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Wenn der südliche Teil der B2 in Weilheim 2021 neu asphaltiert wird, sollen einige Querungshilfen geschaffen bzw. vergrößert werden. Deutlich mehr Aufstellfläche erhalten Radler und Fußgänger an der Ecke Johann-Baur-Straße.

Sanierungsarbeiten im Sommer 2021 

B2 in Weilheim: Neue Übergänge – und auch neue Ampeln?

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Für Sommer 2021 sind zusätzliche Staus in Weilheims Innenstadt programmiert: Das Staatliche Bauamt lässt den südlichen Teil der B 2 sanieren. Danach soll sich die Straße an vielen Stellen leichter queren lassen. Und auch zwei zusätzliche Ampeln sind im Gespräch.

Weilheim – Was diese Sanierungsarbeiten – der Fahrbahnbelag einer solchen Straße muss alle zehn bis 15 Jahre erneuert werden – für den Verkehr in Weilheim bedeuten, das war schon mal vor fünf Jahren zu erleben. Damals ließ das Staatliche Bauamt die B2 nördlich des Mittleren Grabens neu asphaltieren, wofür Weilheims wichtigste Durchgangsstraße mehrere Wochen halbseitig gesperrt war. Im Sommer 2021 ist nun, zwei Jahre später als zunächst gedacht und schwerpunktmäßig in den Sommerferien, der südliche Abschnitt dran: vom Mittleren Graben bis kurz vor dem Kreisverkehr im Süden Weilheims.

Vom Ergebnis dürfte Weilheim deutlich profitieren: Der neue Straßenbelag soll Lärm vermindern, zugleich werden die Übergänge barrierefrei gestaltet, wie Andreas Lenker, Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt, am Dienstag im Verkehrsausschuss des Stadtrates erklärte. Das heißt, Bordsteine werden abgesenkt und die Gehwege mit taktilen Elementen für Sehbehinderte versehen. Auch einige Umbauten, die querenden Radlern und Fußgängern Verbesserungen bringen sollen, sind geplant. Umstritten ist noch, ob an zwei Kreuzungen – an den Einmündungen der Krumpperstraße und der Angerkapellenstraße – zusätzliche Ampel-Anlagen errichtet werden (siehe unten); darüber wird in den kommenden Wochen diskutiert und entschieden.

Die anderen, bereits fest geplanten Veränderungen im Überblick:
- Rathaus-Kreuzung: Am Rathausplatz wird für Radler, die aus der Oberen Stadt kommen, ein Fahrradschutzstreifen zwischen der Rechts- und Linksabbiegespur markiert – samt Aufstellfläche vor den Linksabbiegern.
- Einmündung Johann-Baur-Straße/Krankenhaus: Der Gehweg auf der Ostseite der B2 wird verbreitert (mit Aufstellfläche für Radler und Fußgänger), die Querungshilfe vergrößert. Die Fahrbahnen der B2 verschieben sich damit etwas nach Westen.
- Höhe Murnauer Straße: Die provisorische Querungshilfe über die B2 wird fix eingebaut, auch über die Murnauer Straße gibt es eine Querungshilfe.
-Fußgängerampel Gymnasium: Aufstellflächen für Fußgänger und Radler werden vergrößert.
- Einmündung Röntgenstraße: Zufahrtsbereich wird verschmälert, es gibt neue Querungshilfen über die B2 und die Röntgenstraße.
- Kreuzung beim Amtsgericht: Der Fußgängerübergang nördlich der Heseloherstraße wird aufgelöst, der Knotenpunkt dadurch laut Bauamt vereinfacht und leistungsfähiger.
- Höhe Weinhartstraße: Die B2-Rechtsabbiegespur in die Wettersteinstraße wird aufgelöst, an dieser Stelle eine Querungshilfe über die B2 eingebaut.
Die Kosten sämtlicher Maßnahmen tragen der Bund und der Freistaat.

Ob man in diesem Zuge an der B2 Radwege schaffen könnte, fragte Manuel Neulinger (Grüne), der Verkehrsreferent des Stadtrates. Laut Lenker wären allenfalls in Teilbereichen Schutzstreifen möglich. Weilheims Ordnungsamts-Chef Andreas Wunder betonte, statt der B2 sollten Radler die parallel verlaufenden Fahrradstraßen nutzen –während Dieter Schleiermacher (ADFC) für einen neuen Versuch plädierte, die Gehwege an der B2 zumindest teilweise für Radler freizugeben.

Bauamt ist für Ampeln an Krumpperstraße und Mittlerem Graben

Weil die Kreuzung von B2 und Krumpperstraße seit langem ein Unfallschwerpunkt in Weilheim ist, ließ das Staatliche Bauamt von der Firma PVT eine eventuelle Ampellösung für diesen Bereich prüfen. Ergebnis: Eine Ampel wäre dort sinnvoll, wie Bauamts-Abteilungsleiter Andreas Lenker im Verkehrsausschuss der Stadt berichtete – auch weil Radler und Fußgänger damit die B2 barrierefrei queren könnten. Um Rückstaus auf der B2 zu vermeiden, müssten jedoch Linksabbieger aus Richtung Norden in die gut 100 Meter weiter südlich liegende Angerkapellenstraße geleitet werden. Krumpperstraße und Angerkapellenstraße sollten Einbahnstraßen werden (erstere mit Fahrtrichtung Westen, letztere mit Fahrtrichtung Osten). Zusätzlich könnte auch an der Kreuzung B2/Angerkapellenstraße/Mittlerer Graben eine Ampelanlage errichtet werden. „Wir würden beide Ampeln machen“, so Lenker auf Nachfrage unserer Zeitung – „wenn die Stadt nichts dagegen hat“. Erste Äußerungen im Ausschuss fielen unterschiedlich aus. Klaus Gast (CSU) warnte, die B2 würde durch die zusätzlichen Ampeln verbreitert, der Verkehr ausgebremst. Statt „das ganze System so zu verändern“, solle man eine Querungshilfe über den Mittleren Graben nahe der B2 realisieren (wie sie bereits diskutiert wurde, wir berichteten). Dagegen betonte Bauamts-Vertreter Lenker, die beiden zusätzlichen Ampeln würden den Verkehrsfluss auf der B2 sogar verbessern. „Sehr großen Charme“ hat diese Lösung auch für Horst Martin (SPD): So entstünden „zwei Übergänge für Radler und Fußgänger, die man bisher nicht hat“. Ob nicht all die Überlegungen passé wären, wenn in Sachen „Umfahrung“ ein Zentrumstunnel käme, fragte Andreas Halas (ÖDP). Nein, meinte Lenker: Ampeltechnik sei auf etwa 15 Jahre ausgelegt, früher käme auch keine „Entlastungsstraße“. Über die Ampeln soll demnächst in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Verkehrsausschuss diskutiert werden.

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