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Kunst macht Spaß: (v.l.) Museumsdirektor Dr. Tobias Güthner, Kunstforum-Vorsitzende Susanne Kohler und Laudator Thorsten Fuhrmann bei der Vernissage im Stadtmuseum.

Ausstellung „gegenstandslos“ im Stadtmuseum

Fantasievoll und farbkräftig

Weilheim – Unter dem Motto „gegenstandslos“ stehen die Werke von 19 Mitgliedern des Kunstforums. Die Ausstellung im Stadtmuseum zeigt sich fantasievoll und farbkräftig und macht Laune durch die gute Mischung aus Herangehensweisen.

Das weite Feld von Kunstrichtungen, die sich seit 120 Jahren abstrakt ausdrücken, umriss eingangs Thorsten Fuhrmann. Der Huglfinger beleuchtete in seiner Laudatio, dass es in jedem Kunstwerk eine Form von Ausdruck und Idee gebe. Gegenstandslose Kunst bedeute nicht die Auflösung des Kunstgedankens, sondern das Fehlen des Abbilds.

Naturgemäß fehlen somit im Stadtmuseum die konkreten Darstellungen – obwohl es den Kopf manchmal drängt, sie mitzudenken. Allzu gerne ergänzt man die von Katrin Bach ins Sienarot gestellten dunklen Linien zu Höhlenmalereien oder die von Frank Fischer in eine Leder-Petrol-Tonung gefügten hellen Striche zu einer Bildergeschichte. Daneben erinnert Christine Perzuls „Stormy“ – weiß und flaschengrün gewischte Pinselspuren mit einem aufragenden dunklen Strich – an den Blick durch ein nass geregnetes Fenster, womöglich auf einen Passanten.

Ganz frei von solchen Streichen des Geistes lassen einen die Mehrzahl der Bilder. Man trifft aufstrebende Strukturen in Rot bei Thorsten Fuhrmann oder ebensolche auf beigegrauem Grund bei Viktoria Müller, man trifft Kreisgeometrien einzeln bei Andrea Kreipes ausdrucksvollem Rostgelb eines Eisendrucks oder in vielgestaltigem Tanz wie bei Wolf Schindlers „Farbraum“. Abstraktion pur bieten wirbelnde Orangespritzer von Michael Kreuter oder die graue Kreisstruktur von Aloisia Fischer.

Besonders effektiv setzen Fotoarbeiten das Thema um. Reinhard Giebelhausen inszeniert wattige Überstrahlungen, die noch nicht einmal Innen- oder Außenaufnahme erraten lassen. Susanne Kohler belichtet weiße Spuren auf grauem Putz und nähert sich damit einer textilen Bildwirkung.

Diese Anmutung von Textilien oder Pappe nutzt Ilka Niederfeld für meisterlich subtile Ironie: Ihre scheinbaren Material-Collagen sind lediglich gemalt, somit sehr wörtlich „gegenstandslos“. Auch Monika Propach-Voeste macht sich einen Spaß aus dem Thema und nennt ihre spiralig liegende Marmorplastik „Gegenstandloser Gegenstand“. Es steckt eben doch stets Ahnungen von einem Gegenüber im Kunstwerk, und seien es „nur“, wie bei Heide Karin Konwalinka, die Präsenz von starkem Rot, oder – wie bei Konstanze von Websky – Formgebungen auf Papier im Kleinformat.

Weitere Künstler der Ausstellung, die bis zum 20. November zu sehen ist, sind Renata Nemitz, Hajo Düchting und Sibylle Eras.

Die Ausstellung

ist geöffnet jeweils Dienstag bis Samstag von 10-17 Uhr, Sonntag von 14-17 Uhr).

Andreas Bretting

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