Bauantrag für die Moosstrasse  

Dreispänner mit Nebenwirkungen

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Drei Reihenhäuser auf einem 814-Quadratmeter-Grundstück an der Moosstraße? Das ist Weilheims Bauausschuss zu massiv. Zumal der Bauträger, der diesen Antrag stellt, bei den Stadträten ungute Erinnerungen weckt.

Weilheim – Zwei Varianten hat die Herrschinger „SKS Wohnbau GmbH“ zur Neubebauung des Grundstücks Moosstraße 16 vorgelegt – und in ihrem „Antrag auf Vorbescheid“ dazu vier Fragen gestellt. Doch der Bauausschuss des Weilheimer Stadtrates hat in seiner Juli-Sitzung alle vier mit „nein“ beantwortet und den Antrag einstimmig abgelehnt. Denn drei Reihenhäuser anstelle des jetzigen Wohnhauses, das sei zu massiv; maximal ein Doppelhaus oder zwei Einzelhäuser wären an dieser Stelle verträglich.

Das Stadtbauamt verwies darauf, dass auf dem – ähnlich großen – nördlichen Nachbargrundstück bereits „eine mächtige Bebauung mit zwei Baukörpern“ bestehe. Doch das sei „nicht die Normalität in diesem Gebiet“. CSU-Stadtrat Stefan Zirngibl fürchtete dennoch, dass drei Wohneinheiten auf dem nun anvisierten Grundstück letztlich nicht zu verhindern seien: „Da wird uns das Landratsamt nicht stützen.“ Nichtsdestotrotz solle der Bauausschuss den Dreispänner ablehnen. Darin waren sich alle im Gremium einig.

Einen wichtigen Aspekt dabei führte Manfred Stork, der Leiter der Bauverwaltung im Rathaus, aus: Auf städtischem Grund an der Straße stehe eine mächtige Esche, auf Nachbargrund zudem eine große Rotbuche – „beide müssen erhalten bleiben“, so Stork. Das aber bedeute, dass die geplante Zufahrt zum Baugrundstück gar nicht möglich wäre. Kommentar von Bürgermeister Markus Loth (BfW) dazu: „Das programmiert schon wieder Ärger.“

Auf die Vorerfahrung mit dem Antragsteller verwies Stadtrat Zirngibl in der Bauausschuss-Sitzung: Mit diesem Bauträger, so der CSU-Vertreter, „haben wir seit Monaten unsere liebe Not an der Geistbühelstraße“. Wie berichtet, waren dort für den Neubau von drei Dreispännern immer mehr Bäume gefallen, die ursprünglich als „zu erhalten“ galten. „Ich möchte das nicht noch mal so erleben“, sagte Zirngibl, weshalb Stadt und Landratsamt beim neuen Projekt an der Moosstraße „mit Nachdruck“ – „notfalls mit intensiven Kontrollen“ auf der Baustelle – darauf schauen müssten, dass die Bäume gesichert werden.

Ein Dreispänner sei „für 814 Quadratmeter Grundstücksgröße schlicht zu groß“, betonte BfW-Stadtrat Rupert Pentenrieder – und verwies darauf, dass das Grundstück „schon ziemlich im Außenbereich“ liege. Das Bauprojekt sei dort „anders zu bewerten als in der Innenstadt“. Für Pentenrieder steht fest: „Diesen mächtigen Bau werden die beiden Bäume nicht überstehen. Und wir wissen: Dieser Bauträger ist in puncto Bäume schmerzfrei.“

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

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