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Aus für Solarpark-Pläne in Unterhausen? - Neue Bürgerinitiative würde Fläche gern pflegen

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Von: Magnus Reitinger

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Wertvolle Pflanzen wachsen auf der Wiese an der Bahn zwischen Unterhausen und Wielenbach, auf der die Stadtwerke Solarmodule errichten wollten.
Wertvolle Pflanzen wachsen auf der Wiese an der Bahn zwischen Unterhausen und Wielenbach, auf der die Stadtwerke Solarmodule errichten wollten. © Quinger/Archiv

Das Solarpark-Projekt der Stadtwerke in Unterhausen scheint passé zu sein. Das Landesamt für Umwelt hat offenbar bestätigt, dass die Wiese ein Biotop ist. Eine neu gegründete Bürgerinitiative würde die Fläche nun gern kaufen oder pachten, um sie „dauerhaft zu schützen“.

Weilheim – Öffentlich liegt es noch nicht vor, das „neutrale Gutachten“ über die naturschutzfachliche Qualität der Wiese an der Bahnlinie zwischen Unterhausen und Wielenbach, auf der die Energie GmbH der Stadtwerke Weilheim eigentlich 1500 Photovoltaik-Module errichten wollte. Doch die Stadt Weilheim und die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt bekamen vom Landesamt für Umweltschutz (LfU) am 20. Mai „eine vorläufige Biotopbeschreibung zur internen Verwendung“, wie es in der jüngsten Stadtratssitzung hieß.

Noch liegen nicht alle Daten vor

Ratsmitglied Ullrich Klinkicht („Weilheim Miteinander“) hatte eine schriftliche Anfrage zum Sachstand der Untersuchungen gestellt und darauf von der Stadtverwaltung öffentlich Antwort bekommen. Dabei machte Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung, jedoch deutlich, dass es sich „um keine dringliche Angelegenheit“ handle und es für die Behandlung eigentlich zu früh sei. Denn das LfU habe „darauf hingewiesen, dass die Daten noch nicht vollständig abgenommen seien“ und eine „Endabnahme“ erst nach vollständiger Bearbeitung und Prüfung stattfinde.

Fläche ist offenbar zu 80 Prozent Biotop

Nach Klinkichts Informationen sollen „auf etwa 80 Prozent der relevanten Flächen schützenswerte Lebensraumtypen nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz festgestellt“ worden sein. Darüber könne aktuell jedoch „noch keine Aussage getroffen werden“, so Stork mit Verweis auf die laufende Prüfung. Gleichwohl deutet alles darauf hin, dass die amtliche Untersuchung inhaltlich das vom Bund Naturschutz im Januar vorgelegte Gutachten bestätigt, laut dem auf einem Großteil der Wiese „gesetzlich geschützte Biotope“ festzustellen seien.

Neue Bürgerinitiative „Zukunft Weilheim“

Um diese Wiese in dieser Art dauerhaft zu erhalten, hat sich inzwischen eine „Bürgerinitiative Zukunft Weilheim“ gegründet. Deren aktuell 13 Mitglieder wollen nun klären, ob der hohe ökologische Wert der Wiese „lokal auch einzigartig ist“, so Sprecherin Verena Wendt – „was zu vermuten ist“, wie sie hinzufügt. Zudem habe die Initiative der Stadt Weilheim angeboten, die Fläche von ihr anzukaufen oder langfristig zu pachten, um sie extensiv zu bewirtschaften und die Biotope zu pflegen. Zuletzt war die jahrelang ungedüngte Wiese trotz ausstehender Untersuchung gegüllt worden (wir berichteten) – was bei der BI wie auch beim Bund Naturschutz für Empörung sorgte. „Dies redet die Stadtverwaltung Weilheim mit einem Kommunikationsfehler klein“, kritisiert Wendt.

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Auf Klinkichts Anfrage bestätigte Stork im Stadtrat, dass im Rathaus am 30. Mai per E-Mail eine „Anfrage einer Gruppe von Weilheimer Bürgerinnen und Bürgern“ einging, die besagte Fläche „zu kaufen oder längerfristig zu pachten“. Darüber müsse letztlich der Hauptausschuss des Stadtrates entscheiden.

Planungsbüro sprach von „artenarmem Grünland“

Schließlich wies Klinkicht darauf hin, dass eben diese Wiese 2021 „in einer von der Stadt Weilheim in Auftrag gegebenen Untersuchung“ eines Landschaftsarchitekturbüros als „intensiv genutztes, artenschützerisch relativ artenarmes Grünland“ bewertet worden sei. Sollte sich dieses Gutachten letztlich als grob fehlerhaft herausstellen, so Kinkicht weiter, sei die Frage, ob die Stadt Möglichkeiten habe, „um bereits gezahlte Honorare zu kürzen, zurückzufordern oder Schadensersatz geltend zu machen“.

Laut Stork handelt es sich dabei jedoch nicht um ein Gutachten. Das Büro sei „durch die Stadtwerke Weilheim Energie GmbH als Vorhabenträger mit der Erstellung der Planunterlagen für eine Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung eines Bebauungsplanes beauftragt“ worden. Deshalb hätten die Stadtwerke auch die Planungskosten zu tragen, so Stork, „für die Stadt selbst sind keine Kosten entstanden“.

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