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Um dieses Areal geht’s im Bebauungsplan „Nördlich der Geistbühelstraße – Bereich Schwaigerstraße“: In der Mitte ist die geplante Reihe mit sieben kleinen „Hofhäusern“ zu sehen, rechts daneben der Wendehammer mit Parkplätzen fürs Kinderhaus Mariae Himmelfahrt (rechts unten). In der Mitte unten ist das geplante unterirdische Rückhaltebecken eingezeichnet.

Unterhalb der Kirche St. Pölten in Weilheim 

Ungewöhnliche Häuser, direkt am neuen Park

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Eine neue Häuserzeile entsteht demnächst südlich des Badewegs in Weilheim, zwischen Kinderhaus Mariae Himmelfahrt und Bahnlinie. Zum Bebauungsplan gab es einige kritische Einwendungen, die dem Stadtrat zuletzt viel Geduld abverlangten.

Weilheim – Der Bebauungsplan, mit dem sich der Stadtrat kürzlich über eine Stunde lang befasst hat, trägt den langen Namen „Nördlich der Geistbühelstraße – Bereich Schwaigerstraße“. Und er hat nichts mit dem großen Wohnquartier und dem „Bürgerpark“ zu tun, die direkt daneben auf dem „Dietmayr-Anger“ geplant sind – und für die derzeit eine Machbarkeitsstudie und eine groß angelegte Bürgerbeteiligung laufen.

Die Bauleitplanung für das Areal „Nördlich der Geistbühelstraße – Bereich Schwaigerstraße“ ist schon weiter gediehen, im Stadtrat ging es bereits um die Einwendungen von Nachbarn und „Trägern öffentlicher Belange“ zum konkreten Bebauungsplan. Dabei hat der Rechtsanwalt eines Anwohners der Stadt Weilheim zahlreiche Planungs- und Verfahrensfehler vorgeworfen – welche die Stadtverwaltung wiederum über ihren Rechtsbeistand in einem langen Gutachten entkräften ließ. Beides wurde in der öffentlichen Sitzung verlesen, dazu waren noch 16 weitere Stellungnahmen zu behandeln.

Einige Punkte daraus werden nun im Bebauungsplan ergänzt, ehe dieser noch einmal öffentlich ausgelegt wird, doch die Grundzüge bleiben unverändert. Es geht um eine neue Häuserzeile samt Stichstraße im Süden der bestehenden Wohnhäuser am Badeweg. Die neue Zeile wird genau auf Höhe des Kinderhauses Mariae Himmelfahrt errichtet, dazwischen plant die Stadt einen Wendehammer und 15 öffentliche Parkplätze für die Kita-Nutzer. Letztere sollen die Situation dort entspannen und zugleich sicherer gestalten, denn der Gehweg wird zwischen Parkplatz und Kinderhaus gelegt – getrennt vom Radweg in Verlängerung der Schwaigerstraße.

Der Bebauungsplan verzeichnet außerdem ein unterirdisches Rückhaltebecken der Stadtwerke (samt einem kleinen Technikhäuschen oben drauf), und zwar im Bereich des künftigen „Bürgerparks“. Diese Zisterne, so hieß es, sorge dafür, dass der Kanal bei Starkregen nicht überläuft, und sichere damit den gesamten Weilheimer Süden.

Die geplante Häuserreihe, die das Herzstück des Bebauungsplanes bildet, besteht aus sieben kleinen, höhengestaffelten „Hofhäusern“. Laut Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt sind diese „eine sehr erschwingliche Variante, die auf kleinem Raum doch Rückzugsmöglichkeiten bietet“. Ob sie von einem Investor oder einzelnen Eigentümern realisiert werden, sei noch offen. Der AK „Stadtentwicklung“ der Weilheimer Agenda 21 monierte, solche Häuser seien gegenüber normalen Reihenhäusern „in energetischer Hinsicht nachteilig“. Roppelt betonte indes, auch in diesem Konzept sei „nachhaltiges Bauen möglich“.

Zudem forderte der Agenda-Kreis, wegen der Nähe zur Bahnlinie auf das westlichste der sieben Häuser zu verzichten, denn der TÜV postuliere in einem Schallgutachten, die Bebauung müsse mindestens 18 Meter von der Gleismitte entfernt sein. Laut Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus, gibt es im weiteren Verlauf der Bahnlinie aber bereits etliche Häuser, die näher an den Gleisen stehen: Es sei „dem Bürger nicht zu vermitteln“, dass in dem neuen Baufeld nun größere Abstände einzuhalten sein sollten. Den nötigen Lärmschutz könne man mit bautechnischen Maßnahmen gewährleisten.

Weilheims Stadtrat stimmte dem Bebauungsplan-Entwurf neuerlich zu, nur Ullrich Klinkicht (Weilheim Miteinander) war dagegen.

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