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Ansprechpartnerinnen in Weilheim: Ronja Linnenschmidt (l.) und Cornelia Mayr. 

Beratungsstelle für Hörbehinderte

Notfalls wird in Gebärdensprache kommuniziert

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Drei Jahre lief sie als Modellprojekt, nun ist die „Informations- und Servicestelle für Menschen mit Hörbehinderung“ in Weilheim eine feste Einrichtung. Als eine von vier in ganz Bayern ist sie für vier Landkreise zuständig.

Weilheim – Auf den ersten Blick ist Schwerhörigen ihre Behinderung nicht anzumerken. Sie haben kein sichtbares körperliches Handicap, und im Vergleich zu gehörlosen Menschen können sie auch gut sprechen. „Schwerhörigkeit ist eine Behinderung, die wegen ihrer Unsichtbarkeit weitgehend unterschätzt wird“, stellt der Schwerhörigenbund fest. Das heißt aber nicht, dass schwerhörige Menschen keine Hilfe brauchen. Im Gegenteil: Im Alltag tun sich für Menschen mit Hörbehinderung viele Barrieren auf. Rat und Hilfe bekommen sie in Weilheim in der „Informations- und Servicestelle für Menschen mit Hörbehinderung“. Träger der Stelle, die sich im Regionalzentrum St. Anna an der Waisenhausstraße befindet, ist der Bayerische Landesverband für die Wohlfahrt Hörgeschädigter (BLWG). Sie ist auch für die Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen zuständig.

Ansprechpartnerinnen in Weilheim sind die Sozialarbeiterin Ronja Linnenschmidt und die Verwaltungsfachkraft Cornelia Mayr. „Wir erklären Behördenbriefe oder helfen bei der Wohnungssuche“, sagt Ronja Linnenschmidt über ihre Arbeit. „Wir bieten Fachauskünfte zum Thema „Hörbehinderung’, Informationen zu technischen Hilfen und weiteren Kommunikationhilfen, allgemeine Sozialberatung und vieles mehr“, umschreibt Cornelia Mayr das Angebot der Servicestelle. Dieses richtet sich an Gehörlose, Schwerhörige und spätertaubte Menschen, Taubblinde und hörsehbehinderte Menschen, Träger eines Cholea-Implantates und Menschen mit Tinnitus sowie deren Angehörige. Aber auch Mitarbeiter aus sozialen und medizinischen Einrichtungen erhalten dort Rat.

Die Beratung erfolgt laut Ronja Linnenschmidt auf vielfältige Weise: per Telefon, per E-Mail und in den Sprechstunden. „Wenn es sein muss, auch in Gebärdensprache“, so die Sozialarbeiterin, „deren Beherrschen ist Grundvoraussetzung für die Arbeit“. Die Beratungen sind kostenlos und vertraulich. Die Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht. Künftig sollen laut Ronja Linnenschmidt auch Außensprechstunden in den anderen vier Kreisen angeboten werden.

Der Bestand der Beratungsstelle ist seit dem 1. Januar 2017 gesichert. Sie erhält vom Bezirk Oberbayern und dem Bayerischen Sozialministerium zusammen knapp 40 000 Euro im Jahr, so Marion Gehlert stellvertretende Pressesprecherin des Sozialministeriums.

Kontakt

Bürozeiten an der Waisenhausstraße 1 sind Montag, Mittwoch, Donnerstag von 9 Uhr bis 12.15 Uhr. Mittwochs ist von 13 Uhr bis 15 Uhr offene Sprechstunde für alle. Telefon: 0881/927005-49, E-Mail: iss-wm@blwg.de

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