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Um Zirkusleute und eine illegale Schnapsbrennerei geht es im Stück „Niedertrachtig“, das die Marnbacher Theaterer einstudiert haben. 

„Niedertrachtig“

Bei den Theaterern musste Publikum mitmachen

Es war kein Stück nur zum Zurücklehnen und Zuschauen, das sich die Marnbacher Theaterer mit „Niedertrachtig“ ausgesucht hatten. Bei der anspruchsvollen Posse in drei Akten von Georg Maier von der „Iberl-Bühne“ wurde es eingespannt.

Marnbach –  Das „hochverehrte Publikum“ wurde in der voll besetzten alten Schule am Freitagabend von Anfang an in die Handlung einbezogen, die anno 1898 an der tirolerisch-bayerischen Grenze spielte. So musste eine Zuschauerin Kisten schleppen und Schnaps mit Wasser verdünnen. Zur Belohnung für ihren Bühnenauftritt bekam sie nicht nur den Applaus der anderen Zuschauer, sondern auch selbst gebrannten Schnaps.

Nicht gespart wurde bei der Aufführung – ganz nach Art der „Iberl-Bühne“ – mit herben Gesten und erotischen Anspielungen. Volksnah und mit viel bayerischem Dialekt gespickt, gab es in gut zwei Stunden viel zu lachen, zu schmunzeln, aber auch ein wenig zum Nachdenken. Die Akteure verstanden es blendend, sich in ihre jeweiligen Rollen hineinzuversetzen.

Im Stück „Niedertrachtig“ geht es um zwei Zirkusleute, die nach einem Achsbruch an ihrem Zirkuskarren Unterschlupf in einer illegalen Schnapsbrennerei nahe der Grenze suchen. Und weil beide die Reparatur-Dienste nicht bezahlen können, werden sie vom raffinierten Schmied, der auch kräftig den Amboss schlägt, für seine „niedertrachtigen“ Schmugglerdienste benutzt. Dass da natürlich das „Schlamperl“ mit weiblicher List und Tücke seine Hände im Spiel hat, versteht sich von selbst.

Auf der Bühne standen Georg Niedermaier, der den Schmied und Schwarzbrenner Kotzinger mimt, Annemarie Kauka als „Schlamperl“ und „Gelegenheitsflitscherl“ sowie Othello, der Dompteur (Josef Niedermaier, der auch die Regie führte), „Buale“, sein „Freind“, ein g’standnes Mannsbild, Alleskönner und Großmaul beim Zirkus (Josef Lutz), und nicht zuletzt der „niedertrachtige“ Grenzbeamte (Josef Scharnagl). Alle Darsteller – dem Publikum schon aus vielen Theaterstücken bekannt – verstanden es, mit schauspielerischer Perfektion und ganz ohne Souffleuse die Besucher mitzureißen.

Kein Wunder, dass bei dem volksnahen, intelligenten und durch und durch lustigen Theaterstück alle Vorstellungen in Marnbach restlos ausverkauft sind. Viele Theaterfreunde stehen auf der langen Warteliste der Theaterer, die stets Garanten für einen vergnüglichen Abend sind.

Inge Beutler

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