Fruchtbare Gesprächsrunde unter anderem mit Amtsleiter Dr. Stefan Gabler (hinten 2.v.l.), BDM-Vertreter und Kreisrat Josef Taffertshofer aus Wildsteig (stehend), Landeschef Johann Leis (davor) und Kreischef Bernhard Heger (hinten r.).

Einigung

BDM präsentiert sich im Landwirtschafts-Unterricht

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Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) bekommt eine Bühne im Weilheimer Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF): Die bäuerliche Interessenvertretung kann sich im Unterricht der Landwirtschaftsschule und der Öko-Fachschule präsentieren.

Weilheim  Darauf verständigten sich Amtsleitung und Vertreter der regionalen sowie bayerischen BDM-Führung um Landeschef Johann Leis aus Uffing bei einem Gespräch im Amt. Dies gab BDM-Kreischef Bernhard Heger bekannt.

Laut Heger, der Peißenberger sitzt auch im Bundesbeirat seiner Organisation, kam es bei dem Treffen zu einem regen Austausch. Mit dem Weilheimer Landwirtschaftsamt habe sein Verband schon immer „einen sehr guten Kontakt“ gehabt, sagt Heger – nach dem Amtsantritt des neuen Leiters Dr. Stefan Gabler vor einem Jahr war gegenseitiges Kennenlernen angesagt. Eine Idee: Die schon in der Vergangenheit praktizierten Besuche der Milchbauern-Vertretung im Unterricht wieder aufleben lassen. „Der jetzige Amtschef ist sehr offen“, hat Heger festgestellt. So wurde vereinbart, dass der BDM alljährlich ein bis zwei Unterrichtsstunden im ersten Semester der Schulen halten darf – „um den Verband und seine Lösungsansätze rund um den Milchmarkt vorzustellen“, wie der Kreischef mitteilt. Angedachter Termin ist der 6. März sein, allerdings ist das Datum noch nicht fix.

BDM-Kreischef Bernhard Heger bezeichnet die Vereinbarung als „sehr positiv“. Sein Bundesverband, Anfang der 2000er Jahre auch als agrarpolitische Konkurrenz zum omnipräsenten Bauernverband entstanden, kann so bei den Landwirtschaftsschülern Werbung in eigener Sache machen. Für Heger ist es zwar „verbände-unabhängig wichtig, dass junge Landwirte informiert werden“ – allerdings sagt er auch, dass man Struktur und Ziele und, „was wir für agrarpolitische Ansichten haben“, vorstellen wolle. Und zwar „ganz nüchtern“, mit anschließender Diskussion.

Der neue Amtschef Stefan Gabler jedenfalls hat ein offenes Ohr. „Es dürfen alle vorssprechen, die wollen“, sagt er auf Nachfrage. „Es gibt nichts Exklusives, alle haben das gleiche Recht.“ Ihm geht es darum, seinen Schülern ein zusätzliches Angebot zu bieten. „Wir wollen kritische Leute erziehen“, sagt Gabler im Bezug auf die Ausbildung künftiger landwirtschaftlicher Betriebsleiter an seiner Behörde. „Da gehört eine offene Diskussion dazu.“ Der Bayerische Bauernverband (BBV), oft ein BDM-Gegenspieler, sei eh bereits im Lehrplan vertreten. Amtschef Gabler hat aber noch eine weitergehende Idee: Er hätte gern alle Verbände, „die mit Milch zu tun haben“, zu einer Diskussion auf dem Podium versammelt.

Zusätzlich soll es ein jährliches Gespräch zwischen Amtsleitung und führenden BDM-Vertretern geben. Diskutiert werden aktuelle Entwicklungen. Seitens der Bauernvertretung wird sicher der Milchpreis ein Thema sein. Dieser liegt laut Heger derzeit bei 37 Cent Euro für den Liter. Der Preis sinke jedoch weiter, weil der Markt durch die viele Produktion voll ist, erwartet der BDM-Funktionär. „Das geht in Richtung 30 Cent.“ Doch Heger ist optimistisch, dass sich etwas in Richtung einer europäischen Milch-Politik bewegt: „Wir sind auf keinem ganz schlechten Weg.“

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