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Ob bei den Maurern oder bei anderen Handwerker aus dem Baubereich – Kunden müssen oft lange warten, bis ihre Aufträge ausgeführt werden. 

Wer jetzt baut, hat‘s schwer

Bauherren verzweifeln: Handwerker dringend gesucht!

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Wer einen Handwerker aus der Baubranche braucht, der muss im Landkreis manchmal Monate warten. Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl spricht offen über das Problem - und gibt Tipps für verzweifelte Bauherren.

Landkreis – Nicht nur Privatleute, sondern auch Kommunen bekommen es aktuell zu spüren, dass viele Handwerker mit Aufträgen ausgelastet sind. Bei der Ausschreibung für die Baumeisterarbeiten am geplanten Bürgerhaus und Jugendzentrum in Peißenberg holten sich zwar zehn Firmen die entsprechenden Unterlagen ab. Doch nur ein Angebot kam zurück – und dieses lag 80 Prozent über dem von der Marktgemeinde veranschlagten Kostenrahmen. Für die Kommune war dieses Angebot nicht akzeptabel. Sie bildete kleinere Auftragseinheiten, auch Lose genannt, und hofft nun auf mehr Interesse seitens der Handwerker.

Dieses Vorgehen ist auch aus Zirngibls Sicht für die öffentliche Hand empfehlenswert, denn kleinere Projekte seien von den Betrieben oft leichter zu bewältigen. Auch Leistungsverzeichnisse mit sehr vielen Vertragsbedingungen könnten dazu führen, dass Handwerker keine Bewerbungen abgeben. Wenn es zu Angeboten mit vergleichsweise hohen Preisen kommt, könnte das laut dem Kreishandwerksmeister etwa daran liegen, dass der betreffende Betrieb den Auftrag nur mit Wochenendarbeit und Überstunden ausführen kann und er dann den Mitarbeitern mehr zahlen muss. Es könne aber auch vorkommen, dass eine Firma „richtig gutes Geld“ verdienen wolle, räumt Zirngibl ein.

Die große Nachfrage nach Handwerkern macht sich in vielen Bereichen bemerkbar – bei den Maurern und Zimmerern genauso wie bei den Spenglern und Schlossern sowie bei den Elektro- und den Gas- und Wasserinstallateuren. Alle Handwerksberufe, die mit der Baubranche zusammenhängen, seien betroffen, sagt Zirngibl. 

Und warum kommt es überhaupt zu den Engpässen im Bausektor? Das liegt nach den Worten des Kreishandwerksmeisters an dem seit einigen Jahren herrschenden Bauboom, von dem insbesondere Oberbayern betroffen sei. Auch die wachsende Zahl der Handwerker führt nicht dazu, dass es keine langen Wartezeiten mehr gibt. Rund 500 Facharbeiter kamen laut Zirngibl von März 2017 bis März 2018 im Bereich der Kreishandwerkerschaft Oberland hinzu, deren Kerngebiet die Landkreise Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen sind. Erst am gestrigen Freitagabend wurden in Weilheim etwa 120 Lehrlinge aus dem Handwerk freigesprochen. 

Firmengründungen liegen jedoch nicht im Trend, wie der Kreishandwerksmeister sagt. Zu ihnen käme es eher „bei schlechter werdender Konjunktur“. Aktuell aber gebe es in der Region viel Arbeit und eine geringe Arbeitslosenquote. In einer solchen Situation seien die Handwerker weniger bereit, das mit einer Betriebsgründung verbundene Risiko einzugehen, erklärt Zirngibl. Damit die Engpässe im Bausektor für weniger Probleme sorgen, hält er es für wichtig, dass sich Auftraggeber frühzeitig an die Handwerker wenden. Und diese wiederum sollten die Kunden klar über Wartezeiten informieren.

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