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Bauern erfreut über gute Ernte

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Zwei Traktoren häckseln Mais
Die Ernte fiel in diesem Jahr erfreulich gut aus, wie die Bauern berichten. (Symbolbild) ©  BODO SCHACKOW/DPA

Die Landwirte hatten heuer ein erfreuliches Jahr. Das für die Landwirtschaft weitgehend gute Wetter – nur im Frühling gab es eine kurze Trockenperiode – hat sowohl im Grünland als auch beim Getreide zu hohen Erträgen geführt.

Landkreis – „Es war ein sehr gutes Jahr“, so Bernhard Heger rückblickend auf den Sommer. Der Landwirt, der in Peißenberg einen Grünlandbetrieb hat, zieht damit einen Vergleich zu den vergangenen Jahren. Heuer habe es keine Wetterextreme gegeben, die den Aufwuchs behindert hätten. Nur im Frühling gab es eine Trockenheit, diese habe aber keine größeren Auswirkungen gehabt.

Nicht nur der Aufwuchs sei gut gewesen, sondern auch die Qualität, die ebenfalls von der Witterung abhänge. „Es war ein normaler Sommer, wie man ihn von früher her kennt“, so Heger zusammenfassend über die Situation im Grünlandbereich.

Auch beim Getreide sieht es gut aus, wie Eva Lang berichtet, die am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim für die Statistik zuständig ist. Sie bekommt Daten von ausgewählten Betrieben, die in die bayernweite Statistik eingehen. Ihr Gebiet reicht von Garmisch-Partenkirchen im Süden, wo es fast nur Grünland gibt, bis in Münchner Schotterebene in Norden, wo der Ackerbau die große Rolle spielt.

Bei der Wintergerste war die Ernte gut, wie die Daten eines Betriebs bei Altenstadt zeigen. Mit 80 Doppelzentnern pro Hektar lag der Ertrag dort über dem mehrjährigen Mittelwert, der zwischen 70 und 75 Doppelzentner schwankt. Die anderen Getreidesorten hingegen würden im Schnitt liegen. Im Kreis Starnberg habe ein Betrieb 49 Doppelzentner Sommergerste im ökologischen Anbau erreicht, konventioneller Anbau erziele bei der gleichen Sorte 55 Doppelzentner auf leicht kiesigen Böden. Ähnlich hoch seien die Erträge bei Hafer aus biologischem Anbau. Der untersuchte Betrieb habe 50 Doppelzentner pro Hektar erzeugt, wobei als Vorfrucht Klee angebaut wurde.

Gerste spielt laut Lang in unserer Region eine größere Rolle als Weizen, weil er robuster sei. Die Sommergerste werde nicht nur als Brotgetreide, sondern auch zum Brauen verwendet, Wintergerste hingegen auch als Viehfutter. Von anderen Sorten wie Dinkel, Soja und Raps, die nur eine geringere Rolle spielen, hat Lang keine Daten. Vom Mais, von dem nur weniger als ein Fünftel als Körnermais in den Handel kommt, liegen noch keine Zahlen vor. Der größte Teil wird laut Lang siliert und als Tierfutter verwendet, ein kleiner Teil sei für Biogasanlagen bestimmt.

Dominik Pentenrieder hat weniger Wintergerste ernten können als üblich. Grund dafür waren die späten Fröste und die Trockenheit im Frühling. Dafür sei die Sommergerste „sehr gut“ gewesen. Sorgen machen dem Landwirt aus Pähl allerdings die Wildschweine und „zunehmend auch die Biber“. Diese würden Drainagegräben aufstauen und so Staunässe im Boden verursachen, unter der die Erträge leiden.

Dass es ein gutes Jahr war, stellt auch Kreisobmann Wolfgang Scholz fest. Da der Mai im Westen des Landkreises sehr regenreich war, sei der erste Schnitt erst relativ spät möglich gewesen, was zu einer Verzögerung übers ganze Jahr geführt habe, dies sei aber kein Problem. Was das Wasser angeht stellt der Landwirt fest: „Wir leben in einem gottgesegneten Land.“

VON ALFRED SCHUBERT

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