Einer von zwei Bereichen, die im Zuge der B 2-Sanierung im Sommer barrierefrei umgebaut werden: die Einmündung Murnauer Straße. Der zweite ist bei der Röntgenstraße.
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Einer von zwei Bereichen, die im Zuge der B 2-Sanierung im Sommer barrierefrei umgebaut werden: die Einmündung Murnauer Straße. Der zweite ist bei der Röntgenstraße.

Barrierefreie Umbauten

B2-Sanierung in Weilheim: Ein verlockendes Angebot - doch die Stadt hat kein Geld

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Wenn der Freistaat im Sommer den südlichen Teil der B 2 in Weilheim saniert, könnten auch Einmündungen von Ortsstraßen barrierefrei umgebaut werden – allerdings nur mit Kostenbeteiligung der Stadt. Aus Geldnot stimmte der Stadtrat jetzt nur zwei von sechs möglichen Maßnahmen zu. Von den Freien Wählern gibt’s dazu heftige Kritik.

Weilheim – Im Juni sollen Vorarbeiten beginnen, für die Sommerferien sind dann „sechs Wochen Vollsperrung“ avisiert: Die Oberflächensanierung der B 2 zwischen Landratsamt und Südspange, ursprünglich schon für 2019 geplant, ist das Großprojekt des Staatlichen Bauamts Weilheim für 2021. In diesem Zuge bietet die Behörde an, einige Einmündungsbereiche städtischer Straßen mit umzubauen, sie barrierefrei zu gestalten und neue Querungshilfen für Fußgänger zu schaffen – wenn die Stadt die Mehrkosten dafür trägt. Möglich wären folgende Maßnahmen (in Klammern die geschätzten Kosten für die Stadt):

1) Umbau Bereich Admiral-Hipper-Straße (50.000 Euro);
2) Rückbau der Busbucht am Krankenhaus (40.000 Euro);
3) Umbau Bereich Einmündung Murnauer Straße (60.000 Euro);
4) Umbau Bereich Einmündung Röntgenstraße (70.000 Euro);
5) Neubau einer Querungshilfe in Höhe Weinhartstraße (25.000 Euro);
6) Neubau einer Querungshilfe in Höhe Feichtlstraße (175.000 Euro).

„Wünschenswert wären alle Maßnahmen“, sagte Stadtkämmerer Christoph Scharf in der jüngsten Stadtratssitzung. Doch das Gesamtpaket von rund 420.000 Euro „würde unseren Haushalt sprengen“, so Scharf mit Blick auf viele andere Investitionen, die bereits auf später verschoben werden mussten. Der Hauptausschuss des Stadtrates habe deshalb abgewogen und die Umbauten an der Murnauer Straße und an der Röntgenstraße (Punkte 3 und 4) als besonders dringlich eingestuft. Die 130.000 Euro für die Kostenübernahme dieser beiden Maßnahmen sind im Stadt-Haushalt 2021 eingeplant.

Den beiden Stadträtinnen der Freien Wähler – die nicht im Hauptausschuss vertreten sind – ist das aber zu wenig. Romana Asam und Susann Enders beantragten, auch den Umbau im Bereich Admiral-Hipper-Straße und den Neubau einer Querungshilfe bei der Weinhartstraße mit aufzunehmen. Das sei „wichtig für Menschen mit Behinderung, um sicher von A nach B zu kommen“, erklärte Enders vergangenen Donnerstag im Stadtrat: Man wisse natürlich um die aktuelle Finanzknappheit, doch diese beiden „Knackpunkte“ in Sachen Barrierefreiheit müsse die Stadt in den nächsten Jahren ohnehin beseitigen – und auf eigene Faust koste es dann „mindestens das Doppelte“.

Bürgermeister Markus Loth (BfW) betonte indes, der Ausschuss sei nach „langer und intensiver Beratung“ einmütig zur Auffassung gelangt, dass die beiden beschlossenen Stellen „die wichtigsten“ sind. An der Admiral-Hipper-Straße könnte es längerfristig ohnehin zu einem größeren Umbau kommen, „dann kann man das mitmachen“. Und für die Querungshilfe an der Weinhartstraße versuche das Staatliche Bauamt eine Lösung zu finden, „dass sie das mitmachen können“. Für den FW-Antrag stimmte dann neben Asam und Enders nur Verkehrsreferent Manuel Neulinger (Grüne); die große Mehrheit lehnte ihn ab. Jeder Stadtrat, so Klaus Gast (CSU), wüsste aktuell ein Thema, „was man unbedingt noch machen müsste. Aber es hilft nichts, dieser Haushalt lässt überhaupt nichts mehr zu.“

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