Philipp Brugger und Apothekerin Andreea Bogdan haben in der Ammer-Apotheke die Masken schon griffbereit an der Kasse aufgestellt. Die Nachfrage war enorm.
+
Philipp Brugger und Apothekerin Andreea Bogdan haben in der Ammer-Apotheke die Masken schon griffbereit an der Kasse aufgestellt. Die Nachfrage war enorm.

Am Dienstag und Mittwoch kam der große Ansturm

Apotheken haben Masken „bis unters Dach“ -Drogeriemärkte sind hingegen leer gefegt

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
    schließen

Die Ankündigung, im Einzelhandel und öffentlichen Nahverkehr gelte ab kommenden Montag, 18. Januar, eine FFP2-Maskenpflicht, überraschte nicht nur die Menschen. Auch die Apotheker und Einzelhändler hätten sich etwas mehr Zeit zur Vorbereitung gewünscht.

Landkreis – „Zwei von drei Kunden wollen die FFP2-Masken“, sagt Günther Rath, der die Kreuz-Apotheke in Penzberg leitet. Seit Dienstag sei „extrem viel los“ gewesen. Doch nicht nur wegen der anstehenden FFP2-Maskenpflicht. Auch wegen der Gutscheine, die ältere Menschen im Januar von ihren Krankenkassen bekommen sollten, kamen viele Nachfragen, die das Apotheken-Team beantworten musste. Genug Masken habe Rath auf Lager. „Wenn es so weitergeht, muss ich aber welche bestellen“, erklärt er.

Dass die Nachfrage wieder zugenommen hat, merkt auch Joachim Lippl in der Penzberger Stadt-Apotheke. „Der Unterschied zum Frühjahr ist nur, dass jetzt genug Masken da sind“, sagt er. Die Verordnung mache aber Sinn. „Die Masken bieten mehr Schutz als die medizinischen“, so Lippl.

Neue FFP2-Masken-Lieferung kam gleich am nächsten Tag

Die Bahnhof-Apotheke in Weilheim hat am Dienstag gleich weitere FFP2-Masken bestellt, wie Lydia Ergardt schildert. „Der Ansturm war wirklich sehr groß.“ Die Lieferung der „paar tausend Masken“ kam bereits gestern an. Von Apotheken-Kunden habe sie erfahren, dass beispielsweise bei der Drogerie Rossmann in Weilheim alle Masken vergriffen sind. Das bestätigt eine andere Kundin gegenüber der Heimatzeitung: „Die Mitarbeiterin sagte, dass alle FFP2-Masken vergriffen sind.“ Wann wieder eine Lieferung kommt, konnte die Verkäuferin nicht beantworten, so die Kundin.

Nach dem Ansturm am Dienstag hat auch Philipp Brugger, Leiter der Weilheimer Ammer-Apotheke sowie der Apotheke St. Pölten, weitere Masken bestellt. Gegen Ende der Woche erwarte er die Lieferung. Zwar habe er durch die Gutschein-Aktion eh viele Masken, aber „die Nachfrage war schon sehr groß“, berichtet Brugger.

Peißenberg: Apotheker kommt Kunden mit Preis entgegen

In Peißenberg ist die Situation ähnlich: „Uns hat es gestern ziemlich zerrissen“, sagt Philipp Kircher, Inhaber der St. Ulrich Apotheke. Es wäre schön gewesen, wenn die Apotheken einen Vorlauf bekommen hätten, meint der Apotheker. Damit sich auch jeder die Masken leisten könne, komme Kircher den Kunden mit dem Preis entgegen. „Unendlich Spielraum habe ich aber auch nicht“, sagt er. Genug FFP2-Masken hat er jedenfalls – „bis unters Dach“, erklärt Kircher und lacht. Er habe sich mit Kollegen schon im Vorfeld wegen der Coupon-Aktion zusammengetan und viele der nun begehrten Masken gekauft.

Durch die verschickten Gutscheine hat sich auch die Karwendel-Apotheke in Weilheim gut vorbereitet. „Wir sind aktuell ausreichend bevorratet“, sagt Inhaberin Nina Hasenbalg-Glas. Am Dienstag habe jedoch das Telefon nicht mehr stillgestanden: Zum einen kam die Frage, ob denn noch genug Masken da wären. Zum anderen, ob die älteren Menschen die Coupons in den Apotheken bekommen. „Da mussten wir natürlich viel erklären“, berichtet Hasenbalg-Glas.

Bereits im Dezember hat Hasenbalg-Glas Gratis-Masken vor der Apotheke verteilt.

Im Supermarkt haben nur vereinzelt Kunden nach FFP2-Masken gefragt

Sie findet es jedoch schade, dass die älteren Bürger jetzt erst einmal selbst für ihre Maske zahlen müssten. „Die Coupons werden ja stückchenweise verschickt“, und bis Montag werde wohl nicht jeder seinen Gutschein bekommen.

Nicht nur in Apotheken sind die begehrten FFP2-Masken zu bekommen. Auch Supermärkten verkaufen sie. „Wir hatten nur noch wenige da“, sagt Ludwig Fink, der den Edeka-Markt in der Kanalstraße in Weilheim leitet. Bereits gestern Abend kam eine neue Lieferung an und die Kunden können ab heute wieder Masken kaufen. Sollten diese auch bald verkauft sein, könne Fink innerhalb von 24 Stunden Nachschub liefern – solange sein Lieferant das stemmen könne. Der Ansturm hielt sich bei Fink aber in Grenzen: „Es haben nur ein paar einzelne Kunden danach gefragt.“

So wird es ab Montag wohl aussehen: Ludwig Fink wird die Edeka-Kunden auf die Pflicht von FFP2-Masken hinweisen.

„Sinnvoll finde ich die Regelung auf alle Fälle“, sagt Fink. Zum Wochenende werde er noch ein Schild aufhängen, dass auf die bevorstehende FFP2-Makenpflicht hinweist. „Ab Montag stehe ich selber am Eingang und weise die Kunden auf die FFP2-Masken hin“, sagt Fink. Wer sich dann nicht daran halte, werde des Ladens verwiesen.

Auch interessant

Kommentare