So soll der Gemeinschaftsgarten mal aussehen.
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Anträge der Agenda 21

Wunsch nach Gemeinschaftsgärten in Weilheim - aber auch Vorbehalte

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Das Stadtgebiet soll nach geeigneten Standorten für gemeinschaftlich genutzte Gärten und Hochbeete durchforstet werden. Damit kommt das Rathaus zwei Anträgen der Weilheimer Agenda 21 nach. Doch es gibt auch einige Vorbehalte.

Weilheim – Gleich zwei frische Anträge des Agenda-Arbeitskreises „Lebensmittel & Essen“ waren Thema der jüngsten Bauausschuss-Sitzung in der Weilheimer Stadthalle: Auf städtischem Grund sollten zum Frühjahr 2022 Gemeinschaftsgärten zum Gemüseanbau geschaffen werden. Wenn die Stadt geeignete Flächen gefunden habe, würde die Agenda-Gruppe Bürger suchen, die diese bearbeiten wollen, und bei der Realisierung mithelfen.

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Außerdem schlägt der AK vor, an mehreren Stellen im Stadtgebiet Hochbeete für jedermann aufzustellen. Damit würde die Stadt dem wachsenden Interesse an regionaler, eigener Lebensmittelerzeugung Rechnung tragen und Bürgernähe demonstrieren, wie es im Antrag heißt. Die Stadtwerke sollten die Hochbeete aufstellen und befüllen, der Agenda-Kreis würde sich um die Bepflanzung kümmern und könnte die Betreuung organisieren.

Doch im Bauausschuss des Stadtrates wurden gegen beide Anträge erst mal Vorbehalte laut. Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus, fürchtet, die Hochbeete könnten verwüstet werden – wie man es schon bei so manchem städtischem Blumentrog erlebt habe: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas bei uns funktioniert.“ Auch Bürgermeister Markus Loth (BfW) sieht es „grundsätzlich kritisch, öffentliche Flächen für private Nutzung freizugeben“.

Was die Forderung nach Gemeinschaftsgärten betrifft, verwies das Stadtbauamt zunächst auf die „vier großen Kleingartenanlagen“, die in Weilheim seit Jahrzehnten bestehen, und die „Sonnenäcker“ der Solidargemeinschaft Weilheim-Schongauer Land. Private Gemüsegärten seien im Außenbereich im Grunde nicht zulässig, erklärte Stork; und man habe durchaus „eine Hemmschwelle“, diesbezüglich Bauleitplanungen anzustoßen.

Doch für ÖDP-Vertreter Gerd Ratter wurde der Agenda-Antrag damit „missverstanden“: Es müsse ja nicht im Außenbereich sein – und es gehe darum, als Ergänzung zu Schrebergärten und „Sonnenäckern“ neue Modelle anzubieten, bei denen der gemeinschaftliche und soziale Aspekt zum Tragen komme. „Viele Beispiele in anderen Städten zeigen, dass das sehr gut funktioniert“, so Ratter. „Das Organisatorische kann man regeln“, meinte auch Horst Martin (SPD); mögliche Flächen für ein solches Projekt sieht er zum Beispiel beim Neubaugebiet „Am Hardtfeld II“.

„Wir müssen uns wirklich auf die Suche machen, dass man so etwas mal anbietet“, schloss sich an dieser Stelle auch Bürgermeister Loth an. So kam der Ausschuss letztlich überein, dass die Stadtverwaltung nach geeigneten Flächen suchen soll – sowohl für Gemeinschaftsgärten als auch für mögliche Hochbeete. Bei Erfolg werde sich das Gremium dann erneut mit der Sache befassen.

Nicht konkret besprochen, aber quasi mit abgesegnet hat der Bauausschuss zugleich einen Antrag der CSU-Fraktion, wonach an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet „Naschgärten“ angelegt werden sollen. Etwa in der Grünanlage am Riss, am Seniorenparcours beim Stadttheater, an Spielplätzen, an der Stadthalle oder an den Grünrändern vor den Grundschulen könnten nach und nach Beerensträucher und kleinere Obstbäume gepflanzt werden – deren Früchte zum allgemeinen Verzehr gedacht wären. Solche „Naschgärten“ würden laut Antragsteller helfen, „um die Natur im wahrsten Sinne des Wortes begreiflich zu machen und zum Erhalt der biologischen Vielfalt beizutragen“. Und: Die Anpflanzung geeigneter Sträucher und Bäume, so die CSU, wäre „sicherlich im laufenden Unterhalt finanzierbar“.

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