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Wie ein großes „H“ schaut das neue Berufsschulzentrum an der B 2 in Weilheim aus, das momentan errichtet wird. Die Firmen sind bereits dabei, die ersten Dachflächen zu installieren.

Das 70-Millionen-H wächst stetig

Berufsschulzentrum Weilheim: Nachrüsten für E-Mobilität

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Noch während der Bauphase wird beim neuen Berufsschulzentrum in Weilheim umgeplant. Der starke Trend zur E-Mobilität macht weitere Investitionen im Kfz-Bereich nötig. Der Kreisausschuss gab dafür jetzt grünes Licht.

Landkreis – Der Wandel in der Automobilindustrie macht natürlich auch vor der Ausbildung im Kfz-Gewerbe nicht halt. Ging es früher vor allem darum, moderne Verbrennungsmotoren bis ins Detail zu kennen, wird in Zukunft die Arbeit an Hochvolttechnologien und Akkus immer wichtiger, führte Florian Steinbach, Leiter der Kommunalen Bau- und Liegenschaftsverwaltung beim Landkreis, im Kreisausschuss aus.

Zwar habe man bereits bei der ursprünglichen Planung durchaus bei der Kfz-Lehrwerkstatt das Thema „eMobilität“ im Blick gehabt, die Ausbildung in diesem Bereich werde aber nun deutlich verstärkt. Deswegen wäre es sinnvoll, jetzt zu reagieren und die Fachunterrichtsräume gleich mit den nötigen Mess- und Experimentierplätzen auszustatten.

„Diese Arbeitsplätze wären dann herstellerunabhängig und zukunftssicher“, führte Steinbach weiter aus. Sie seien auch dann weiter nutzbar, wenn sich nicht die batteriebetriebenen Autos, sondern die mit Brennstoffzellenantrieb durchsetzen würden. Ein eigenes E-Auto für die Ausbildung der Kfz-Lehrlinge müsse nicht angeschafft werden, weil die Azubis statt dessen am E-Auto des Landratsamtes üben beziehungsweise Fahrzeuge von den jeweiligen Herstellern ausgeliehen werden könnten. Dennoch würde die entsprechende Umrüstung inklusive Planung, Ausstattung und Anpassung der Elektroanlage rund 350 000 Euro kosten, so Steinbach weiter.

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Kreiskämmerer Norbert Merk betonte, dass das allerdings am Gesamtvolumen der Bausumme des Berufsschulzentrums nichts ändern würde. Denn bislang – „nachdem 68 Prozent der Gesamtsumme ausgeschrieben wurden“ – liege man 1,45 Millionen Euro unter dem geplanten Budget, so Merk. Da bleibe also genug Spielraum, die Umrüstung vorzunehmen. Und nicht nur das: Auch für den Bau eines Dachs über den Fahrradabstellplätzen am neuen Berufsschulzentrum wären noch Mittel verfügbar. Der Wunsch danach sei an die Verwaltung herangetragen worden, berichtete Bauamtsleiter Steinbach weiter. Er rechnet mit Kosten von rund 100 000 Euro für den Bau der Überdachung.

In beiden Fällen gab der Kreisausschuss deswegen grünes Licht, die Planungen werden dementsprechend angepasst und alles gleich im Zuge der normalen Bauarbeiten mit errichtet und eingebaut.

Die Arbeiten selbst würden genau nach Plan verlaufen, wie Florian Steinbach weiter ausführte. Derzeit werde damit begonnen, die Dächer zu bauen, während in einigen Bereichen sogar schon die ersten Arbeiten am Innenausbau laufen. Nach der letzten Kreistagssitzung der aktuellen Wahlperiode am 24. April sei ein Hebauf an der Großbaustelle geplant, so Steinbach weiter.

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Kreiskämmerer Norbert Merk betonte nochmals, dass ein „finanzielles Nachsteuern bei dem Bau“ nicht nötig sei und man, falls nichts unvorhergesehenes passiert, bei den prognostizierten Gesamtkosten von 71,7 Millionen Euro landen werde. Er wies zudem noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass der Landkreis abzüglich der Landesförderung nur rund 40 Millionen Euro aus eigenen Mitteln in den Neubau investiere. Dabei seien auch schon die Kosten für „Kunst am Bau“ eingerechnet. „Der große Erfolg der ersten Phase der Ausschreibung für das Kunstwerk hat mich gefreut“, meinte der ursprüngliche Initiator Karl-Heinz Grehl (Grüne/Weilheim) zu diesem Thema.

Er berichtete, dass insgesamt 160 Künstler ihr Interesse bekundet hätten, ein Werk für das neue Berufsschulzentrum bauen zu wollen. „Aus dieser Bewerberschar haben wir nun zehn Künstler ausgewählt, die genauere Entwürfe zu ihrem Vorhaben einreichen werden“, berichtete Grehl. Die Entscheidung, welcher Künstler am Ende den Zuschlag bekommen soll, soll im Sommer fallen.

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