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Die Aufnahme mit einer Drohne zeigt die ausgesteckte mögliche Trasse einer Ostumfahrung am Gögerl. Die Flatterbänder wurden zur besseren Sichtbarkeit grafisch verstärkt. Im Hintergrund ist die Stadt Weilheim zu erkennen. 

„Die Straße zeigt ihr gesicht“

Auf den Spuren einer  Ostumfahrung

Die Bürgerinitiativen „Heimat 2030“ und „Marnbach-Deutenhausen“ laden für kommenden Sonntag zur Begehung einer möglichen Umfahrungstrasse am Gögerl ein. Sie wollen das Ausmaß der Naturzerstörung durch den Bau der Straße vor Augen führen.

Weilheim – Wo und wie eine mögliche Trasse einer Ostumfahrung von Weilheim verlaufen könnte und was das für die Natur am Gögerl bedeuten würde, das stellen die Umfahrungsgegner von „Heimat 2030“ und der Bürgerinitiave „Marnbach-Deutenhausen gegen eine Weilheimer Ostumfahrung“ der B 2 am kommenden Sonntag, 8. April, vor. Sie laden unter dem Motto „Die Straße zeigt ihr Gesicht“ zu einer Begehung einer der möglichen Trassen ein. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Hechenbergkreuz, dort wo ein Tunnelportal entstehen könnte.

Verschiedene Referenten werden bei der Begehung Erläuterungen zu der Trasse geben und auf mögliche Alternativen eingehen, heißt es in einer Pressemitteilung von „Heimat 2030“. Im Anschluss an den Ortstermin wird im „Gmünder Hof“ eingekehrt, jenem kleinen Bauernhof, der nahe des südlichen Kreisels an der B 2 liegt, von dem die Umfahrung Richtung Gögerl abgehen könnte. Bei Kaffee, Kuchen und Weißwürsten sind kreative Beiträge der Teilnehmer willkommen, heißt es in der Mitteilung.

Seit einigen Wochen schon knattern die Flatterbände am Gögerl im Wind, die einen rund einen Kilometer langen Streckenabschnitt der Ostumfahrung markieren, der laut den entlang der Trasse aufgestellten Hinweistafeln bis zu 100 Meter breit werden könnte. Diese Trasse wurde von den Verkehrsplanern des Staatlichen Bauamtes in der jüngsten Stadtratssitzung als „ortsferner Ortskorridor vorgestellt (wir berichteten). Es handelt sich bei ihr um einen von acht möglichen Streckenkorridoren, die untersucht werden, um daraus bis Ende des Jahres eine so genannte Vorzugstrasse herauszufiltern. Bei dem abgesteckten Streifen handelt es sich zudem um einen Abschnitt der im „Bundesverkehrswegeplan 2030“ dargestellten Umfahrungstrasse für die Kreisstadt.

Die Bürgerinitiativen haben bereits über 25000 Unterschriften gegen eine Umfahrung der Kreisstadt gesammelt. Alle diese Varianten bedeuten in ihren Augen „einen enormen Flächenverbrauch und Naturzerstörung“. Während mögliche Westtrassen durch ein FFH-Gebiet verliefen, „sind die Ostkorridore in unmittelbarerer Nähe zu bestehenden Wohngebieten sowie Neubaugebieten und Schulneubauten geplant“, kritisierten sie. „Auf beiden Seiten würde eine Umfahrung einen Großteil der Bevölkerung von den Naherholungsgebieten abschneiden“. Zudem müssten Landwirte wegen der Flächenverluste um ihre Existenz fürchten.

Dem gegenüber stehe, „dass der Verkehr in Weilheim überwiegend Ziel-, Quell und innerstädtischer Verkehr ist“, heißt es in der Erklärung von „Heimat 2030“, „Aus diesem Grund und weil wir eine Spaltung der Stadt vermeiden wollen, setzen wir uns gegen jegliche Umfahrung ein“, so die Position von „Heimat 2030“, die wie folgt ergänzt wird: „Einem Tunnel in bergmännischer oder ,Deckelbauweise’ stehen wir offen gegenüber“. Der Bau eines solchen wird laut Staatlichem Bauamt in zwei Varainten untersucht: sowohl unter der B 2 als auch unter der Krottenkopfstraße/Römerstraße.

Insgesamt sind aktuell acht Varianten für eine Entlastungsstraße von Weilheim in der Diskussion. Am Gögerl ist es neben der ausgesteckten ortsfernen auch eine ortsnahe, die im Süden erst kurz vor der Stadtgrenze Richtung Gögerl abzweigt.

Im Rahmen der von den beiden Bürgerinitiativen organisierten Trassenbegehung am kommenden Sonntag lädt auch die FDP Weilheim-Pfaffenwinkel zu einer Informationsveranstaltung auf das Gögerl ein. Sie beginnt um 10.30 Uhr am Hechenbergkreuz und bietet neben Informationen die Möglichkeit zur Diskussion. Die Weilheimer FDP macht sich für eine Untertunnelung der B 2 stark.

gre

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