Ehe-, Familien- und Lebensberatung der Diözese

Vor allem Paare suchen Rat

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Weilheim - Die Ehe-, Familien- und Lebensberatung der Diözese in Weilheim ist gefragt. Im vergangenen Jahr suchten bei ihr 462 Menschen um Rat.

 Konflikte, Enttäuschungen, seelische Verletzungen – vielfältig sind die Probleme, mit denen die Mitarbeiter der sieben Psychologischen Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen (EFL) der Diözese Augsburg konfrontiert werden. Die EFL-Stelle Weilheim war dabei 2015 die einzige, bei der der Schwerpunkt bei der Paar- und nicht bei der Einzelberatung lag. Das geht aus dem jüngsten Tätigkeitsbericht hervor.

Seine Frau habe gedroht, mit der Tochter (2) von ihm fortzugehen – mit diesem Problem wandte sich ein 38-Jähriger im vergangengen Jahr hilfesuchend an die EFL. Dem Mann konnte laut Jahresbericht der EFL-Stelle Weilheim geholfen werden: Denn den im Schichtdienst arbeitenden Eheleuten sei bei der Beratung deutlich geworden, dass sie durch die Geburt ihrer Tochter und den Bau eines Hauses in eine „Überforderungssituation“ geraten waren. Es sei ihnen gelungen, sich auszutauschen und Lösungen zu erarbeiten. Der 38-Jährige und die 35-Jährige hätten erkannt, dass ihr Partner sich auf eine andere Weise geliebt fühlt als sie selbst. Ein Erfolg, der sich einstellte: „Sie schaffen es häufiger, die Liebessprache des anderen zu ,sprechen’“, heißt es im Jahresbericht.

Die 38-Jährige und seine Frau gehören zu den insgesamt 171 Paaren, die 2015 von der Hauptstelle Weilheim betreut wurden. 990 Beratungsstunden wurden dabei geleistet. 639 Stunden – also deutlich weniger – waren es in der Einzelberatung. Dazu kommen 46 Stunden in der Familien- und 31 in der telefonischen Beratung.

2015 wurden von der Hauptstelle Weilheim mit ihren Außenstellen Landsberg und Starnberg 462 Menschen betreut. Die Gesamtzahl der Beratungsstunden kletterte von 1624 im Jahr 2014 auf 1706, die der Fälle von 272 auf 286. In 57 Prozent der Fälle ging es 2015 um Fragen zu Problemen in Partnerschaft oder Familie oder zu Trennung und Scheidung.

Maximal zwei Wochen Wartezeit

„Wir waren froh, für alle Ratsuchenden Termine und Beratungen anbieten zu können, auch wenn sich das Team im Berichtsjahr verkleinert hat“, so der kommissarische Leiter der EFL-Stelle Weilheim, Pfarrer Klaus Cuppok. „Die Wartezeiten für ein Erstgespräch betrugen maximal zwei Wochen.“ Cuppok stellt fest: „Seit einigen Jahren schon beobachten wir die Entwicklung, dass es keine sogenannten ,einfachen Fälle’ mehr gibt.“ Die von den Klienten geschilderten Probleme seien vielschichtig, und ihnen lägen komplexe Ursachen zu Grunde. Die Beratungsstelle reagiere darauf auch mit Fortbildungsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter.

Dass bei der EFL-Stelle Weilheim im Gegensatz zu den anderen sechs Stellen die Paar- und nicht die Einzelberatung im Vordergrund steht, begründete Beraterin Birgit Misgeld bereits im vergangenen Jahr unter anderem damit, dass es im Einzugsbereich viele Paare und Familien gebe, und diese hätten mit diversen Belastungen zu kämpfen – von der Kindererziehung bis zu finanziellen Problemen. Die Arbeit der EFL-Stelle Weilheim wird vor allem von der Diözese Augsburg finanziert, aber auch von den Landkreisen Weilheim-Schongau, Starnberg und Landsberg und durch Spenden.

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