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Während Polizei, Feuerwehren und Sanitäter am Unfallort ihr Bestes gaben, ließ ein bisher Unbekannter eine Drohne über dem Geschehen fliegen.

Neue Dimension des Gaffens?  

Radfahrer stirbt bei ICE-Unfall - Drohne kreist über Unglücksstelle

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Ein Mann wird am Sonntag in Weilheim von einem ICE erfasst und stirbt - und über der Unglücksstelle kreist unerlaubt eine Drohne. Eine neue Dimension des Gaffens? Das sagt die Polizei zu dem Vorfall.

Weilheim - Es ist ein schrecklicher Unfall, der sich am Sonntagmittag auf dem Bahnübergang in Unterhausen ereignete. Ein 68-jähriger Rennradfahrer aus Dießen kollidierte mit einem ICE und starb noch an der Unfallstelle. Und noch ist auch unklar, was genau gegen 12.15 Uhr an dem beschrankten Übergang passiert ist. Sicher ist: Der Mann lag bereits auf dem Gleis, als der ICE kam.

Neben den Ermittlungen muss sich die Polizei nun auch mit einem unfassbaren Umstand herumschlagen: Ein Unbekannter hatte während des Unfalls eine Drohne über dem Unglücksort kreisen lassen - was verboten ist. Wir haben mit Harald Bauer, Chef der Polizeiinspektion Weilheim, über diese neue Herausforderung an Unfallstellen gesprochen.

Eine Drohne schwebt über einer Unfall-Szenerie - ist das eine neue Erfahrung für die Polizei?

Wir hatten das Thema schon mal. Allerdings hatte der Pilot vorher gefragt, ob er uns mit seiner Drohne unterstützen kann. Dass ein Unbekannter eine Drohne einfach steigen lässt, ist so noch nicht vorgekommen. Aber wir werden das wohl immer häufiger erleben.

Wie lange war das Gerät am Sonntag denn in der Luft?

Das kann ich nicht sagen. Die Kollegen und auch Helfer von der Feuerwehr haben die Drohne schnell bemerkt, der Unfall selbst hatte aber natürlich Vorrang. Erst später war Personal frei, nach dem Pilot zu suchen.

ICE-Unfall: Rennradfahrer lag schon auf dem Gleis

In der unmittelbaren Umgebung war also nichts zu erkennen?

Harald Bauer, Chef der Polizei Weilheim.

Nein. Aber es gibt ja Geräte, die eine Reichweite von mehreren Kilometern haben.

Der Drohnenpilot hat sich strafbar gemacht.

Ja, auf jeden Fall. Unfallstellen und Katastrophenschutzgebiete dürfen nicht mit einer Drohne überflogen werden.

Was ist das Problem bei so einem Drohnenflug?

Nun ja, wäre am Sonntag ein Rettungshubschrauber im Einsatz gewesen, hätte das schon Probleme geben können.

Und wenn die Drohnen Bilder oder Videos machen, die dann im Internet landen, werden ja auch die Persönlichkeitsrechte der Verunglückten missachtet, oder?

Ja, auch das ist ein Problem.

Ermitteln Sie jetzt auch im Netz?

Auch, ja. Wir schauen schon, ob Bilder vom Bahnübergang zum Beispiel auf YouTube landen.

Mit welcher Strafe muss der Pilot rechnen?

Das ist eine Ordnungswidrigkeit und zieht auf jeden Fall ein Bußgeld nach sich. 

Wer etwas zum Drohnenpilot sagen kann, meldet sich bitte bei der Polizei Weilheim unter Tel. 0881/6400.

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