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Studierende der Universität Osnabrück entnahmen an der Ammer bei Unterhausen Wasserproben für das Projekt „MicBin“. 

Einzigartiges Forschungsprojekt

Aufwendige Untersuchung: Wie viel Plastik schwimmt in der Ammer?

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Die Ammer ist Teil einer bislang einzigartigen Untersuchung in Sachen „Mikroplastik in Flüssen“. An elf Stellen wurden dafür Wasserproben entnommen, unter anderem bei Unterhausen.

Weilheim – „MicBin“ heißt das groß angelegte Projekt, in dem das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) zusammen mit sechs weiteren Institutionen untersucht, „wie viel Mikroplastik über das deutsche Donaueinzugssystem Richtung Schwarzes Meer transportiert wird“. Das Projekt ist Teil des vom Bund finanzierten Forschungsverbunds „Plastik in der Umwelt“, das deutschlandweit ein „Bild des Gesamtproblems“ erstellen und Lösungsansätze entwickeln soll – mit dem langfristigen Ziel, „Kunststoffe in der Umwelt spürbar zu reduzieren“.

Sichtbar wurde „MicBin“ vor einigen Tagen an der Ammerbrücke bei Unterhausen: Studierende der Universität Osnabrück entnahmen der Ammer dort über auffällige „Filterkaskaden“ Wasserproben, um fundierte Messwerte zu bekommen, wie viel Mikroplastik (also Plastikpartikel, die kleiner als fünf Millimeter sind) in der Ammer schwimmt. Bei dem mehrstündigen Einsatz wurden rund 1000 Liter Wasser über mehrere Feinfilter mit Maschenweiten zwischen einem Viertel und zehn Tausendstel Millimetern gepumpt.

Der Rückstand auf den Filtern wird im Labor am LfU-Standort Wielenbach aufbereitet und analysiert. Mit Hilfe eines Spezialmikroskops können dort die Plastikpartikel bis zu einer Größe von zehn Tausendstel Millimetern nach ihrem Typ unterschieden werden. „So lässt sich herausfinden, ob ein Partikel mal ein Yoghurt-Becher war oder eine Plastiktüte“, erklärte der Sprecher des LfU auf Anfrage des „Weilheimer Tagblatt“.

Neben elf Stellen an der Ammer (in Oberammergau, Unterammergau und Weilheim) wurden bei der insgesamt einwöchigen Probenahme-Kampagne auch die Amper, die Loisach und die Würm auf Mikroplastik untersucht. In fünf Teams waren dafür jeweils zwei bis drei Mitarbeiter im Einsatz. Im Labor in Wielenbach gab es zwei weitere Teams, die die Filterkaskaden vorbereiteten; insgesamt waren 18 Personen beteiligt. Kommendes Jahr sollen dann weitere Proben entnommen werden.

Abschlussbericht im Jahr 2020

Am Ende des Projekts „MicBin“ wird ein Computermodell mit den Messwerten gefüttert, um abzuschätzen, wie viel Mikroplastik in den bayerischen Donauzuflüssen ist und welche Mengen über die Donau in Richtung Weltmeere gehen. Diese Daten, so heißt es aus dem Landesamt für Umwelt, „verbessern unser Verständnis über Mikroplastik“. Die Forscher wollen zum Beispiel wissen, in welchen Wassertiefen Mikroplastik transportiert wird, in welchem Verhältnis es zu sonstigen Schwebstoffen wie Algen, Sand oder Ton steht und welchen Einfluss Kläranlagen-Zuleitungen haben.

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden am Ende des Projekts im Jahr 2020 in einem Abschlussbericht veröffentlicht. Sie sollen helfen, „den Eintrag von Mikroplastik in die Weltmeere zu verringern“, so das LfU.

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