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Mit warmen Schuhen und einem Heizlüfter versucht Anna Kistler die Kälte, die der Fußboden ausstrahlt, zu lindern. 

Anna Kistler (88) muss in ihrer Wohnung frieren

Die Kälte kommt von unten

Weilheim – Anna Kistler (88) hat schon viele harte Winter erlebt. Doch heuer betet sie täglich, dass der Winter nicht zu hart werden möge. Denn nachdem der Frisörsalon unter ihrer  Wohnung geschlossen hat, ist der Boden ihrer Eigentumswohnung empfindlich kalt.

Die 88-Jährige, die sich trotz ihres hohen Alters komplett alleine versorgt, hat schon lange Blasen- und Nierenprobleme und fürchtet nun um ihre Gesundheit. In der Drei-Zimmer-Wohnung läuft die Heizung Tag und Nacht, doch auch das kann nichts gegen den kalten Fußboden ausrichten. „Die Kälte zieht über die Füße die Beine hoch und den Rücken hinauf“, sagt Kistler.

Sie hat viel unternommen, um den Zustand in ihrem Zuhause zu verbessern: Hat sich an den Eigentümer der Räumlichkeiten unter ihrem Zuhause gewandt, bei der Hausverwaltung um Unterstützung gebeten – doch bislang ohne Erfolg. Dabei stellt sich die Seniorin nichts Unmögliches vor: „Wenn der Eigentümer an die Fensterfronten Styroporplatten hinhängen würde, wäre es schon besser“, sagt sie. Der Geschäftsraum, der sich unter der Wohnung von Kistler befindet, ist rundum verglast, was nach Einschätzung der Seniorin ihren Fußboden mehr auskühlen lässt, als wenn Mauern diesen umgeben würden.

Sie sehnt sich nach den Zeiten zurück, als die Räume unter ihr beheizt waren. „Solange jemand unten war, war es viel besser.“ Seit 1988 lebt sie in der Wohnung, die sie damals mit ihrem Mann zusammen gekauft hat. Sie hat schon mehrere Operationen überstanden und seit jeher mit Blaseninfekten zu kämpfen, „aber das geht über meine Kräfte“, sagt sie. Wenn es ganz schlimm wird, stellt die 88-Jährige einen Heizlüfter an, doch die Fußsohlen kann dieser auch nicht wärmen.

Inzwischen ist die Weilheimerin mit ihren Nerven am Ende. Wenn sie über ihre Situation spricht, kämpft sie immer wieder mit den Tränen. Und sie fürchtet sich vor den harten Wintertagen, die noch bevorstehen: „Wenn zehn Grad minus kommen, langt die Heizung nicht mehr.“

Die Hausverwaltung hat wenig Möglichkeit, den Zustand in der Wohnung der alten Dame zu verbessern. Die Mitarbeiter möchten namentlich nicht genannt werden, bedauern aber, dass ausgerechnet im Winter der Laden unter der Wohnung der 88-Jährigen leer steht. Die Häuser, in denen Kistler ihre Wohnung hat, wurden 1960 gebaut, damals sei noch nicht gut gedämmt worden, so eine Mitarbeiterin von der Hausverwaltung. „Heute baut man anders.“

Mehr als allen Beteiligten gut zuzureden könne sie aber nicht tun. Denn was mit dem leer stehenden Geschäft passiere, ob es beheizt werde oder nicht, ob andere Fenster eingebaut oder die bestehenden Fenster isoliert würden oder nicht, sei allein die Entscheidung des Eigentümers. Und einen Käufer oder Mieter für das Geschäft zu finden, sei offenbar nicht so leicht. „Mir tut das furchtbar leid, aber mir sind als Verwaltung die Hände gebunden“, sagt die Mitarbeiterin.

Kathrin Hauser

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