Schauspieler, die Fuß gefasst haben. Tausende, die es wollen und dafür sogar alles tun würden. Hunderte, die wirklich gut sind, ihr täglich Brot jedoch mit Kellnern verdienen... Mein Dozent sagte dazu mal: „20 Prozent Begabung, 30 Prozent Handwerk, 40 Prozent Glück.“ Und die anderen zehn Prozent? Das weiß keiner.

Die Aufführungen

von „8 Frauen“ mit der Theatergruppe „liber“ sind am Freitag und Samstag, 15./16. sowie 22./23. April, 20 Uhr, im Stadttheater Weilheim. Karten gibt es im Medienhaus-Ticketservice in der Sparkasse am Weilheimer Marienplatz (0881/ 686-11). Die DVD „Tretbootfahrer“ ist seit März im Handel erhältlich. Info: www.giuliabeckmann.de.

Die Fragen stellte Jonas Regauer

Rubriklistenbild: © Screenshot Kinoplakat des Dramas "Treetbotfahrer"

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