Ärger über CSU

Attacken auf Aiwanger wegen Impf-Äußerungen „eine Frechheit“: Freie Wähler geben Parteichef Rückendeckung

  • Kathrin Brack
    VonKathrin Brack
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Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger hat mit seinen Äußerungen zum Thema Impfen für Krach in der bayerischen Koalition gesorgt. Während die CSU Aiwangers Impf-Äußerungen kritisiert, geben ihm Parteigenossen im Landkreis Rückendeckung. Gleichzeitig betonen sie die Wichtigkeit der Impfkampagne.

Landkreis – Kreisrat Michael Marksteiner empfindet es als „bodenlose Frechheit, das Söder das so breittritt. In welche Richtung die Diskussion läuft, ärgert mich.“ Die Attacken der CSU gegen Aiwanger seien reine Wahlkampftaktik. „Da ist jedes Mittel recht. Dabei sollte es um Inhalte gehen.“ Aiwangers Aussagen waren „ungeschickt gemacht, er hat eine Vorbildfunktion. Aber seine Entscheidung gegen das Impfen muss man hinnehmen“, sagt Marksteiner.

Corona-Impfungen: CSU-Attacke gegen Aiwanger - „Bodenlose Frechheit“

Arnold Reuss, FW-Direktkandidat im Wahlkreis Weilheim für den Bundestag, sagt, er habe sich selbst für die Impfung entschieden, „wenn auch nicht ohne Skepsis“. Die Impfung sei ein entscheidender Baustein in der Bewältigung der Pandemie. „Ich kann nur mit den Fakten werben, die für mich selbst erfahrbar waren: dass ich selbst und alle Geimpften in meinem Umfeld die Impfung bisher sehr gut vertragen haben.“

Freie Wähler betonen: Corona-Impfung eine persönliche Entscheidung

Die Entscheidung für oder gegen die Impfung sei vor allen Dingen eine persönliche, mit der sich der oder die Betroffene wohlfühlen müsse. „Die Stellungnahmen von Hubert Aiwanger pochen lediglich auf diese Freiwilligkeit“, betont der Weilheimer. „Die Empörungen darüber scheinen mir an vielen Stellen völlig überzogen und durchschaubar.“

Um in Richtung CSU zu ergänzen: „Für mich passt es jedenfalls nicht zusammen, dass sich etwa die CSU zwar grundsätzlich auch gegen einen Impfzwang ausspricht, gleichzeitig aber doch Druck ausübt, indem sie Nicht-Geimpfte wie Herrn Aiwanger öffentlich verunglimpft.“

Auch Susann Enders betont, dass die Freien Wähler keinen Druck beim Impfen aufbauen wollen. „Das Impfen ist ein wichtiger Baustein. Wir sind aber der Meinung, dass es eine persönliche Entscheidung bleiben muss“, sagt die Landtagsabgeordnete aus Weilheim. Diese Freiheit müsse auch Hubert Aiwanger zugestanden werden.

Kritik an Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

„Die ganze Debatte fing damit an, dass Herr Söder öffentlich sensible Gesundheitsdaten seines Stellvertreters ausplaudert hat. Das war eine deutliche Grenzüberschreitung.“ Sie bedauere, dass daraus eine „Hexenjagd“ geworden sei. „Die Gesellschaft ist gespalten. Wer geimpft ist, ist gut. Wer nicht geimpft ist, ist böse. Und wenn man kritisch ist, ist man ein Querdenker – das verurteile ich.“

Laut Enders erreichen sie überwiegend positive Rückmeldungen zu ihrem Parteichef. Ob und wem die Diskussion bei der Bundestagswahl schadet oder nützt, werde man im September sehen.

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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

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