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Austritt! Er will CSU-Politik nicht mehr mittragen

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Markus del Fabbro störte sich auch am Alleingang von Landwirtschaftsminister Schmidt. © Gronau

Bernrieds  Bürgermeister Josef Steigenberger verkündete im Gemeinderat  Erstaunliches: Markus del Fabbro ist Anfang Dezember aus der CSU ausgetreten.

Bernried – Hat es da intern etwa Ärger gegeben? „Nein“, erklärte del Fabbro auf Nachfrage der Heimatzeitung: „Vor zwei Jahren hat es mit Robert Schiebel (CSU-Ortverbandsvorsitzender; Anm. d. Red.) ein bisschen Ärger gegeben, aber das hat sich gelegt. Es tut mir auch leid für die CSU-Mitglieder vor Ort, dass ich sie vor den Kopf gestoßen habe.“ Allerdings sei es für ihn in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, die Politik der Landes-CSU mitzutragen. Vor allem die Haltung der Partei zur Flüchtlingskrise und zu Umweltfragen seien für ihn „zunehmend weniger akzeptabel“ geworden. „Ich finde die Debatten ziemlich schlimm“, so del Fabbro: „Das ,C‘ im Namenszug der Partei gerät immer mehr in den Hintergrund.“

Das Fass zum Überlaufen hat für del Fabbro der Glyphosat-Alleingang von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gebracht, der auf EU-Ebene für die weitere Zulassung des Unkrautvernichters stimmte – „und dies auch noch als verantwortliches Handeln im Sinne der Natur und Artenvielfalt rechtfertigt“, wie del Fabbro in seinem offiziellen CSU-Kündigungsschreiben moniert: „Die Schöpfung und die Natur zu erhalten, sollte eigentlich im ureigensten Interesse aller Menschen liegen.“

Sein Austritt nicht nur aus der Partei, sondern auch aus der Fraktion sei ein „konsequenter Schritt“. Bis zum Ende der Wahlperiode wolle er sein Mandat als parteifreies Gemeinderatsmitglied wahrnehmen. „Dann wird man weitersehen“, so del Fabbro, der im Vorfeld der Kommunalwahl 2014 ein „starker Kämpfer“ für eine gemeinsame, offene Gemeinderatsliste gewesen ist: „Die wird es aber auch beim nächsten Mal nicht geben“, ist del Fabbro skeptisch.

Seinen Sitz im Bauausschuss wird der Inhaber einer Innenausbaufirma trotz seines Fraktionsaustritts wohl behalten. Eventuell soll dafür sogar die Geschäftsordnung geändert werden: „Allein durch sein Fachwissen ist Markus del Fabbro sehr wichtig für die Ausschussarbeit“, betonte Ingrid Klemm-Beyer (ÜFW) im Gemeinderat.

Bernhard Jepsen

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