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Schon 2014 wurde am Weilheimer Bahnhof eine Bombe gefunden, wie dieses Archivbild zeigt.

Umbau des Bahnhofs

Koffer packen für den Bomben-Fall

Weilheim - Der Bahnhof wird umgebaut. Da nicht auszuschließen ist, dass dort noch Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg liegen, sollten sich Anwohner für Evakuierungen rüsten.

Andreas Wunder, Chef des städtischen Ordnungsamtes, sitzt in der Zwickmühle. Einerseits weiß er, dass im Boden am und um den Weilheimer Bahnhof Blindgänger von Bomben liegen können. Denn dieser wurde am 19. April 1945 von den Amerikanern bombardiert, wobei 24 Menschen starben. Andererseits will Wunder keine Angst unter den Anwohnern verbreiten. Wie auch immer: Nach einer Besprechung mit Polizei, Katastrophenschutz und Feuerwehr beschloss die Stadt, die rund 2500 Bürger, die in einem Radius von rund 400 Metern um den Bahnhof leben über die örtlichen Medien aufzufordern, Vorsorge für einen eventuellen Bombenfund bei den Arbeiten am Bahnhof zu treffen. Denn beim Umbau des Weilheimer Bahnhofs „werden wieder zahlreiche Abgrabungen und Erdbewegungen“ im gesamten Bahnhofsbereich vorgenommen. Der Fund von Blindgängern könne nicht ausgeschlossen werden.

Betroffen von einer möglichen Evakuierung sind rund 2500 Weilheimer, die nördlich des Bahnhofs bis zur Zargesstraße, zum Leprosenweg und zur Töllernallee, östlich bis zur B 2, südlich bis zur Schützenstraße und Krumpperstraße sowie westlich bis zur Paradeisstraße wohnen. Sie sollen, so Wunder, möglichst ihre persönlichen Sachen wie Medikamente, Krankenunterlagen, Ausweise, Ersatzkleidung und Hygieneartikel sowie Spielsachen für Kinder so zusammenpacken, dass sie sie im Notfall schnell bei der Hand haben und in das Ausweichquartier mitnehmen können. Auch Nachbarn sollten darüber informiert werden.

In dem Gebiet befinden sich auch das Montessori-Kinderhaus, die Oberlandschulen und der Kinderhilfe-Hort sowie zahlreiche Gewerbebetriebe. Auch diese sollen, so Wunder, Vorsorgemaßnahmen für eine eventuelle Evakuierung während des Geschäftsbetriebs treffen.

Unbegründet ist diese Warnung nicht. Mindestes zweimal wurden am Weilheimer Bahnhof bei Bauarbeiten schon Blindgänger gefunden, zuletzt am 13. Mai 2014 gegen Mittag. Der gesamte Zugverkehr wurde an diesem Tag eingestellt und tausende von Menschen von Mitarbeitern von Feuerwehr und Rotem Kreuz aus ihren Wohnungen gebracht, bis die 250-Kilo-Fliegerbombe entschärft war. Das geschah gegen 21.30 Uhr. Zu Schaden kam damals niemand.

gre

Infos

gibt es auch auf der Homepage der Stadt unter www.weilheim.de.

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