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Die Baustelle für die neue Berufsschule hat eine riesige Dimension.

Wettbewerb beschlossen

Neue Berufsschule in Weilheim: 260.000 Euro für Kunst am Bau

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Der Bau der Berufsschule in Weilheim wird teurer als geplant. Grund ist Kunst am Bau: Der Kreisausschuss stimmte einem Wettbewerb zu. 

Weilheim – Der Neubau der Weilheimer Berufsschule soll mit Kunst am Bau verziert werden. Der Kreisausschuss segnete den entsprechenden Vorschlag der Liegenschaftsverwaltung am Landratsamt für einen Wettbewerb ab. Allerdings erhöht sich damit das Budget für das Bauprojekt: Immerhin 260 000 Euro werden dafür in den Haushalt 2020 eingestellt. Grundlage ist ein Kreistagsbeschluss vom Oktober 2018, der nach kontroverser Debatte fiel: Für Kunst am Bau sollen bei Projektsummen von mehr als drei Millionen Euro extra Mittel zur Verfügung gestellt werden. Jetzt wird er erstmals angewandt. Die Kosten für den Weilheimer Schulneubau werden von Kreiskämmerer Norbert Merk derzeit mit 70 Millionen Euro angesetzt.

Die Kunst-Summe beinhaltet die Kosten für den Wettbewerb, die Preisgelder sowie die Umsetzung der ausgewählten Kunstwerke. Der Landkreis gibt ein Motto vor: Laut Florian Steinbach, Leiter der Kommunalen Bau- und Liegenschaftsverwaltung, sollen sich die Teilnehmer mit dem Thema „Industrie und Handwerk 4.0“ auseinandersetzen. „Es sollte mit dem Bildungsauftrag der Schule zu tun haben.“ Angedacht sind fünf Künstler – sie sollen für ihre Teilnahme zwischen 2000 bis 3000 Euro erhalten. Der Teilnehmerkreis für das Bewerbungsverfahren wird ausgewählt. Dies geschieht „nach verschiedenen Vorgaben“, so Landratsamtssprecher Hans Rehbehn. „Dazu können wir im Herbst mehr sagen.“ In der Jury sitzen Vertreter von Kreistag und Verwaltung sowie Architekten und Kunst-Sachverständige.

Der Wettbewerb wird jetzt vorbereitet. Steinbach rechnet mit insgesamt circa 14 Monaten Laufzeit, bis dann das preisgekrönte Kunstwerk am Bau montiert wird. Wo die Kunst ihren Platz findet, ist noch unklar – möglich sei ein Standort sowohl im Gebäude wie außen. Die Präsentationsflächen an den Flurwänden der Werkstätten und Fachräume bleiben jedoch für Ausstellungen der Schüler frei. Ebenso das geplante Atrium, das für Veranstaltungen genutzt werden soll.

Der Zeitplan für den Schulbau ist ehrgeizig. Grundsteinlegung und Hebauf soll im April 2020 sein. Im Herbst kommenden Jahres wird im Idealfall die Gebäudehülle dicht sein und es an den Innenausbau gehen. Im Sommer 2021 sollen die ersten Umzugslaster anrollen.

War der damalige Kreistagsbeschluss für künftige Kunst-Wettbewerbe bei Großprojekten noch umstritten, herrschte nun Einigkeit im Kreisausschuss. Widerspruch regte sich nicht. „Kunst ist ein wesentlicher Bestandteil auch der Demokratie“, schlug Hans Geisenberger (Unabhängige/ödp, Sachsenried) einen großen gesellschaftspolitischen Bogen. „Man sollte auch dafür Geld ausgeben.“ Lediglich Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) war nicht ganz glücklich mit der Budgetsumme. Sie hätte nach eigenem Bekunden lieber 50 000 Euro weniger angesetzt und diese Summe stattdessen für das Hilfsprojekt „1000 Schulen für unsere Welt“ zur Verfügung gestellt. Dieses ist eine Gemeinschaftsaktion der kommunalen Spitzenverbände, mit der Bildungseinrichtungen in aller Welt gebaut werden. „Wir hätten ein gutes Werk getan“, bedauerte Jochner-Weiß – allerdings sei dies verwaltungsrechtlich nicht möglich gewesen. Die Kreischefin („Wir versuchen es trotzdem“) will nun Sponsoren für die Initiative auftreiben.

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