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Der „Dirigent“ war 1953 die erste Stabpuppe mit Innenführung – hier als Montage für die Ausstellungseinladung. 

Ausstellung über die „Weilheimer Puppenspiele“

Die Puppen tanzen noch einmal

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Eine Ausstellung feiert ab Samstag  im Stadtmuseum  die „Weilheimer Puppenspiele“.  Weithin bekannt wurden sie mit  „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“.

Weilheim – Viele ältere Weilheimer werden die nächste Sonderausstellung im Stadtmuseum wie eine wohlige Reise in die Kindheit erleben. Allen anderen verspricht sie eine historische Entdeckung: Die einst weithin bekannten „Weilheimer Puppenspiele“ lassen noch einmal in die Fantasiewelt ihrer wundervollen Figuren eintauchen – und in die ganz reale, beeindruckende Geschichte dieser Bühne. Sie zog bis 1996 unermüdlich durch die Schulen und erlangte mit Fernsehproduktionen auch bundesweite Bekanntheit. Die Stabpuppen für die WDR-Serie „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ sind das wohl berühmteste Beispiel; aber auch fürs Bayerische Fernsehen entstanden zahlreiche Figuren und Sendungen.

Die Ausstellung, die kommenden Samstag, 16. Dezember, eröffnet wird und bis Ende Januar zu sehen ist, feiert nun „70 Jahre Dreschers Puppentheater“. 1948 war die Bühne von Bildhauer Karl Heinz Drescher und seiner Frau Hildegard in Rottach-Egern gegründet worden, 1952 zog das Ehepaar nach Weilheim – und fortan als „Weilheimer Puppenspiele“ durch die Lande. Aus einem „einfachen Kasperltheater“ wurde bald eine „anerkannt künstlerische Schulbühne, ein Film- und Varieté-Theater“, erinnert sich Jörg Drescher, der heute 74-jährige Sohn der Gründer. Er wuchs schon als Kind in die Bühne hinein, schuf mit seiner Schwester Gisela zahlreiche Puppen, spielte selbst insgesamt acht Jahre mit. Doch um seine eigene fünfköpfige Familie ernähren zu können, musste er dann einen anderen Berufsweg gehen: Er lernte Drogist, eröffnete eigene Fotofachgeschäfte in Weilheim und Peißenberg.

Wie geht es weiter mit den 500 Puppen?

Seine Eltern betrieben die „Weilheimer Puppenspiele“ bis in die 1990er Jahre, spielten nicht nur in Schulen, sondern auch bei Festivals und Empfängen. 1996 gaben sie ihre allerletzte Vorstellung („Bimbo’s Abschied“) in der Weilheimer Hardtschule. Jörg Drescher übernahm die Bühne und rund 500 Puppen, doch außer einem Varieté zur 50-Jahr-Feier der Weilheimer „Schlaraffen“ 2005 im Stadttheater gab es seitdem nur noch einzelne private Aufführungen. Ein Teil der prächtigen, ausdrucksstarken Stabfiguren ist im Puppentheatermuseum Kaufbeuren ausgestellt, auch im Foyer des Weilheimer Stadttheaters sind einige dauerhaft zu sehen. Doch der Großteil lagert in Jörg Dreschers Wohnhaus in Peißenberg.

So schwelgt die Ausstellung über den Jahreswechsel im Stadtmuseum nicht nur in der Vergangenheit, sie stellt auch die Frage: Wie geht es weiter mit der Bühne und den herrlichen Puppen? „Schön wäre, in der Zukunft für dieses einmalige Kulturgut ein Heim in Weilheim zu finden“, sagt Jörg Drescher: „Durch gelegentliche Aufführungen könnten die Puppen wieder zum Leben erweckt werden und mit ihrer Ausstrahlungskraft Jung und Alt begeistern.“

Die Ausstellung

„Die Weilheimer Puppenspiele“ wird am kommenden Samstag, 16. Dezember, um 15 Uhr im Stadtmuseum Weilheim eröffnet. Dabei ist auch ein kleines Puppenspiel zu erleben. Die Ausstellung läuft bis zum 28. Januar. Öffnungszeiten: Di-Sa 10-17, So 14-17 Uhr.

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