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Bei der Preisverleihung in München: Regierungspräsidentin Brigitta Brunner (l.) übergab die Urkunde an (v.l.) Martin Lindner und Markus Bauer. Mit dabei war Weilh eims 3. Bürgermeisterin Angelika Flock.

Preis für Weilheimer Firma 

Ausgezeichnete Integration  - für alle

Ausbildungsplätze für junge Flüchtlinge schaffen, das ist Integration. Integration ist aber noch weit mehr. Das beweist die Firma „Bauer Maschinen und Technologie“ in Weilheim. Dafür erhielt sie den Oberbayerischen Integrationspreis 2017. 

Weilheim – Als bei „Bauer Maschinen und Technologie“ im Jahr 2015 ein junger Mann aus Syrien seine Ausbildung begann, stand bei Werksleiter Martin Lindner das Telefon nicht mehr still. Bei Lindner, Motor des Projektes „Perspektiven“ riefen Radios, Fernsehen und Zeitungen an, denn der mittelständische Maschinenbauer mit seinen 130 Mitarbeitern, eine Firma der „Bauer Unternehmensgruppe“, war in der Region das erste Unternehmen, das einen jungen Syrer erfolgreich in Ausbildung gebracht hat. Der junge Mann ist inzwischen im dritten Lehrjahr, und bei weitem nicht mehr der einzige Mitarbeiter, der integriert, also bewusst in das Mitarbeiter-Team aufgenommen wurde.

Das Projekt „Perspektiven“, für das das Unternehmen den Integrationspreis 2017 erhielt, ist ein ganzheitliches Integrationskonzept, das nicht nur geflüchteten Menschen, sondern auch Menschen mit Behinderung aus der Region die Chance auf einen Berufseinstieg gibt. Im Vordergrund stehen demnach eine solide Ausbildung und das Ziel, soziale Verantwortung und wirtschaftlichen Erfolg der Firma in Einklang zu bringen. Als das Unternehmen diese Woche den Preis erhielt, waren zwei Ausbildungsverträge mit Asylsuchenden geschlossen, ein Außenarbeitsplatz für einen Mitarbeiter der „Oberlandwerkstätten“ sowie ein Ausbildungsplatz für einen autistischen Jugendlichen eingerichtet.

„Besonders stolz sind wir dabei darauf“, so Lindner, „dass dieses Projekt nicht ausschließlich auf sozialer Verantwortung und altruistischen Aspekten beruht, sondern dass es auch wirtschaftlich erfolgreich ist“. Es würden auch Arbeitsmethoden überdacht und mehr diskutiert als im gewohnten Alltag, was durchaus „messbare Vorteile“ nach sich ziehe.

Funktionieren könne das alles aber nur, weil Ausbildungsleiter Markus Bauer sowie Gruppenleiter und Betriebsrat Maximilian Speckmaier voll dahinterstünden – trotz eines „erheblichen Mehraufwandes für alle Beteiligten“, so Bauer. Wobei, so Lindner, diese Mitarbeiter Mitarbeiter wie alle anderen seien.

Für Lindner ist „Perspektiven“ kein einmaliges Projekt, sondern „eine dauerhafte Geschichte“, wie er im Gespräch mit der Heimatzeitung sagte. Als nächstes sei eine weitreichende Kooperation mit den „Oberlandwerkstätten“ Polling geplant. Es soll bei „Bauer Maschinen und Technologie“ eine vollständige Arbeitsgruppe mit Behinderten geschaffen werden. Zehn bis zwölf Mitarbeiter und zwei Gruppenleiter würden dazu von Polling in die Firma ins Paradeis wechseln. Für einen mittelständischen Betrieb ein Novum. Angesichts des Fachkräftemangels sollen einfache Arbeiten von Menschen mit weniger Qualifikation erledigt werden, und die Facharbeiter sollen die Facharbeit übernehmen, so Lindner.

Barbara Christ, Prokuristin der „Bauer Unternehmensgruppe“ aus der vierten Generation der Eigentümerfamilie, sieht es so: Integration sei nicht nur unter dem Blickwinkel „Arbeitskräftemangel“ wichtig und richtig. . Sie finde es „fürchterlich, dass viele Männer und Frauen zu uns kommen und dann auf Grund von Gesetzen, Regularien und Bürokratie zum Nichtstun verdammt werden“.

Der Integrationspreis 2017 ging an fünf Initiativen in den Kategorien „Bildung und Soziales“, „Kultur“, „Sport“, „Demographie“ und „Wirtschaft“. Vergeben wurde er von einer Jury unter dem Vorsitz von Regierungsvizepräsidentin Andrea Degl unter Beteiligung des Bundesamtes für Migration.

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