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In Weilheim entsteht ein zentraler Busbahnhof.

Öffentlicher Nahverkehr

Weilheim: Busbahnhof später und teurer

  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
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Eigentlich sollte der Weilheimer Busbahnhof bereits Ende vergangenen Jahres in Betrieb gehen. Doch das Millionen-Projekt hat sich verzögert. Und es wird wohl teurer als geplant.

Weilheim – Im Weilheimer Stadtbauamt war man im September noch optimistisch gewesen: Der Zentrale Busbahnhof (ZOB), der im nördlichen Bereich an den ersten Bahnsteig anschließt, „wird heuer noch fertig“, kündigte Amtsleiterin Andrea Roppelt damals gegenüber der Heimatzeitung an. Verkehrs- und Freianlage sollten so weit gediehen sein, dass dann ein Betrieb möglich ist. Doch aus dem Zeitplan wurde nichts – aus Witterungsgründen, wie es jetzt aus dem Rathaus heißt.

Witterung passte nicht

„Wetterbedingt konnten wir nicht weitermachen“, sagt Roppelt auf Nachfrage. Sie nennt Frost und Niederschläge als Ursachen. Immerhin hat es mit den Pflasterarbeiten und den Baumpflanzungen geklappt. Roppelt erwartet, dass das umfangreiche Bauprojekt „Ende März/Anfang April“ fertig wird. Allerdings seien dann Anschlussarbeiten durch die Stadtwerke nötig – das Kommunalunternehmen möchte den Kanal erneuern.

Warten auf Toilettenanlage

Ebenfalls warten müssen Bahnhofsbesucher auf die öffentlichen Toiletten. Die Bahn hatte ihre Anlagen im Bahnhof vergangenen Jahres geschlossen. Begründet wurde der unpopuläre Schritt mit ständigem Vandalismus. Die Stadt errichtete mobile WCs inklusive behindertengerechte Toilette als Notlösung. Der eigentliche Neubau steht bereits und ist laut Roppelt angeschlossen. Allerdings ist die Anlage noch nicht offiziell freigegeben: Man wolle aus logistischen Gründen damit warten, bis der Busbahnhof fertig ist, so die Stadtbaumeisterin.

Beleuchtung für 37.500 Euro

Im Bauausschuss wurde derweil nicht-öffentlich für den ersten Bauabschnitt des Busbahnhofs ein weiterer Auftrag vergeben: Die Beleuchtung übernimmt als Billigstanbieter die heimische Firma Elektro Schöffmann für 37 500 Euro, wie Stefan Kirchmayer von der Bauverwaltung in der jüngsten Sitzung bekannt gab.

Viele Zuschüsse

Zur weiteren Bauverzögerung, schon der Start der Arbeiten hatte 2018 ein Jahr später als geplant stattgefunden, kommt eine Preissteigerung dazu. Ursprünglich waren die Kosten für den bereits seit den 1980er Jahren geplanten ZOB mit rund 8,5 Millionen Euro angesetzt worden. Aber: „Es wird mehr werden“, kündigt Stadtbaumeisterin Roppelt an. Grund sei die aufwändige Altlastensanierung auf dem ehemaligen Grundstück der Deutschen Bahn – ein Umstand, der sich bereits im vergangenen Jahr angekündigt hatte. Allerdings muss die Stadt den Neubau nicht komplett zahlen: Weilheim kann laut Roppelt mit 60 Prozent an staatlichen Zuschüssen, unter anderem aus der Städtebauförderung, rechnen.

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