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„I gfrei mi total“: Das sagte Karin Sendl zum „Standort-Oskar“ für den „Biomichl“. Das Foto zeigt sie und ihren Mann Micha el Sendl (Mitte) mit (v.r.) Hans-Georg Geist, Florian Lipp und Markus Loth. 

Auszeichnung für Karin und Michael Sendl

Ein Oskar für den „Biomichl“

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Er ist einer der Pioniere der ökologischen Landwirtschaft in der Region, doch Michael Sendl wurde am Montagabend in Weilheim nicht als Bauer ausgezeichnet, sondern als Kaufmann. Er erhielt mit seiner Frau Karin den „Standort-Oskar 2017“ für seinen unternehmerischen Erfolg mit dem „Biomichl“.

Weilheim – Er saß in einer der hinteren Reihen, und in seinem weißen Hemd mit legerer Weste fiel er in den Reihen der Anzugträger bei der Verleihung des „Standort-Oskars 2017“ im Sparkassensaal ein wenig aus dem Rahmen. Doch Michael Sendl erfüllte als Eigentümer des „Biomichl“ alle Erwartungen der Jury für den „Standort-Oskar“, wie Florian Lipp, der Vorsitzende des Standortfördervereins, bei der Bekanntgabe des Gewinners sagte. Er habe sich um den Standort Weilheim verdient gemacht und nicht nur um den eigenen Betrieb, so Lipp.

Der Standortförderverein vergibt den „Standort-Oskar“ zusammen mit dem Gewerbeverein. Den Gewinner sucht eine Jury aus den Vorschlägen der Mitglieder der beiden Institutionen aus. Der „Biomichl“ ist der siebte Preisträger nach Heidrun Brugger, Hans Medele (Autohaus „Medele“), Max Lipp (Kaufhaus „Rid“), Susanne Ruppert („K+L Ruppert“), Jürgen Bremicker („Bremicker Verkehrstechnik“, Dietmar Ahl und Kurt Bechtold („Günter Bechtold“).

Als Laudator hob Dietmar Ahl, einer der beiden Vorjahresgewinner, hervor, dass Michael Sendl schon früh „beeindruckende Entscheidungen“ getroffen habe. So beschloss er bereits 1979, den heimischen Bauernhof auf ökologische Landwirtschaft umzustellen. Wie der erste, 1980 in einer Garage eröffnete Hofladen von einem Ein-Mann-Betrieb zu einem 900 Quadratmeter großen Bio-Supermarkt mit 60 Mitarbeitern heranwuchs, skizzierte Ahl anhand einiger Daten: 1987 erfolgte die Eröffnung eines ersten, 50 Quadratmeter großen Ladens, 1998 folgte ein größerer mit 200 Quadratmetern. 2001 wagten die Sendls den Sprung nach Weilheim, erst an die Münchener Straße, 2014 erfolgte der Umzug an die Pütrichstraße. Michael Sendl habe Geschäftssinn und Mut bewiesen, aber sicher auch Glück gehabt, so Ahl. Er habe sich auch nicht aufhalten lassen, „als es ihm das Dach vom Kopf wehte“, sagte er in Anspielung auf einen spektakulären Sturmschaden. Der „Biomichl“ biete eine Plattform für Produkte aus der Region und zeige, dass Einkaufserlebnisse nicht nur von großen Ketten, sondern auch von regionalen Supermärkten geschaffen werden könne. Und über all dies hinaus betreibe Michael Sendl immer noch die eigene Landwirtschaft und engagiere sich vielfältig, unter anderem in der IHK und dem Einzelhandelsverband, dessen Kreisvorsitzender er ist.

Der so Geehrte sagte, dass ihn die „Verleihung des ,Standort-Oskars’ riesig freut“. „Wir sind stolz darauf“, so Sendl, der im gleichen Atemzug seine Mitarbeiter lobte. „Sie sind unser größtes Kapital“, sagte er.

Die Verleihung des „Standort-Oskars“ war Höhepunkt der rund eineinhalbstündigen Veranstaltung, zu der Gewerbeverbandschef Hans-Georg Geist Vertreter aus Wirtschaft und Politik begrüßen konnte. Weilheims Bürgermeister Markus Loth nannte die Weilheimer Oskar-Verleihung „etwas ganz Besonderes“. Weilheim sei als Wirtschaftsstandort gut aufgestellt es müsste aber eine nachhaltige Strategie für bezahlbaren Wohnraum und zum Holen von Fachkräften entwickelt werden. „Nur durch öffentliche und private Zusammenarbeit“ könne das gelingen.

Als Festredner berichtete Michael Krönner-Bräu,, Konditormeister aus Murnau, über seine Arbeit als Chocolatier. Und er verriet dabei, dass die Familie gern auch wieder nach Weilheim möchte, irgendwann einmal.

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