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Weilheim bleibt „Fairtrade-Stadt“ - Bei den Projekten ist noch Luft nach oben

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Von: Stephanie Uehlein

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Fair gehandelte Rosen aus Äthiopien wurden im März vergangenen Jahres in der Innenstadt verteilt – eine Aktion im Rahmen des Projektes „Fairtrade-Stadt Weilheim“, das den gerechten Handel fördern soll.
Fair gehandelte Rosen aus Äthiopien wurden im März vergangenen Jahres in der Innenstadt verteilt – eine Aktion im Rahmen des Projektes „Fairtrade-Stadt Weilheim“, das den gerechten Handel fördern soll. © Ralf Ruder/Archiv

Ob mit Plakaten oder mit Rosen, die an Passanten verteilt werden – mit vielen vergleichsweise kleinen Aktionen wird in Weilheim versucht, die Bürger für „Fair Trade“ (fairen Handel) zu sensibilisieren. Nun darf sich die Kreisstadt erneut für zwei Jahre „Fairtrade-Stadt“ nennen. Der Einsatz für gerechten Handel ist aber nicht immer von Erfolg gekrönt.

Weilheim – Manfred Stork ist im Rathaus Ansprechpartner in Sachen „Fairtrade-Stadt“ und auch Mitglied des örtlichen Fairtrade-Steuerungsteams. Er erklärt, dass die Kreisstadt wieder bestimmte Kriterien erfüllen musste, um sich den Titel auch für die Jahre 2022 und 2023 zu sichern. So muss jeweils eine bestimmte Zahl an Gastronomiebetrieben und Geschäften fair gehandelte Produkte anbieten. Inzwischen hat es die Stadt schriftlich: Mit einer Urkunde bestätigte der Verein „TransFair“, dass Weilheim zu den deutschlandweit fast 800 „Fairtrade-Städten“ gehört. In insgesamt 36 Ländern können sich über 2000 Orte mit diesem Titel schmücken. Weilheim gehört seit 2018 zu dem Kreis.

Es wurde kein einziger „Fairtrade“-Ball gekauft

Der Internetauftritt der Kommune (weilheim.de) verrät, auf wen diese beim Projekt „Fairtrade-Stadt“ zählen kann. Blumen- und Modeläden bieten genauso passende Produkte an wie Cafés und der „Weltladen“. Fair gehandelter Kaffee und Tee bei Ausschuss-Sitzungen ist einer der Beiträge, die die Stadt leistet.

Stork wünscht sich mehr Beteiligung seitens der örtlichen Vereine, etwa der Sportvereine. Ein Versuch, letztere mit ins Boot zu holen, war aber nach seinen Worten nicht erfolgreich. Als bei einer Aktion fair gehandelte Sportbälle vorgestellt wurden, hätten nicht nur im Vorfeld viele der Eingeladenen abgesagt. Es sei von den Vereinen wohl auch kein einziger „Fairtrade“-Ball gekauft worden, so Stork. Die Coronakrise macht es Weilheim schwerer, „Fairtrade-Stadt“ zu sein – zum Beispiel, wenn ein Projektpartner seinen Betrieb pandemiebedingt für immer schließt oder das „Faire Frühstück“ schon nach dem zweiten Termin nicht mehr stattfinden kann.

Erzeuger erhalten gerechte Bezahlung

Stork könnte sich auch mehr Beteiligung seitens der Schulen vorstellen. Bislang sind nur das Gymnasium und die Oberlandschulen Projektpartner. Aber, so weiß der Rathaus-Mitarbeiter, an den Schulen „sind immer Macher nötig, die hinter dem Projekt stehen“. „Herr Scharbert am Gymnasium brennt dafür“, nennt Stork auch gleich einen Lehrer als Beispiel.

Mit vielen vergleichsweise kleinen Aktionen, die aber kontinuierlich angeboten werden, wollen die Aktiven in Sachen „Fairtrade-Stadt Weilheim“ die Bevölkerung dazu animieren, jenen Handel zu unterstützen, bei dem die Erzeuger eine gerechte Bezahlung erhalten. Bei der nächsten Aktion stehen fair gehandelte Blumen im Mittelpunkt: Es gibt wieder Rosen für Passanten in der Innenstadt, wie Stork ankündigt. „Fair Trade“ sei nicht in allen Fällen möglich, sagt er. Als „Fairtrade-Stadt“ habe Weilheim aber auf kommunaler Ebene die Möglichkeit, Anstöße für positives Verhalten zu geben.

Der Ansprechpartner

in Sachen „Fairtrade-Stadt“ im Rathaus Weilheim, Manfred Stork, ist unter Telefon 0881/682-4200 erreichbar.

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