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Arbeitsmarkt im Landkreis

So viel Kurzarbeit wie noch nie: Über 6500 Anträge bei Arbeitsagentur

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Die Corona-Pandemie hat auch in der Region Einfluss auf den Arbeitsmarkt, die Arbeitslosenquote ist erneut gestiegen. Die Agentur für Arbeit beschäftigt nicht zuletzt das Thema „Kurzarbeit“.  

Weilheim-Schongau - Die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Beschränkungen im öffentlichen Leben haben den Arbeitsmarkt auch im Mai unter Druck gesetzt. Im Bezirk der Arbeitsagentur Weilheim (dazu gehören die Landkreise Fürstenfeldbruck, Landsberg, Weilheim-Schongau, Starnberg und Garmisch-Partenkirchen) hat sich die Arbeitslosenquote im Mai gegenüber dem April um 0,3 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent erhöht.

„In einem Mai war die Quote zuletzt 2010 höher“, schreibt die Agentur in ihrem nun veröffentlichten Monatsbericht. In Zusammenhang mit Corona rückt das Thema „Kurzarbeit“ in den Fokus. Für die Monate März und April wurden im Agenturbezirk von 6568 Betrieben für insgesamt 62.569 Menschen Anträge auf Kurzarbeitergeld eingereicht. In dieser Größenordnung – gemeint ist die Zahl der Betriebe und der Beschäftigten – „hatten wir das noch nie“, sagte Elvira Thoma, bei der Agentur zuständig für Presse und Marketing, auf Anfrage. In der Finanzkrise 2008 „war es nur ein Bruchteil“.

Arbeitsagentur: 1057 Betriebe melden im Landkreis Kurzarbeit an

Betroffen seien vor allem die Gastronomie, der Einzelhandel (ohne Kfz-Handel) und das Gesundheitswesen. Im Landkreis Weilheim-Schongau wurden Anzeigen von 1057 Betrieben mit 11 088 Arbeitnehmern registriert. Allerdings sagt die Anzahl noch nichts darüber aus, in welchem Umfang tatsächlich Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen wird. So stellen die Unternehmen Anträge vorsorglich, um keine Fristen zu verpassen. Bei der Zahl der Mitarbeiter sind die Betriebe gehalten, mit dem „Worst-Case-Szenario“ zu rechnen. Es sei nicht möglich, nachträglich mehr Beschäftigte in Kurzarbeit zu schicken, als vorab angezeigt wurde.

Arbeitsagentur: Quote im Bezirks steigt auf 3,4 Prozent

Daten, wie viel Kurzarbeitergeld nun wirklich abgerufen wurde, liegen erst mit fünfmonatiger Verzögerung vor – also frühestens im August. Um den reinen „Corona-Effekt“ bei der Kurzarbeit bewerten zu können, ziehen die Statistiker nur März und April zu Rate. Kurzarbeit im Mai oder Juni, so die Annahme, könnte auch andere Gründe haben. 

Insgesamt waren im Bezirk im Mai 13.102 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 4687 mehr als im Mai vorigen Jahres. Demgegenüber stehen 4377 Stellenangebote. Im Kreis Weilheim-Schongau waren im Mai 2290 Menschen arbeitslos (769 mehr als 2019). Die Quote stieg gegenüber April von 2,8 auf 3,0 Prozent. Immerhin: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Gesamtbezirk ist im Vergleich zum April zurückgegangen. Haben sich im Vormonat noch 4494 Menschen neu als arbeitslos gemeldet, so verringerte sich die Zahl im Mai auf 3181 Zugänge. Für 1871 Menschen endete die Zeit der Beschäftigungslosigkeit. 

Arbeitsagentur: Ausbildungsmarkt bleibt recht stabil

Angesichts der Wucht des wirtschaftlichen Einbruchs halte sich die Verschlechterung der Arbeitsmarktzahlen in Grenzen, so die Arbeitsagentur. Der Blick auf den Ausbildungsmarkt stimmt Oliver Wackenhut, „Geschäftsführer operativ“, optimistisch: „Erfreulicherweise wird es wohl keinen in besonderem Maße benachteiligten Corona-Jahrgang in der Ausbildung geben.“ Die Unternehmen wüssten, „dass trotz der Unsicherheiten die Ausbil-dung der Nachwuchskräfte weiterlaufen muss“. Die Rückgänge bei den gemeldeten Stellen seien marginal. Nach wie vor kommen statistisch gesehen auf jeden gemeldeten Bewerber 1,18 Ausbildungsstellen.

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