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Angler im Boot verärgert Schwimmer

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Von: Kathrin Hauser

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Ein Angler steht in der aufgehenden Morgensonne am Dietlhofer See.
Angler sollen den Badebereich meiden, oder, wie hier zu Zeiten angeln, an denen es keine Schwimmer gibt. © EMANUEL GRONAU

Im Sommer ist der Dietlhofer See ein Lieblingsplatz der Weilheimer. In der Regel klappt es zwischen Schwimmern und Anglern gut, kürzlich gab es jedoch Streit.

Weilheim – Seit 15 Jahren leben Dagmar und Wolf Grabo in Weilheim und ebenso lange gehen sie im Sommer regelmäßig im Dietlhofer See baden. Dagmar Grabo schwimmt dabei immer die gleiche Strecke vom so genannten „Seniorensteg“ quer über den See ans andere Ufer und wieder zurück. Dabei lasse sich der Bergblick so schön genießen, sagt sie. „Ich schwimme da seit 16 Jahren und es ist noch nie etwas gewesen“, erzählt Dagmar Grabo. Auch am Montagnachmittag ging das Ehepaar wieder zum Baden an den See. Doch statt die gewohnte Erholung zu bringen, wurde dieser Badeausflug zum Ärgernis.

„Ich bin als erste rausgeschwommen“, erzählt Dagmar Grabo. Ungefähr in der Mitte des Sees auf Höhe des Seniorenstegs sei ihr ein Angler im Boot begegnet. „Der junge Mann hat seine Angel immer in meine Richtung ausgeworfen“, berichtet die Weilheimerin.

Ein Mann schwimmt morgens im Dietlhofer See.
In der Regel können Schwimmer unbehelligt im Dietlhofer See baden. © EMANUEL GRONAU

Sie habe gefürchtet, von Angelschnur und Haken getroffen zu werden und habe den jungen Mann angesprochen. Auch, weil sie bislang davon ausgegangen sei, dass Boote auf dem Dietlhofer See verboten seien. Sie habe gesagt, dass das doch nicht sein müsse, dass zur Badezeit dort geangelt würde, wo auch immer viele Schwimmer unterwegs sind und dass Bootfahren ihrer Ansicht nach verboten sei. „Der Angler war uneinsichtig und hat unschöne Dinge gesagt“, sagt die Seniorin. Dann sei ihr Mann dazugekommen, habe auch noch mit dem Fischer geredet.

„Ich fragte ihn, ob es nötig sei, hier während der Badezeit zwischen den Schwimmern die Angel auszuwerfen“, erzählt Wolf Grabo. Der Bootsfahrer habe geantwortet, dass es den Mitgliedern des Fischereivereins jederzeit und auf dem ganzen See erlaubt sei zu angeln. „Ich entgegnete, dass der See doch groß genug ist, um während der Badezeit im unteren Teil zu fischen“ sagt Wolf Grabo. Auch am nächsten Tag noch ist er empört über dieses Verhalten: „Das ist doch völliger Quatsch. Das muss doch nicht sein.“

Laut Andreas Wunder, dem Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Weilheim hat der Bootsfahrer unrecht, wenn er meint, dass er jederzeit und überall auf dem Dietlhofer See angeln kann. Es sei ihm als Mitglied des Fischereivereins zwar ebenso wie den Mitgliedern der Wasserwacht als einzigen erlaubt, auf dem Dietlhofer See Boot zu fahren, sofern das den Vereinszwecken dient, aber oberste Maxime sei: „Durch die Angler dürfen die Schwimmer nicht behindert werden“, sagt Wunder. In der Regel gebe es keine Probleme zwischen Badenden und Anglern. „Wir haben keine großen Beschwerden.“ Er rate den Fischern, während des Badebetriebs in den südlichen Teil des Sees auszuweichen, wo auch zu belebten Zeiten nur wenige Schwimmer unterwegs sind.

Beim „Weilheimer Fischereiverein“ ist das Verhalten auf dem See während der Badesaison immer wieder Thema, wie Stefan Schröpfer vom Vorstand des Vereins sagt. „Unsere Vorgabe ist gegenseitige Rücksichtnahme.“ Die Vereinsmitglieder seien angehalten, möglichst im Badebereich gar nicht zu angeln und wenn überhaupt, dann spät abends, nachts oder früh morgens, wenn dort keine Schwimmer sind und immer Rücksicht zu nehmen. In der Regel funktioniere das Miteinander von Anglern und Schwimmern im Dietlhofer See auch ganz gut. „Wir kommen miteinander klar“, sagt Schröpfer.

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