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„Liebloser Kanal“ soll schöner werden

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Von: Magnus Reitinger

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Das „Bacherl“ in der Ledererstraße gleiche „einem lieblosen Kanal“, finden Weilheims ÖDP-Stadträte – und fordern eine Umgestaltung.
Das „Bacherl“ in der Ledererstraße gleiche „einem lieblosen Kanal“, finden Weilheims ÖDP-Stadträte – und fordern eine Umgestaltung. © Ralf Ruder

Das „Bacherl“ in der Ledererstraße solle umgestaltet, Weilheims Altstadt dadurch attraktiver werden. Das fordert die ÖDP-Stadtratsgruppe. Finanziert werden könne das mit der Förderung aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“. Doch die Ratskollegen sind skeptisch – und lehnten den Antrag erst mal ab.

Weilheim – Eigentlich sollte der kleine Bachlauf in der Ledererstraße mitsamt dem Brunnen vor der Musikschule ja „zur Attraktivitätssteigerung der Stadt beitragen“, erinnern die beiden ÖDP-Vertreter Roland Bosch und Gerd Ratter an den Bacherl-Bau 2010 im Zuge der Altstadtsanierung. Doch elf Jahre später müsse man festzustellen: Dieses Ziel sei nur teilweise erreicht worden. „Das Bacherl gleicht leider einem lieblosen Kanal, der aufgrund der harten Abbruchkanten und seiner Tiefe mit Sturz- und Verletzungsrisiken behaftet ist“, heißt es in dem Antrag. Und weiter: „Ein Absperrbügel samt Verkehrszeichen soll das Risiko reduzieren, ist aber rein optisch unschön. Die Brücken über das Bacherl gleichen einem Provisorium. Zusätzlich ist das Bacherl durch Außengastronomie weitgehend zugebaut und nur an wenigen Stellen frei zugänglich.“

Fördertöpfe anzapfen

Die ÖDP-Stadträte beantragen deshalb eine Umgestaltung: „mit Sitzbänken als Ruhezonen, Spiel- und Planschmöglichkeiten für Kinder und einer ansprechenden Grünanlage“. Das würde ihrer Meinung nach „erheblich zur Aufenthaltsqualität der Innenstadt und damit zu ihrer dauerhaften Belebung beitragen“ – was angesichts der Leerstände dringend nötig sei. Zugleich würde so „die bisher relativ eng umgrenzte Kernzone um den Marienplatz“ entzerrt und erweitert.

Finanziert werden könne die Umgestaltung laut ÖDP aus den Mitteln, die Weilheim aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“ der Freistaats bekommt. Hier wurden der Stadt insgesamt 240 000 Euro zugesagt, was bei 80 Prozent Förderquote einem Investitionsvolumen von 300 000 Euro entspricht. Ein Teil davon ist für Zwischennutzungskonzepte, einen Zukunftsworkshop und Investitionen in den „Kulturstadel“ an der Eisenkramergasse gedacht. Doch immerhin 135 000 Euro will die Stadt in den kommenden drei Jahren für verschiedene Verschönerungsmaßnahmen in der Innenstadt verwenden (wir berichteten).

Umgestaltung wäre „Luxus“

Ob der ÖDP-Vorschlag dabei zum Zuge kommt, ist aber mehr als fraglich. Laut Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus, war das Bacherl Teil eines Wettbewerbes, der via Städtebauförderung bezuschusst wurde. Bei einer so baldigen Umgestaltung müssten Fördermittel zurückgezahlt werden, warnte Stork, und es gäbe keine neuen – womit das Projekt „in der jetzigen Haushaltslage nicht darstellbar“ sei.

„Das schon nach zehn Jahren wieder anzugehen, wäre Luxus“, meinte in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung auch Rupert Pentenrieder (BfW): „Da haben wir ganz andere nötige Maßnahmen.“ Er stellte auch infrage, ob die Ledererstraße damit wirklich attraktiver würde: „Die Attraktivität besteht hier eher in der Außengastronomie, die Platz braucht.“ Den Bereich „eher mit Grünpflanzen zu verschönern“, schlug Klaus Gast (CSU) vor.

Mit Ausnahme von ÖDP-Vertreter Ratter lehnten alle Bauausschuss-Mitglieder den Antrag auf Bacherl-Neugestaltung ab. Allerdings, so war man sich einig, soll im genannten Zukunftsworkshop für die Innenstadt besprochen werden, wie die Ledererstraße attraktiver werden kann.

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