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Bauern befürchten Lebensmittelknappheit durch Umfahrung

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Kreisobmann Wolfgang Scholz (links) und die Vertreter der Ortsverbände machten auf den Landschaftsverbrauch durch eine Umfahrung aufmerksam.
Kreisobmann Wolfgang Scholz (links) und die Vertreter der Ortsverbände machten auf den Landschaftsverbrauch durch eine Umfahrung aufmerksam. © Ralf Ruder

Landwirte aus dem Raum Weilheim protestieren gegen den Flächenentzug von bis zu 70 Hektar durch den Bau einer Umfahrung. Der Straßenbau gefährde die heimische Lebensmittelproduktion.

Weilheim – Kreisobmann Wolfgang Scholz, der Geschäftsführer der Weilheimer Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbands Thomas Müller und Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen aus dem Raum Weilheim, die die vom geplanten Bau der Weilheimer Umfahrung betroffenen Landwirte vertreten, legen Wert darauf, dass die Situation realistisch gesehen wird. Die vom Staatlichen Bauamt Weilheim genannten Zahlen zum Flächenbedarf der Straße, die zwischen rund zwölf und knapp 30 Hektar liegen, würden nur die Nettofläche berücksichtigen. Würde die Straße gebaut, werde sie eine Kraftfahrstraße sein, auf der Traktoren nicht mehr fahren dürfen. Also seien beiderseits Wirtschaftswege erforderlich, damit die Landwirte zu ihren Feldern fahren könnte. Hinzu komme der Flächenbedarf für neue Zuwege, Böschungen und Lärmschutzwälle sowie die Ausweisung von Ausgleichsflächen für den Straßenbau. Der von ihnen angenommene landwirtschaftliche Flächenverlust von bis zu 70 Hektar ist nach Ansicht der Obleute durchaus realistisch.

„Größtmögliche Untertunnelung“

In einem Positionspapier, das Müller, Scholz, die Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher sowie zwölf Vertreter von Ortsverbänden unterzeichnet haben, fordern die Landwirte Flächensparen bei Bau der Umfahrung. Am besten sei „eine größtmögliche Untertunnelung“, über der wieder landwirtschaftliche Fläche angelegt wird. Anstelle der Umwandlung von landwirtschaftlichen Flächen in Ausgleichsflächen sollten Ökokonten genutzt werden. Zudem müsse die der Landwirtschaft dienende Infrastruktur erhalten bleiben, damit die Erschließung der Hofstellen und der Viehtrieb zu den Weiden gesichert seien.

Mehr Straßen, mehr Verkehr

Mit diesen Forderungen wollen die Landwirte laut Scholz „ein deutliches Zeichen setzen“. Wenn immer mehr Fläche zugebaut würden, könnten immer weniger Lebensmittel produziert werden. Langfristig könne dies zu Problemen bei der Lebensmittelversorgung führen. Alles, was hier nicht produziert werde, müsse importiert werden, was mit Risiken verbunden und aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll sei.

Zweigleisiger Ausbau

Laut Müller geht es bei dem Protest der Bauern weder darum, „Ost gegen West auszuspielen“, noch darum, den Straßenbau gänzlich zu verhindern. Es sollte nur die Situation der Landwirtschaft angemessen berücksichtigt werden.

Berücksichtigt werden sollte auch, dass es einen gesellschaftlichen Wandel weg von der Forderung nach immer mehr Autoverkehr gebe. Nach Ansicht der Bauernvertreter könnte auch der zweigleisige Ausbau der Werdenfelsbahn den Autoverkehr reduzieren. Zusätzliche Straßen würden hingegen immer mehr Straßenverkehr zur Folge haben.

Alfred Schubert

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