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Betriebsrat der Krankenhaus GmbH macht mobil gegen Aktionsbündnis: „Da wird nur Stimmung gemacht“

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Darüber, ob sich das bestehende Krankenhaus in Weilheim erweitern lässt oder nicht, gehen die Meinungen auseinander. Das Luftbild zeigt aber: Sonderlich viel Platz im Umfeld gibt es nicht. Lippmann: Prüfen derzeit nur Neubau
Die Mitarbeiter der Krankenhaus GmbH gehen in die Offensive. © RUDER/ARCHIV

Der Betriebsrat der Krankenhaus Weilheim-Schongau GmbH macht mobil gegen das Bürgerbegehren des Aktionsbündnisses für den Erhalt des Schongauer Krankenhauses.

Landkreis – „Die behaupten immer, sie würden für die Mitarbeiter des Schongauer Krankenhauses sprechen“, schimpft Roberto Hänsel, der Betriebsratsvorsitzende des Schongauer Krankenhauses. „Ich habe nicht erlebt, dass irgendwann mal jemand vom Aktionsbündnis an den Betriebsrat herangetreten ist“, so Hänsel.

Ganz im Gegenteil, ergänzt Steffi Dietl, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Krankenhaus GmbH und Mitglied des Aufsichtsrates. Sie habe selbst erlebt, wie die Unterschriftensammler mit Unwahrheiten auf Stimmenfang gegangen seien. „Da wird unter anderem behauptet, die Mitarbeiter in Schongau würden ihre Jobs verlieren – das stimmt aber einfach nicht.“

„Weitgehende Jobgarantien für alle Mitarbeiter ausgesprochen“

Das Gegenteil sei der Fall: „Geschäftsführer Thomas Lippmann hat bei Betriebsversammlungen den Mitarbeitern mehr als deutlich Jobgarantien ausgesprochen“, berichtet Dietl weiter. Das passe aber ins Bild: Das Aktionsbündnis mache nur noch Stimmung, sei für sachliche Informationen und Argumente überhaupt nicht mehr zugänglich. Das Hauptproblem des Krankenhauses Schongau werde schlichtweg einfach ignoriert: „Beim Pflegepersonal sind wir dort gut aufgestellt – auch durch die Pflegeschule, die für einen steten Arbeitskräftenachschub sorgt. Aber bei den Ärzten sieht es halt ganz anders aus“, so die Betriebsratsvorsitzende.

Dr. Norbert Trapp, der als Betriebsrat für die Ärzte im Aufsichtsrat sitzt, bestätigt dies: „Der Mangel an Ärzten lässt sich im Gegensatz zum Pflegepersonal kaum aus eigener Kraft lösen“, erklärt er. Man könne ja schlecht eine Uni direkt neben das Krankenhaus stellen. Das sei auch keine Frage des Geldes, sondern der Rahmenbedingungen, nach denen sich junge Ärzte für einen Arbeitgeber entscheiden. „Und die wollen halt da hin, wo die OP-Roboter stehen, wo interdisziplinäres Arbeiten möglich ist, sie nicht endlos viele Dienste schieben müssen, wo es Karriereoptionen gibt.“ Das alles sei in Schongau kaum oder gar nicht vorhanden. „Wir haben neun Monate lang nach einer Oberärztin für die Anästhesie gesucht“, berichtet er.

„Krankenhäuser in der heutigen Größe können in zehn Jahren nicht mehr existieren“

Verschärft werde das Problem dadurch, dass die Anforderungen immer weiter steigen. Ein Zentralkrankenhaus wäre da ungleich attraktiver: „Da würden die Teams zusammengelegt, was am Ende für jeden weniger Dienste bedeutet. Und auch die Nähe zu München wäre ein wichtiger Faktor, wenn das Zentralkrankenhaus an einem der im Gutachten vorgeschlagenen Standorte errichtet würde“, so Trapp. Man müsse ganz klar sagen: „Die beiden Krankenhäuser in der heutigen Größe können in zehn Jahren nicht mehr existieren.“

Um „Sachen gerade zu rücken und sachliche Informationen zum geplanten Bau eines Zentralkrankenhauses zu vermitteln“, wollen die Beschäftigten der Krankenhaus GmbH jetzt an gleich drei Infoständen gleichzeitig im Landkreis über ihre Ansichten informieren.

Die Infostände

werden am Samstag, 17. September, jeweils von 9.30 bis 12.30 Uhr am Marienplatz in Schongau, am Rigi-Einkaufszentrum in Peißenberg und am Marienplatz in Weilheim aufgestellt.

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