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In der Mittagsbetreuung ist es zu eng - Ammerschule Weilheim bekommt provisorischen Neubau

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Von: Magnus Reitinger

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An Schultagen ist es hier rappelvoll: Blick ins jetzige Gebäude der Mittagsbetreuung an der Ammerschule.
An Schultagen ist es hier rappelvoll: Blick ins jetzige Gebäude der Mittagsbetreuung an der Ammerschule. © ruder

Die Grundschule an der Ammer bekommt ein zusätzliches Gebäude für die Mittags- und Nachmittagsbetreuung – und zwar zunächst eine Übergangslösung. 800 000 Euro stellt die Stadt dafür bereit, in einem Jahr soll der Interimsbau bezugsfertig sein.

Weilheim – Die Notwendigkeit des Projekts ist unstrittig. Die erst 2018 eingeweihten Räume der Mittagsbetreuung an der rund 300 Schüler zählenden Ammerschule seien jetzt schon knapp, hieß es bei der Vorberatung im Hauptausschuss (wir berichteten): Mit über 100 Nutzern sei die Kapazitätsgrenze erreicht, man habe bereits Kinder ablehnen müssen. Für den weiter wachsenden Betreuungsbedarf in den kommenden Jahren würde der Platz erst recht nicht ausreichen – zumal Eltern ab 2026 nach und nach einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung haben.

Die Entscheidung fiel dem Stadtrat schwer

Der Bedarf für einen Ausbau der Mittagsbetreuung beziehungsweise Aufbau des „offenen Ganztags“ (OGTS) an der Ammerschule ist also klar. Leicht fiel dem Weilheimer Stadtrat die fällige Entscheidung dennoch nicht. Denn vor wenigen Wochen erst hat die Stadt eine so genannte „Planungsphase 0“ angestoßen, in der mit allen Beteiligten geklärt wird, wie groß ein Neubau für die OGTS sein soll, was er bieten muss und wo er eigentlich stehen kann. Ein solcher Bau wird mehrere Millionen kosten. Und dass nun vorher noch ein Interimsgebäude erstellt werden soll, schmerzt die Stadtratsmitglieder angesichts chronisch klammer Kassen.

Stadtbaumeisterin: „Das haut mit einer schnellen Lösung nicht hin“

Weil die „finale Lösung“ mehrere Jahre Vorlauf verlange, führe an einer Übergangslösung aber kein Weg vorbei, war man sich in der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause einig. Grünen-Vertreter Karl-Heinz Grehl warf zunächst in den Raum, „gleich etwas Gescheites zu bauen, das nicht ,Interim’ heißt und doch nicht ganz teuer ist“. Denn „ich glaube einfach nicht, dass wir hier in ein paar Jahren gleich wieder einen Neubau schaffen“, so Grehl: „Es geht darum, jetzt Geld zu sparen und bald über eine dritte Grundschule in Weilheim oder eine echte Erweiterung einer der bestehenden Schulen nachzudenken.“ Doch man sei für die Ammerschule „vielleicht in drei Jahren so weit, dass wir wissen, was wir planen“, antwortete Stadtbaumeisterin Katrin Fischer: „Das haut mit einer schnellen Lösung nicht hin.“ Auch sei dann ein Architektenwettbewerb angeraten.

Gewünscht ist „etwas Solideres als ein Container“

So votierte der Stadtrat letztlich einstimmig für die Erstellung eines Interimsgebäudes an der Ammerschule. Dieses solle „schon etwas Solideres als ein Container“ sein, betonte Klaus Gast (CSU) als Schulreferent des Gremiums. Und es soll Luft verschaffen für weitere Planungen. 800.000 Euro werden für diese Übergangslösung im städtischen Haushalt 2023 eingeplant. Im September 2023 soll das Gebäude, das direkt neben der jetzigen Mittagsbetreuung vorgesehen ist, bezugsfertig sein.

Tillman Wahlefeld (BfW) bat erst noch, den Beschluss „vorbehaltlich der Haushaltsberatungen im Herbst“ zu fassen. Doch das „würde nicht funktionieren“, sagte Stadtkämmerer Christoph Scharf: Der Stadtrat werde den Haushalt 2023 wohl nicht vor Februar oder März beschließen können. Wolle man das Interimsgebäude zum Schuljahresbeginn 2023/24 nutzen, brauche es noch heuer die Freigabe. Stadtbaumeisterin Fischer fügte an, dass es sich bei den 800.000 Euro um eine „grobe Schätzung“ handle. Man werde „genau prüfen, welche Größe nötig ist und ob eine günstigere Lösung möglich ist“, versprach sie.

Lesen Sie hier, wie Weilheims Verschönerungsverein die Stadt grüner machen will

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