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Nagelneues Berufsschulzentrum: Viel Verkehr, Parkplatzmangel und wo sind die Busse?

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Stark frequentiert ist zu bestimmten Zeiten die Ausfahrt an der Berufsschule Weilheim zum Narbonner Ring, wie auf diesem Bild vom Freitag zu sehen ist. Fußläufig bestens angebunden
Stark frequentiert ist zu bestimmten Zeiten die Ausfahrt an der Berufsschule Weilheim zum Narbonner Ring, wie auf diesem Bild vom Freitag zu sehen ist. Fußläufig bestens angebunden © Foto: Gronau

Die Flitterwochen sind vorbei. Seit einigen Wochen ist das neue Berufsschulzentrum in Weilheim bereits in Betrieb. Und schon tauchen die ersten Beschwerden auf. Es geht um Parkplätze, Verkehrssicherheit und Zugverbindungen.

Weilheim – Wer in der Zeit des Schulschlusses auf dem Narbonner Ring in Weilheim unterwegs ist, der muss sich vorsehen. Teilweise im halsbrecherischem Tempo brausen die Berufsschüler mit ihren Motorrädern vom Gelände. Ein Zustand, der bei vielen Weilheimern auf großes Unverständnis stößt. Sie fragen sich, ob da noch irgendwelche baulichen Maßnahmen geplant sind – etwa ein weiterer Kreisel oder eine Ampelanlage, um den 1600 Schülern und ihren Lehrern die Ein- und Ausfahrt sicher zu ermöglichen.

„Nach derzeitigem Stand der Planungen ist da nichts weiter vorgesehen“, sagte Kreiskämmerer Norbert Merk, als ihn die Heimatzeitung zu diesem Thema befragte. Aus Richtung Kreisverkehr gebe es eine Abbiegespur zur Schule, das sei nach derzeitigem Kenntnisstand ausreichend. Ansonsten erfolge die Zuwegung zum Gelände über die bereits vorhandenen Geh- und Radwege.

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Auch die Anbindung der neuen Berufsschule an den ÖPNV und den Zugverkehr wird kritisiert. So berichteten mehrere Schüler, dass die Schule so spät aus sei, dass sie ihren Zug nicht mehr erwischen können und deswegen eine Stunde am Bahnhof warten müssen. „Das werden wir genau überprüfen“, versprach Merk.

Die Bahn sei auf ihre bestehende Taktung angewiesen, da könne man wenig Einfluss nehmen. Allerdings habe die Schulleitung bereits angekündigt, nach einer gewissen Anlaufphase noch einmal zu überprüfen, ob die Zeiten so passen, so der Kämmerer, oder man gegebenenfalls Schulanfang und -schluss noch einmal anpassen könnte.

Das Argument, dass jetzt mehr Schüler mit Auto oder Moped kommen, weil der Weg vom Bahnhof zum neuen Berufsschulzentrum nun zu weit sei, konnte Merk indes nicht nachvollziehen. „Wir haben das nachgemessen: Vom neuen Schulgebäude aus braucht man zu Fuß vier Minuten länger zum Bahnhof als vom alten.“

Inwiefern es Busverbindungen vom Bahnhof zum neuen Berufsschulzentrum gebe und ob es in der Nähe der Schule eine Bushaltestelle gebe, wusste Merk nicht zu sagen: „Der Landkreis ist zuständig für den überörtlichen Busverkehr. Unsere Verantwortung endet am Busbahnhof, danach ist die Stadt zuständig.“

Weilheims Bürgermeister Markus Loth sieht das anders: „Wenn der Landkreis wünscht, dass seine Berufsschule direkt an den ÖPNV angebunden wird, muss er beim RVO die Einrichtung einer Haltestelle in Auftrag geben. Das ist bislang nicht erfolgt, soweit ich weiß.“ Die Stadt habe ihre Hausaufgaben gemacht, fußläufig sei das Berufsschulzentrum von Bahnhof und Busbahnhof aus bestens zu erreichen: „Einfach vom Bahnhof aus am Edeka und dem Töllernkreisel vorbeigehen, dann durch die neue Fußgängerunterführung und schon ist man beim Berufsschulzentrum“, so der Bürgermeister weiter.

Ein weiteres Problem, das in den letzten Tagen auftauchte, sind Beschwerden von Anwohnern, dass seit Eröffnung des Berufsschulzentrums zahlreiche Parkplätze im Umfeld von Lehrern und Schülern blockiert werden. Kreiskämmerer Merk sagte dazu, dass derzeit 180 bis 200 Parkplätze auf dem Gelände bereits zur Verfügung stehen würden. Rund 40 wären noch durch Baucontainer blockiert.

Er betonte allerdings, dass die Parkplätze an der alten Berufsschule, die nur wenige Gehminuten entfernt liegen würden, immer noch genutzt werden können. Man werde ab sofort regelmäßig kontrollieren, wie stark die Parkplätze ausgelastet sind.

Dabei soll auch überprüft werden, ob die beiden Parkplätze wirklich ausschließlich von Lehrern und Schülern benutzt werden. Im nächsten Schritt, sollte sich das Problem dadurch nicht beheben lassen, würden durch die Sekretariate Parkberechtigungen für jeweils einen der beiden Parkplätze ausgegeben. „Und wenn auch das nicht ausreichen sollte, würden wir als ultima ratio Schranken an der Einfahrt beider Parkplätze installieren, um sicherzustellen, dass dort nur noch Berechtigte ihr Auto abstellen können“, so Merk weiter.

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