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Ein Weilheimer muss sich vor dem Landgericht München II wegen Stalkings verantworten. 

Noch dazu: Er ist ein Waffennarr

Er brachte sogar Peilsender an Auto an: Mann stalkt Frau monatelang - ist er nicht therapierbar?

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Ein Mann aus Weilheim stellt monatelang einer Ärztin nach. Das Landgericht München II geht nun der Frage nach: Was macht man mit einem nicht therapierbaren Stalker? 

Weilheim/Tutzing – Sie war seine Therapeutin und er schrecklich verliebt in sie. Möglicherweise hat die Frau nicht professionell genug gehandelt und ihn zu nah an sich herankommen lassen. Weil die Situation schließlich gefährliche Züge annahm und der 28-Jährige seiner Angebeteten sogar einen Peilsender ans Auto heftete, ihr überall auflauerte und ihren Mann durch ein Killerkommando töten lassen wollte, wurde der 28-Jährige in die Psychiatrie verbracht – wie so oft in der Vergangenheit. Jetzt geht es vor dem Gericht um seinen gesetzesmäßigen Verbleib. Zwei Gutachter wurden zur Frage der Gefährlichkeit befragt, die beide bejahten. Grund dafür ist die Persönlichkeitsstörung des 28-Jährigen sowie seine ausgeprägte Selbstverliebtheit.

Betroffene Frau konnte wegen Stalker drei Wochen nicht mehr arbeiten

In der Psychiatrie war er wochenlang nur mit sich selbst beschäftigt. Man habe ihn eigentlich gar nicht mitbekommen, berichtete ein Experte. Das zusätzliche Problem des Weilheimers: Er ist ein Waffennarr. „Nachstellen wird er auf jeden Fall“, prognostizierte ein Experte, „wenn er dann in die Enge getrieben wird und ihm zudem eine Waffe zur Verfügung steht, kann er sehr gefährlich werden“, fügte der Gutachter hinzu. Für die Tutzinger Ärztin wurde er zu so einer Gefahr, dass die Frau nicht nur drei Wochen lang nicht mehr arbeiten konnte, sondern dass sie ihre Familie an verschiedene Orte brachte, sich selbst zu ihrer Mutter begab und nicht mehr im eigenen Auto zur Arbeit fuhr.

Noch heute sei sie in therapeutischer Behandlung, erklärte die Staatsanwältin. Um die Störung des Angeklagten zu erkunden, ließen die Ärzte in der Psychiatrie in Haar eine andere Ärztin die Therapie übernehmen. Und prompt verliebte er sich auch in sie. „Es ist ein Verhaltensmuster, nachdem er handelt. Er bandelt an, kokettiert, aber er ist ausreichend distanziert“, diagnostizierte der Sachverständige. Deshalb leide der 28-Jährige auch nicht unter einem Liebeswahn oder einer ähnlich psychotischen Ausprägung. Die wiederum hätte es dem Gericht erleichtert, eine Unterbringung in der Psychiatrie anzuberaumen. Aus Sicht des Angeklagten hatte die Therapeutin Nähe zugelassen, ihn außerhalb der Therapie getroffen und ihm sogar ihr Kind in den Arm gegeben.

Das wollen die Richter nochmals überprüfen.

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