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Für das Gebäude der einstigen „Bader-Stuben“ in der Hofstraße gibt es neue Pläne: Die Bauwerber wollen in dem denkmalgeschützten Haus ein kleines Hotel schaffen.

Ehemalige „Bader-Stuben“ in Weilheim

Wird aus einstiger Kult-Kneipe ein Stadthotel?

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Neue Pläne für die ehemaligen „Bader-Stuben“ in der Hofstraße: Aus dem seit Jahren leer stehenden Gebäude soll ein kleines Stadthotel werden. Der Bauausschuss des Stadtrats zeigte sich begeistert von dem Vorhaben.

Weilheim – Nachdem Maximilian Bader, der letzte Besitzer der legendären „Bader-Stuben“, im Dezember 2017 gestorben ist und das Haus verkauft wurde, war die Rede davon, dass dort Wohnungen entstehen sollen (wir berichteten). Doch jetzt gibt es andere Pläne: Weilheims Bauausschuss hatte am Dienstag über einen „Antrag auf Vorbescheid“ zu entscheiden, wonach dort ein „kleines Stadthotel als Garni“ mit Tagescafé oder Weinlokal vorgesehen ist. 16 Zimmer mit maximal 30 Betten soll das Hotel laut Antragsteller haben. Er wolle das historische, inzwischen als Einzeldenkmal ausgewiesene Anwesen dafür „vollständig, aber behutsam und denkmalgerecht“ sanieren, so hieß es in der Sitzung.

Dass sich der Bauwerber im Vorfeld „freiwillig bei der Denkmalschutzbehörde gemeldet“ habe, stellte Manfred Stork, Leiter der städtischen Bauverwaltung, als vorbildlich heraus. Im vorderen, historischen Teil seien laut Antrag „möglichst wenig Eingriffe“ geplant. Die jüngere, erdgeschossige Bebauung im hinteren Grundstücksbereich solle hingegen abgerissen und durch einen zweigeschossigen Neubau mit einem kleinen Hof ersetzt werden. „Das ist alles zulässig und in Ordnung“, resümierte Stork, „wir haben da nichts einzuwenden“.

Die Bauausschuss-Mitglieder zeigten sich großteils hoch erfreut über das Vorhaben und stimmten dem Vorbescheidsantrag einhellig zu. „Es ist wirklich toll, dass jemand so etwas plant“, sagte Claus Reindl (BfW). Und CSU-Vertreter Klaus Gast befand: „Das tut der Innenstadt gut.“ Auch für Grünen-Sprecher Alfred Honisch wäre das Hotel „durchaus ein Gewinn“, und er lobte, „dass behutsam vorgegangen wird“. Doch die entscheidende Frage sei, inwieweit dadurch zusätzlicher Verkehr erzeugt werde und wie es mit Stellplätzen aussehe.

Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt sieht darin kein Problem. Ein solches Hotel in der Altstadt ziehe „nicht unbedingt Autofahrer“, sondern eher Bahn- und Radfahrer an. Und für das An- und Abfahren von Gästen, die mit dem Auto kommen, könnte man einen Stellplatz vor dem Haus reservieren, meinte Roppelt: „Das könnte man zulassen, weil das Ganze wirklich ein Gewinn wäre – genau so etwas fehlt in Weilheim.“ Laut Stork müssten für die neue Nutzung zusätzlich etwa sechs Stellplätze per Einmalzahlung abgelöst werden (weil sie satzungsgemäß nötig wären, aber tatsächlich kein Platz für sie ist). Gast verwies darauf, dass „das Stellplatzproblem noch größer wäre“, wenn statt eines Hotels Wohnungen geschaffen würden.

Es spreche also „überhaupt nichts“ gegen das Vorhaben, sagte Stefan Zirngibl (CSU): „Ich freue mich über diesen Antrag. Denn für Häuser dieser Art ist in Weilheim ein erhöhter Bedarf gegeben.“

„Von der Größe her passt das zu Weilheim“, meinte auch Michael Lorbacher (SPD) – und fügte an: „Ich finde es spannend, dass die Gastronomie und Hotellerie plötzlich Weilheim entdecken. Das ist ein ganz positives Zeichen.“

Magnus Reitinger

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