Astrazeneca sollen im Freistaat bald nur noch Hausärzte verimpfen – an Personen über 60 Jahre.
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Ärztesprecher: „Bitte nicht anrufen!“

Astrazeneca für alle – was bedeutet das für die niedergelassenen Ärzte?

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Die Nachricht kam am Mittwochabend doch überraschend. Der Astrazeneca-Impfstoff wurde im Freistaat Bayern aus der Priorisierung genommen. Das bedeutet, dass sich jeder, der möchte, in den Praxen der niedergelassenen Ärzte mit dem Vakzin impfen lassen kann – egal, wo er auf der Impf-Prioritätenliste steht, egal, ob er jünger oder älter ist als 60 Jahre.

Landkreis - Alle unter 60, so schreibt es die Neuregelung vor, müssen aber vor der Impfung eingehend beraten werden. Einziger Haken an der Sache: „In dieser Woche wurde überhaupt kein Astrazeneca an die Praxen geliefert – und wenn, dann werden auch in den kommenden Wochen nur sehr geringe Mengen ankommen“, sagte Peter Lidzba, ärztlicher Koordinator der niedergelassenen Ärzte im Landkreis, im Gespräch mit der Heimatzeitung. Allerdings habe das Impfzentrum in Peißenberg angeboten, bei Bedarf „eine signifikante Menge von mehreren hundert Dosen“ an die impfenden Ärzte im Landkreis abzugeben. „Verwaltungsleiter Christian Achmüller hat mitgeteilt, dass der Impfstoff nach dem Motto ,wer zuerst mailt, mahlt zuerst’ an die Praxen geht, die sich am schnellsten melden“, so Lidzba.

Er appellierte in diesem Zusammenhang noch einmal an alle, die sich mit Astrazeneca impfen lassen wollen, nicht in den Praxen anzurufen. Dort sei ohnehin schon dauernd besetzt. „Die Ärzte werden Sonderimpfaktionen veranstalten, zu denen jeder – ob nun Patient in dieser Praxis oder nicht – kommen kann“, versprach er. Die Termine und Modalitäten würden auf den Internetseiten der einzelnen niedergelassenen Ärzte angekündigt. Zuvor müsste aber noch die schriftliche Bestätigung des Freistaats Bayern vorliegen, dass der Staat die Haftung für mögliche Impfschäden nach der Verabreichung von Astrazeneca übernimmt. „Der Freistaat Sachsen hat das bereits getan, bei uns steht das noch aus.“ Diese Erklärung würde bestehende Sorgen bei den Ärzten ausräumen.

Doch auch abseits der Freigabe von Astrazeneca rechnet er damit, dass es jetzt schnell geht mit der Impfkampagne. „Für die kommende Woche wurde unserer Praxis die Lieferung der dreifachen Menge Biontech-Impfstoff wie in dieser Woche angekündigt“, berichtete Lidzba. Tendenz weiter steigend. Das liege auch daran, dass der Landkreis Weilheim-Schongau nach dem neuen Verteilschlüssel zwar weniger Impfstoff als der Landkreis Starnberg zugeteilt bekomme, aber mehr als die Garmischer oder die Tölzer. Woran genau das liegt, konnte er aber auch nicht erklären. Er lobt allerdings noch einmal die gute Zusammenarbeit mit dem Impfzentrum in Peißenberg.

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