Tuning-Szene

Auto-Poser-Szene erlebt Aufschwung: Anwohner schlagen Alarm - Polizei will jetzt durchgreifen

  • Katrin Kleinschmidt
    VonKatrin Kleinschmidt
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  • Franziska Florian
    Franziska Florian
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Die Tuning-Szene in der Region erlebt einen Aufschwung. Neben der Optik lieben sie es laut, viele auch schnell. Zum Leidwesen der Anwohner. Die Polizei greift jetzt ein.

Landkreis – Es war kein Ausnahmefall, was sich am vergangenen Samstag am Neidhartpark in Weilheim abspielte: Rund 120 Anhänger der Autotuning-Szene trafen sich dort, bis mehrere Polizeistreifen das Treffen wegen nicht eingehaltener Corona-Regeln auflösten.

In Weilheim gibt es mehrere Treffpunkte

Wie Anke Messerschmied, Polizeihauptmeisterin bei der Inspektion Weilheim, berichtet, sind die frisierten Autos und deren Halter „momentan überall“ anzutreffen. Besonders häufig sind sie jedoch in der Oberen Stadt, der Pollinger Straße stadtauswärts sowie auf dem Gögerl unterwegs. Anwohner der Gegenden haben es deshalb nicht immer leicht. Auch nachts wird noch mal extra Gas gegeben, damit der Motor eine Fehlzündung produziert oder der Auspuff extra laut röhrt.

Bisher wurden die getunten Fahrzeuge bei den üblichen Streifenfahrten angehalten. Dabei wurde auch kontrolliert, ob alles ordnungsgemäß zugelassen ist. Doch da das Problem jetzt bekannt ist, wird die Polizei Weilheim zukünftig verstärkt kontrollieren und ein höheres Augenmerk auf die Tuning-Szene haben.

Schongauer Polizei hat schon länger ein Auge auf Auto-Poser

Bei der Inspektion Schongau stehen Freunde von frisierten Autos schon längere Zeit unter Beobachtung. Die Marktoberdorfer Straße galt im vergangenen Jahr als Schwerpunkt, Anlieger berichteten von Straßenrennen zwischen den Kreisverkehren. „Wir haben verstärkt Kontrollen gemacht“, sagt Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg. Mit Radarmessungen wurden die Fahrer ausgebremst, zudem kontrollierten Beamte die Fahrzeuge, „Wir haben zwei, drei Kollegen, die sind da sehr fit.“ So manches Fahrzeug musste zur Kontrolle beim TÜV und wurde anschließend wegen technischer Veränderungen von der Zulassungsstelle stillgelegt. Die Situation habe sich im Vergleich zum Vorjahr gebessert. „Es ist nicht einfach, aber wir sind weiter an der Sache dran.“ Auch die Penzberger Polizei kennt Probleme mit getunten Autos. „Das meiste sind Ausrüstungsverstöße“, wie zum Beispiel nicht eingetragene Auspuffanlagen, die für mehr Dezibel sorgen, erklärt Polizeihauptkommissar Rolf Neubauer.

Manche Autos müssen zur Untersuchung zum TÜV oder zur Dekra

Wenn jemand einen Treffpunkt der Auto-Tuner meldet, fahren die Beamten zur Kontrolle vorbei. Ansonsten werden diese im Rahmen der Streife gemacht. Vereinzelt schickten die Polizisten dann Autos zum TÜV oder zur Dekra. Dann mussten die Änderungen am Auto oftmals wieder rückgängig gemacht werden. Oder aber die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs erlosch.

Wie in Schongau und Weilheim treffen sich die Anhänger der Tuning-Szene auch in Penzberg innerorts, am liebsten in der Innenstadt. „Die fahren da, wo Menschen sind. Die wollen gesehen werden“, sagt Neubauer. Zum Leidwesen der Anwohner.

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Rubriklistenbild: © Symbolfoto: Privat

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