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So soll sie aussehen, die neue Berufsschule Weilheim, die zwischen Narbonner Ring und der B 2 gebaut werden soll.

Neue Kostenschätzung

Berufsschule kostet jetzt 65 Millionen Euro

Weilheim - 50 Millionen Euro und keinen Cent mehr sollte die Berufsschule in Weilheim kosten. Doch daraus wird wohl nichts: Die Kostenschätzung geht jetzt von 65 Millionen Euro aus.

Das wegen seiner Kosten umstrittene Projekt „Berufsschule Weilheim“ wird am kommenden Montag, 28. November (14 Uhr, Landratsamt Weilheim, Stainhartstraße 7), das beherrschende Thema bei der Sitzung des Kreisausschusses sein, der über die Steigerungen zu befinden hat. Vorab informierte das Landratsamt bei einer Presskonferenz über den aktuellen Stand. Demnach sind hauptsächlich drei Gründe für die Steigerung um rund 15 Millionen Euro verantwortlich: die Schule wird größer, die Kosten für die Ausstattung wie Maschinen höher und die Fassade und die energetische Versorgung werden verbessert. Das macht allein 13,2 Millionen Euro aus, so Florian Steinbach von der Bauabteilung am Landratsamt (siehe Kasten).

Er, Landrätin Andrea-Jochner-Weiß und Kreiskämmerer Norbert Merk betonten, dass es sich dabei nicht um Mehrkosten handelt, sondern um eine Konkretisierung zwischen der jetzt vorliegenden Kostenschätzung und ersten, groben Berechnungen. Die tatsächlichen Mehrkosten lägen demnach bei 2,4 Millionen Euro (4,2 Prozent), so Steinbach. „Wir können nicht mehr einsparen“ so Steinbach. Ansonsten würde die handwerklich ausgerichtete Schule wohl einen Sprengelberuf abgeben müssen. Und das wolle niemand.

Gerade bei der Fassadengestaltung, der Energie-Versorgung sowie der Bauweise hinsichtlich der Energiekosten setze man – mit Zustimmung der Kreisräte – auf Nachhaltigkeit. „Zwei Drittel der Kosten sind Betriebskosten, nur ein Drittel sind Baukosten“, so Kämmerer Merk, der die Berufsschule als „fundamentale Großentscheidung“ bezeichnete. Eine solche Entscheidung habe der Landkreis noch nie getroffen, und er werde sie vielleicht auch nie wieder treffen. Er versicherte, dass trotz der Mehrkosten weder die Kreisumlage erhöht noch neue Schulden aufgenommen werden müssen. Das liegt auch daran, dass die zusätzliche Belastung für den Landkreis wohl nur rund 2,5 Millionen Euro betragen wird. Bislang war die Verwaltung bei den Zuschüssen von einer Quote von 34 Prozent ausgegangen, tatsächlich aber dürfe der Landkreis mit 55 Prozent Zuschuss bei den förderfähigen Kosten, das sind rund 52,4 Millionen Euro, rechnen. Dafür gebe es bereits eine mündliche Zusage der Regierung. „Damit ist uns eine große Sorge genommen“, so Merk. Für die Berufsschule in Dingolfing habe die Förderung sogar 59 Prozent betragen. Das Architekten-Honorar erhöhte sich um rund 500 000 auf 3,1 Millionen Euro. Bei seinen Haushaltsplanungen für die nächsten Jahre wird der Landkreis sogar 67,7 Millionen Euro einplanen. Die zusätzlichen knapp drei Millionen Euro sind eine „Risikovorsorge“, vor allem wenn sich bei Vergaben Mehrkosten ergeben, so Merk.

Johannes Thoma 

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