Zeigen auf den See, wo das Unglück passierte: Pizzabäcker Francesco Bovienzo (r.) und Armando Sozzo (l.). : gro

20-Jährige vor dem Ertrinken bewahrt

Beherzte Hilfe, die Leben rettete

Weilheim – Sie haben einer 20-Jährigen am Dietlhofer See das Leben gerettet: Restaurant-Inhaber Armando Sozzo und sein Mitarbeiter Francesco Bovienzo schildern die Rettung einer jungen Frau, die am Mittwoch beinahe im See ertrunken wäre. 

von Jonas Regauer

Es sind dramatische Szenen, die sich am späten Mittwochnachmittag am Dietlhofer See bei Weilheim abspielen: Eine 20-jährige Frau aus München liegt mit dem Gesicht nach unten im Wasser und ist kurz vor dem Ertrinken (wir berichteten). Ihr Körper treibt auf der Oberfläche des Sees – keine fünf Meter vom Ufer entfernt. Sie atmet nicht mehr. Zuvor hat sich die Münchenerin mehrere Stunden in Begleitung einer zweiten Person auf der großen Liegewiese direkt am See gesonnt. Als sie zu ertrinken droht, ist sie jedoch alleine.

Eine 74-jährige Frau aus Altenstadt erkennt den Ernst der Lage und holt Hilfe im Restaurant „Da Armando“ am Dietlhofer See. „Die ältere Dame stand plötzlich vor mir im Restaurant. Sie war sehr aufgebracht und bat um Hilfe. Sie sagte mir, dass eine Frau mit dem Kopf nach unten im Wasser treiben würde. Ich rannte sofort los zum See, um mir einen Überblick zu verschaffen“, berichtet Armando Sozzo (25), Betreiber des Restaurants „Da Armando“. Dann ging alles ganz schnell: „Ich lief zurück, um den Notruf zu wählen, während mein Pizzabäcker Francesco Bovienzo die junge Frau aus dem Wasser holte. Nicht mal eine Minute später war die Frau am Ufer“, berichtet Sozzo. Sein Pizzabäcker Francesco Bovienzo und sein Barmann Daniel Damian begannen, Erste Hilfe zu leisten. „Daniel machte Herz-Druck-Massage und Francesco Mund-zu-Mund-Beatmung“, auch eine unbekannte Frau habe noch bei den Wiederbelebungs-Maßnahmen geholfen. „Wenig später waren bereits die Rettungskräfte und der Notarzt da“, so der Betreiber des „Da Armando“. Dann wurde die 20-Jährige mit dem Rettungshubschrauber in das Unfallklinikum nach Murnau gebracht. „Wir haben auch schon dort angerufen, um uns darüber zu informieren, wie es ihr geht. Aber weil wir keine Familienangehörigen sind, dürfen die Ärzte uns keine Auskunft geben. Wir würden sie aber sehr gerne besuchen, sobald es ihr besser geht“, sagt Sozzo.

Was an diesem Mittwoch passiert ist, beschäftigt immer noch das ganze Team. „Das haben alle acht Mitarbeiter mitbekommen. Das Wichtigste für uns ist, dass die junge Frau überlebt hat und es ihr bald besser geht“, so der Restaurant-Betreiber. So kehrte am Mittwoch schnell wieder Alltag ein. Nachdem die junge Frau in ärztlicher Obhut war, die Aussagen bei der Polizei gemacht waren und Francesco Bovienzo sich trockene Kleidung angezogen hatte, „ging es direkt wieder zurück an die Arbeit“, so der Wirt.

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